30.11.2021 - 13:11 Uhr
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LEO Blog: Die liebe Liebe

Spürst du es? Das Fest der Liebe liegt vor uns. Der perfekte Zeitpunkt, um sich über die Liebe und all ihre Facetten Gedanken zu machen, findet Redakteurin Julia Hammer.

Liebe kann so bereichernd sein - in all ihren Formen.
von Julia Hammer Kontakt Profil

Liebe, ein großes Wort, nicht wahr? Ich habe mir viele Gedanken darüber gemacht. Doch zuerst muss ich zugeben: Ich bin niemand, der gerne über seine Gefühle spricht. Lange Zeit habe ich sie als Schwäche interpretiert. Als Angriffspunkt. Doch dann habe ich gemerkt, wie bereichernd es sein kann, Emotionen zu leben. Ich habe die Liebe lieben gelernt und erkannt, wie viele Facetten sie doch besitzt.

Wenn ich über Liebe schreibe, denkst du an romantische Beziehungen, richtig? Das war auch mein erster Gedanke. In Partnerschaften fühlen wir die wohl leidenschaftlichste Liebe. Sie ist existenziell, unheimlich mutig. Warum? Weil es so vielen von uns schwerfällt, sich darauf einzulassen. Sie zuzulassen. Die Gefahr, enttäuscht zu werden, scheint viel zu groß. Doch wir sollten mutig sein, etwas wagen – und diese Liebe genießen. Sie kann so bereichernd sein. Betrachte ich mein Leben, spielen jedoch andere Facetten der Liebe eine viel bedeutendere Rolle. Die, wie ich finde, eine bessere gesellschaftliche Lobby verdienen. Meine wertvollste Liebe ist die zu meinen Freunden. Meinen Vertrauten und Wegbegleitern. Zu den Menschen, die mich zum Lachen bringen, gemeinsam mit mir weinen, mit mir Abenteuer erleben. Mit denen eine Reise in fremde Länder genauso aufregend ist wie ein Filmabend in Jogginghosen auf dem Sofa. Verbündete, denen ich mein Innerstes anvertraue. Die mich wortlos verstehen, genauso wie ich sie. Die nachts mit einer Flasche Wein vor meiner Tür stehen, weil sie wissen, dass das gerade nötig ist. Die Liebe zu Freunden ist vertraut. Ehrlich. Loyal und unverstellt. Vor allem umgibt sie uns immer.

Die wohl bedingungsloseste Liebe ist die zu meinem Mops Mathilda. Jeder, der ein Haustier – oder vielmehr ein vierbeiniges Familienmitglied hat – weiß, wovon ich spreche. Ich erinnere mich gut an den Moment, in dem sie vor sechs Jahren das erste Mal auf mich zugetapst ist. Ich denke, so fühlt sich pures Glück an. Das Gefühl ist geblieben. Die Liebe ist stärker geworden. Eine Liebe ohne Anspruch. So tief, dass mich mein Mops zum gutgelaunten Frühaufsteher gemacht hat, den nicht einmal sein penetrantes Schnarchen stört. Genauso wenig wie sein wütendes Bellen, wenn die Simpsons am Fernseher auftauchen. Wie ich seine Liebe spüre? Er ist mein Beschützer, der mich nie aus den Augen lässt. Der sich nachts wie eine Wärmflasche auf mich legt und mich morgens liebevoll wachniest.

Ich habe gemerkt, dass ich auch besondere Momente liebe. Das kann ein kurzes Kaffee-Treffen mit meiner besten Freundin sein, aus dem sieben Stunden werden, weil wir uns so viel zu erzählen haben. Der Augenblick, wenn ich das erste Mal seit Monaten wieder auf der Karlsbrücke in Prag stehe. Wenn ich ein Lied wiederentdecke, das ich vor Jahren zuletzt gehört habe und das mich zurück in meine Jugend versetzt. Ich liebe es, im Winter durch den Wald zu laufen und dabei Zeit für mich zu haben. Vor einigen Monaten habe ich eine besondere Liebe kennengelernt, die ich bisher nicht kannte – durch die Geburt meines Patenkindes. Schon, als mir meine beiden engen Freunde erzählt haben, dass sie bald zu dritt sein werden, war es ein überwältigendes Gefühl. Als ich ihn das erste Mal in meinen Armen hielt, wurde aus dem Gefühl eine überwältigende Liebe. Was sie so besonders macht? Ich weiß, dass sie für immer bleibt. Ich kann es kaum erwarten, ihn heranwachsen zu sehen. Mit ihm Abenteuer zu erleben und ihn auf seinem Weg zu begleiten. Vor uns liegt wieder einmal das Fest der Liebe. Vielleicht sollten wir die Sache mit der Liebe diesmal ein bisschen wörtlicher nehmen und uns bewusst werden, wie sehr sie uns doch umgibt. Wir sollten diese Zeit nutzen, um all den Menschen, die uns durch ihre Liebe bereichern, zu sagen, wie wertvoll sie für uns sind.

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