14.11.2019 - 09:35 Uhr
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Liebesbeweis zum Mitnehmen

Brotzeit ist laut Sprichwort die schönste Zeit. Wirklich? Die OWZ hat Tipps, damit die kleine Zwischenmahlzeit die Familie bestimmt glücklich macht. Wohl bekomm’s!

Salat im Glas und geröstetes Bauernbrot im Beutel: Ehemalige Honiggläser sind in Form und Größe besonders gut geeignet fürs Löffeln unterwegs. Sticker in Reichweite sind ein nettes, schnelles Detail.
von mvsProfil

Die dreifache Mutter Katharina Meier, berufstätig in Teilzeit, erinnert sich an ihre Kindheit und das gelangweilte "Schon wieder" beim Blick in die Brotzeitbox: "Immer nur Brot mit irgendetwas drauf und dazu ein geviertelter Apfel hat mich nicht vom Hocker gerissen." Und sie erinnert sich an das Gespräch, das ihr den Kopf zurecht gerückt hat: "Eine Freundin meinte, dass ich genauso gut froh sein könne. Sie hat ab der vierten Klasse nichts mehr mitbekommen, war selbst zuständig. Sie hat mich um die Aufmerksamkeit von zu Hause beneidet." Hat sich danach in ihrem Brotzeit-Leben etwas geändert? "Ja schon. Ich habe ab da selbst mitgemacht, statt mich nur bemuttern zu lassen."

Wer an der "Brotzeitfront" ist, ob für sich selbst oder andere, weiß, dass es nicht immer leicht ist, kontinuierlich für gesunde, nährstoffreiche Vielfalt zu sorgen. Und dann soll's vielleicht auch noch gut aussehen. Die OWZ hat sich umgehört und erprobte Tipps zusammengestellt, wie es klappen kann, ohne in Stress auszuarten.

Geplant und routiniert:

Man muss nicht täglich - und dann vielleicht noch mit knurrendem Magen vor leerem Kühlschrank - nachdenken, was es zu essen geben könnte. Gerichte lassen sich im Voraus planen, Brotzeiten gleich mit. Einmal etwas Aufwand, täglich große Wirkung.

Zusammen:

Die Planung ermöglicht es, bei mehreren Beteiligten Wünsche abzufragen, einzuplanen und auch mal Neues einzubauen. Vielleicht wollen die Kinder an einem bestimmten Tag in der Woche etwas in der Schule kaufen? Oder bietet sich ein gemeinsames Mittagessen in der Kantine der Eltern an? Gibt es etwas, das beim Nachbarn am Brotzeittisch so lecker aussah, dass man es selbst gern mal dabei hätte? Das klärt sich beim Miteinanderreden. Auch beim Zubereiten kann man zusammenhelfen: Einen Obatzten zu manschen oder den Mixer fürs Pesto anzustellen, gefällt schon kleinen Kindern und sensibilisiert wie nebenbei für eines der wichtigsten Themen im Leben: ausgewogene Ernährung.

Effizient:

Durch Planung, Routine und Zusammenhelfen wird es effizient, und da kommt dann Schwung auf. Im Voraus lässt sich vieles wie nebenbei vorbereiten. · Ein wenig Obst ist schnell zu Salat geschnippelt und in Schraubgläser abgefüllt. Individuell kann jeder das Topping aus Nüssen und getrockneten Früchten aussuchen.

· Wer ein paar Kartoffeln mehr kocht, kann sie tags darauf mit Kräuter-Quark als Brotzeit einpacken.

· Unterschiedliche, in Scheiben geschnittene Brotsorten warten in der Tiefkühlung darauf, morgens kurz getoastet zu werden. Dazu gesellt sich ein passendes Pesto, der Lieblingskäse und -wurst. Oder ein Ei? Gekocht und abgeschreckt halten sie sich bis zu zwei Wochen, weshalb man ruhig auf Vorrat viele zubereiten kann.

· Ein Stück von der Quiche schmeckt auch mitgenommen - und kann zwischen Backen und Verzehr auch in der Kühlung auf seinen großen Auftritt warten.

Gelassen:

Wenn es mal nicht hundertprozentig gesund, vielfältig und ansehnlich ist? Kein Problem. Butterbrote sind kein Weltuntergang.

Schön:

Diese Brotzeit-Tugenden ermöglichen neue Spielräume. Vielleicht entdeckt man langlebigere, schönere Brotboxen als die bisherigen. Oder eine Edelstahl-Thermoskanne für die Suppe-to-go? Oder man findet Zeit und Muße noch ein Herz auf die Brotzeittüte zu malen oder einen Sticker aufzukleben. Und plötzlich beginnt die schönste Zeit schon in der Zubereitung, nicht erst beim Verzehr.

Sandra Schiesl ist Erzieherin im Kindergarten St. Michael in Guteneck/Weidenthal.
Nachgefragt im Kindergarten:

Brot mit Rinde, frisches Obst

Nabburg. (mvs) Der Kindergarten St. Michael in Weidenthal, einem Ortsteil von Guteneck, hat wie viele Oberpfälzer Kindergärten von 7 bis 14 Uhr geöffnet. Am Vormittag essen alle einmal gemeinsam und wer will, schart sich nochmals um den Mittagstisch: "Was unsere Kinder dabei haben, finde ich ganz wundervoll, denn unsere Eltern überbieten sich manchmal an Kreativität", lobt die ausgebildete Krankenschwester und Kinderpflegerin Sandra Schiesl.

Und was ist in den Schraubgläsern und Boxen drin? "Rührei mit Schnittlauch, gekochte Eier, Pfannkuchen, gekochte Kartoffeln mit Quark, Obstsalat, Wurstsalat, Couscous-Salat, Griesbrei, gekochter Pudding, Reisbrei und Müslis, Weintrauben-Käse-Spieße. Walnüsse sind im Moment auch der Renner, und natürlich Obst und Gemüse je nach Jahreszeit", zählt die 42-Jährige auf. Wurstbrote und Käsebrote? "Auch das."

Ihre eigenen Jungs, mittlerweile längst selbst für die Verpflegung unterwegs zuständig, wollten lange Zeit nichts als Butterbrote: "Da hatten sie mal so 'ne Phase und ich bin mir wie eine Rabenmutter vorgekommen, die nichts anderes zu Hause hatte", erinnert sich Schiesl.

Wovon rät die Erzieherin ab? "Ich würde mir wünschen, dass die Eltern keine Brote mehr ausstechen und die Rinde am Brot lassen - ein Brot in Herzform sieht zwar schön aus, manche Kinder wollen es auch so, aber das Kauen ist wichtig für die Entwicklung: Es stärkt die Muskulatur und fördert eine klare Aussprache", erklärt die Krankenschwester. Statt "Quetschies" mitzugeben - püriertes Obst in Plastikbeuteln - regt sie echtes Obst an: "Mehr Frucht, weniger Abfall."

Vorbereitung: Eier kann man gleich im Dutzend kochen, gekühlt und abgeschreckt getrost bis zu zwei Wochen lagern und bei Bedarf schnell aus dem Kühlschrank zaubern.

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