18.11.2020 - 09:43 Uhr
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Was muss rein, was nicht?

Kontakt mit dem künftigen Arbeitgeber aufnehmen: Den Lebenslauf nach aktuellen Standards gestalten

Der Lebenslauf soll so gestaltet werden, dass er nicht Gefahr läuft, von Personalentscheidern schnell aussortiert zu werden.
von Agentur DPAProfil

Die Stellenbeschreibung klingt attraktiv. Jetzt geht es darum, mit dem Arbeitgeber Kontakt aufzunehmen, sprich sich zu bewerben. Neben einem überzeugenden Anschreiben muss auch ein perfekt gestalteter Lebenslauf her. Doch wer dabei die aktuellen Standards und Vorgaben nicht beachtet, läuft Gefahr, dass Personalentscheider die Bewerbung schnell aussortieren.

Start mit letzter Position

Eine der Grundregeln für einen modernen Lebenslauf lautet: „Immer mit der letzten Position, die man hatte, anfangen“, sagt Corinna Sponer-Kessinger. Sie arbeitet als Managing Consultant bei der Outplacement- und Karriereberatung von Rundstedt in Frankfurt am Main.

Was sich ebenfalls gut macht: „Die erste Seite des Lebenslaufs als Deckblatt mit einem Foto des Bewerbers gestalten“, erklärt Jutta Boenig. Sie ist Inhaberin einer Beratungsgesellschaft in Überlingen und Vorstandsvorsitzende der Deutschen Gesellschaft für Karriereberatung (DGfK).

Deckblatt zeigt Stil

Auf dem Deckblatt platziert der Bewerber zuoberst sein Foto, darunter seinen Namen, dann das Geburtsdatum und die Anschrift. „Ein solches Deckblatt ist stilvoll, aber kein Muss“, findet Boenig.

Sponer-Kessinger rät, auf dem Deckblatt ein prägnantes Kompetenzprofil hinzuzufügen und dabei mit Stichpunkten zu arbeiten. „So kann sich ein Personaler zügig einen ersten Eindruck von dem Bewerber machen.“

Beim Kompetenzprofil sollten Bewerber Fakten auflisten – zum Beispiel: „Engagiert als Gruppenleiter bei der Jugendfeuerwehr oder in der Kinderbetreuung“ – und nicht nur Eigenschaften wie Leistungsbereitschaft oder Kreativität. Handelt es sich um eine Initiativbewerbung, sollte auf dem Deckblatt vermerkt sein, welche Position in welcher Abteilung der Bewerber anstrebt.

In die Tiefe gehen

Auf den folgenden Seiten geht der Bewerber in die Tiefe. Er nennt seine bisherigen beruflichen/schulischen Schwerpunkte und führt direkt darunter die dort erzielten Erfolge auf.

Im nächsten Abschnitt listet er gegebenenfalls außerschulische Weiterbildungsaktivitäten auf, in der darauffolgenden Rubrik seine Praktika und in der nächsten gegebenenfalls vorausgegangene Ausbildungsstationen. Auch hier gilt: Mit der letzten Station anfangen und weiter zurückgehen. Zuletzt zählt der Bewerber seine weiteren Kenntnisse – Sprachen, IT-Fähigkeiten – sowie Hobbys auf.

Beim Schulabschluss genügt der höchste – etwa das Abitur. Generell wird heutzutage nicht mehr die Grundschule im Lebenslauf erwähnt – „die besucht ja jedes Kind“.

Individuell ausrichten

Was Praktika angeht: Je weiter sie zeitlich zurückliegen, desto unerheblicher sind sie für den Lebenslauf. Es sei denn, das Praktikum könnte für die Position, um die man sich gerade bewirbt, von Relevanz sein. Was wichtig ist: „Einmal einen Lebenslauf schreiben und ihn immer wieder verwenden, das geht gar nicht“, betont Boenig. Vielmehr muss der Lebenslauf individuell auf die Stelle ausgerichtet sein, auf die man sich bewirbt.

Bewerber müssen auch nicht zwingend alles auf eine Seite quetschen. Man sollte aber darauf achten, nur Dinge, die für die jeweilige Position relevant sind, prägnant zu schildern.

Vorlagen für Lebensläufe gibt es im Internet ohne Ende – Boenig rät davon ab, sie zu verwenden: „Es macht einen besseren Eindruck, einen Lebenslauf individuell anzulegen.“

Wer dennoch auf Vorlagen aus dem Internet setzt, sollte sie aus Sicht von Sponer-Kessinger zumindest teilweise abändern, um dem Ganzen eine persönliche Note zu geben. Auf Karriere-Plattformen wie Linkedin, Xing und Co. hinterlegte Profile sollten identisch mit dem Lebenslauf sein.

Fehler sind peinlich

Ist eine Stellenanzeige auf Englisch verfasst, müssen Anschreiben und Lebenslauf ebenfalls auf Englisch erfolgen.

„Um auf Nummer sicher zu gehen, dass die englischen Texte perfekt sind, sollten Bewerber einen Muttersprachler oder jemanden von einer Sprachschule alles gegenlesen lassen“, rät Boenig.

Fehler – egal, ob der Lebenslauf auf Deutsch oder Englisch abgefasst ist – sind peinlich. Sie können durchaus ein Ausschlusskriterium für die Bewerbung sein.

Hier geht's zum Interview mit Hilmar Fütterer, Bildungsmanager im Landkreis Tirschenreuth, über die aktuelle Situation auf dem Ausbildungsmarkt:

Tirschenreuth

 

 

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