21.10.2019 - 08:52 Uhr
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Lobgesellschaft??!

Strengen wir uns nur an, um gelobt zu werden? Oder beflügelt ernstgemeintes Lob im Beruf, sich engagiert für die Ziele des Unternehmens einzusetzen?

Ein ehrlich gemeintes Lob kann Wunder bewirken ...
von Externer BeitragProfil

Viele Führungskräfte kritisieren, dass es ihren Mitarbeitern nicht um die Sache, sondern ausschließlich um das Lob geht. Sind wir also süchtig nach Anerkennung? Oder ist das gute, alte Lob ein Motivationsturbo? Unsere Volontärin Anne Sopie Vogl hat bei Silvia Prechtl-Seitz nachgefragt. Hier die Antwort der Amberger Therapeutin:

Therapeutin Silvia Prechtl Seitz klärt auf:

Ich habe auch den Eindruck, dass das lob in unserer Gesellschaft, in den Familien und der Paarbeziehung im Alltag immer mehr auf der Strecke bleibt. Die Menschen gehen meiner Meinung nach oft zu wenig wertschätzend mit sich und den Mitmenschen um. Der Spruch: „Nicht geschimpft, ist gelobt genug“ ist durchaus aktuell.

Wenn Menschen von mir eine positive Rückmeldung bekommen, fließen öfter auch einmal Tränen vor Rührung und Freude. Da bemerke ich bezüglich der Geschlechter auch nicht zwingend einen Unterschied. Viele sehen an sich selbst tendenziell eher die negativen Seiten, als das, was an Talenten, Emotionen und Lebensfreude in ihnen steckt. Oftmals gebe ich meinen Klienten die Aufgabe, eigene gute Charaktereigenschaften und Fähigkeiten zu benennen, was vielen wesentlich schwerer fällt, als die eigenen Unzulänglichkeiten ausgiebig zu betonen. Lob fängt meines Erachtens auch beim Eigenlob an, indem man sich am Abend selbst rückmeldet, was einem gut gelungen ist. „Eigenlob stinkt“ in diesem Fall ganz bestimmt nicht!

Wichtig ist es auch zu üben, ehrliches Lob anzunehmen, sich darüber zu freuen und sich dabei nicht wieder klein zu machen oder sogar abzuwerten. Nur wer auch regelmäßig Lob empfängt, wird auch umgekehrt besser in der Lage sein, konstruktiv mit Kritik umgehen zu können. Ein häufigeres Loben und damit ein wertschätzender Umgang würden die positiven Eigenschaften eines Menschen sicherlich fördern und öfter zutage treten lassen, egal welches Alter und welches Geschlecht. Wenn man erkennt, wie viel Freude und positive Stimmung ein ernstgemeintes Lob auslösen kann, möchte ich mir nur wünschen, dass das wieder häufiger zum Bestandteil des zwischenmenschlichen Zusammenlebens wird. Probieren Sie es aus!

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