28.08.2019 - 10:39 Uhr
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Lifestyle im Wohnzimmer

Das Wohnzimmer, ein Ort der Erholung, Auszeit. Doch aus einem entschleunigten Lebensstil ist ein rasant wachsender Wohntrend geworden.

Voll im Trend: Mut zur Farbe.
von Autor DEYProfil

Schlichte Formen, augenschmeichelnde Symmetrie, ruhige Farben – und das alles beschränkt aufs Wesentliche. Fertig ist der Wohntrend, der die Gestaltung unserer Wohnräume minimalisiert und uns damit entschleunigt. Daheim sein. Durchatmen. In einer Welt, in der wir getrieben werden von unzähligen Einflüssen. In der „Schneller, Höher, Weiter“ nicht mehr als Erfolgsklausel gilt, sondern Alltag vieler Existenzen geworden ist. In der es Apps gibt, die uns helfen wollen, unsere Mediennutzung einzuschränken. In dieser Welt hat sich „Entschleunigung“ zu einem geflügelten Wort gemausert. Gestylt wird der Trend nach einem einfachen, äußerst wirksamen Prinzip: Weniger ist mehr. Beim Slow Living werden alle unwichtigen Sachen aus den eigenen vier Wänden verbannt. Bestehen bleiben ausschließlich Möbel und Gegenstände, die entweder zwingend erforderlich sind oder eine Bedeutung haben. Im besten Fall erzählt jedes Bild und jedes Accessoires eine Geschichte. Der Rest kann weg. Komplett wird der Look, wenn man sich auch Gedanken über die Gesamtgestaltung macht. Das Geheimnis an Slow Living sind Möbel mit schlichten Formen, die symmetrisch angeordnet werden. Außerdem ruhige Farben wie Weiß, Grau und – ja – Schwarz. Um solche cleanen, geradlinig gestalteten Räume gemütlich zu machen, eignet sich ein Material-Mix aus Wolle, Samt und Rattan oder auch Stücken in Pelzoptik. Das lässt das Ganze buchstäblich weicher wirken.

Natur bringt Ruhe rein

Im Detail sollte die Wahl auf natürliche statt auf künstliche Materialien fallen. Denn die Natur ist ein Garant für Entspannung und schließlich auch Entschleunigung. Egal ob Holz, robustes Steingut oder der bereits genannte stylishe Rattan – diese Materialien sorgen quasi von alleine für ein ruhigeres Zuhause. Strickstoffe, gerne auch schwere, in den Teppichen oder auf den Kissen bringen ebenfalls Ruhe rein. Auch Leinen – übrigens auch in der Modewelt gerade up to date – ist ein wahrer Glücklichmacher. Die Textilie wird in den allermeisten Fällen ökologisch angebaut und verarbeitet. Das schlägt sich zwar im Preis nieder, doch die Vorteile sind nicht von der Hand zu weisen. Leinen kommt ohne chemischen Dünger aus, ist schmutzabweisend, hat eine kühlende Wirkung und sorgt für einen erholsamen Schlaf. Oft unterschätzt, aber dennoch unverzichtbar sind Pflanzen in den Wohnräumen. Sie haben Einfluss auf unsere Stimmung, da sie stressreduzierend wirken und auch Schadstoffe filtern. Zusätzlich triggert Grün die positiven Verbindungen in unserem Gehirn. Denn Grün ist nicht nur die Farbe des Lebens und des Wachstums, sondern verkörpert auch Harmonie, Frische, Entspannung, Gesundheit – und Sicherheit. Nicht umsonst sind sowohl die Notausgangsschilder als auch die Ampelmännchen, die uns erlauben, die Straße zu überqueren, grün.

Modern, schlicht, schick: Es gibt unzählige Möglichkeiten, den MIttelpunkt der Wohnung - das Wohnzimmer - einzurichten.

Upcycling hat seinen Zenit zwar wohl überschritten, was davon aber bleibt, ist das Bewusstsein dafür, wichtige und besondere Stücke zu erhalten – ein wichtiger Gedanke der Slow-Living-Bewegung. Für den Einrichtungsstil bedeutet das, dass auch Omas Kommode (bei Bedarf leicht aufgehübscht) ihren Platz im Wohnzimmer finden kann. Möbel aus vergangenen Jahrzehnten wurden meist in Handarbeit mit viel Liebe zum Detail hergestellt. Hingabe, die man sieht und die auch das Raumklima positiv beeinflussen. Zugunsten eines entspannteren Zuhauses.

Einen Gang runterschalten

Das Konzept des „Slow Living“, also des langsamen Lebensstils, hat seine Wurzeln in Italien, genauer in einer italienischen Küche. Die Slow-Food-Bewegung entstand in den 80ern mit dem Bewusstmachen der traditionellen Nahrungsmittelherstellung als Reaktion auf immer beliebter werdendes Fast Food. „Slow“ heißt dabei nicht einfach nur langsam. Die Kernaussage der Bewegung setzt sich auch aus den Bedeu- tungen der einzelnen Buchstaben zusammen. „S“ für „sustainable“, zu deutsch nachhaltig. „L“ für „local“, also regional. „O“ wie „organic“, was biologisch angebaut bedeutet und „W“ für „whole“ im Sinne von unverarbeitet. Vom bewussten Essen wurde das Konzept auf ein bewusstes Leben übertragen – nach den gleichen Werten. Und schließlich entstand daraus ein Wohntrend, der auch den Namen Slow Living trägt. An ihm kommt nicht nur niemand mehr vorbei, er kann uns auch helfen, einen entschleunigten Alltag zu leben.

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