14.09.2020 - 09:51 Uhr
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Den passenden Weg finden: Volontariat, Trainee oder duale Ausbildung

Wer die Schule oder sein Studium abgeschlossen hat, steht vor einer wegweisenden Entscheidung. Welchen Beruf möchte ich ausüben? Und was muss ich dafür tun? Dabei gilt die alte Weisheit: Viele Wege führen ans Ziel.

Volontariat, Trainee oder duale Ausbildung – Berufserfahrung ist ein wichtiger Baustein für jeden Lebenslauf.
von Wolfgang Fuchs Kontakt Profil

Das Abschlusszeugnis des Masterstudiums liegt auf dem Schreibtisch. Davor sitzt Maria und erinnert sich an die Worte ihres Onkels. Stolz hatte er nach der Zeugnisübergabe zu ihr gesagt: "Du bist jetzt frei. Es liegt an dir, was du arbeiten möchtest." Gedanken hat sie sich schon viele gemacht. Jetzt muss sie sich nur noch entscheiden.

Betriebliche oder duale Ausbildung

Nach den vielen Jahren des Studiums will Maria nun endlich praktische Berufserfahrung sammeln und ihr eigenes Geld verdienen. Die Berufsberaterin der Arbeitsagentur hat ihr verschiedene Wege aufgezeigt – zum Beispiel eine duale Ausbildung. In diesem Fall wechseln praktisches Arbeiten im Ausbildungsbetrieb und theoretischer Unterricht an der Berufsschule ab. Die Vergütung variiert je nach Branche und Ausbildungsjahr.

Eine Ausbildung kann unterschiedlich lange dauern und endet mit einer Abschlussprüfung. Üblich sind zwei bis dreieinhalb Jahre. Unter Umständen ist es möglich, die Dauer zu verkürzen, etwa wenn der Auszubildende besonders gute Leistungen zeigt, die Ausbildung wechselt, Berufserfahrung oder einen höheren Schulabschluss mitbringt.

Unter gewissen Umständen ist es auch möglich, eine Ausbildung in Teilzeit zu machen, etwa wenn der Auszubildende gesundheitlich eingeschränkt ist oder Kinder oder pflegebedürftige Familienmitglieder betreut. Die Dauer der Ausbildung verlängert sich dadurch normalerweise nicht.

Volontariat oder Trainee?

Die Berufsberaterin sagte auch, dass für manche Berufe neben einem Hochschulabschluss ein abgeschlossenes Volontariat oder Trainee vorausgesetzt wird, zum Beispiel in der Medienbranche. Für andere Sparten ist diese Form der Ausbildung zwar nicht unbedingte Voraussetzung, erhöht aber die Chancen auf ein berufliches Weiterkommen. Da Maria bereits ein abgeschlossenes Masterstudium in der Tasche hat, sei das auf jeden Fall eine weitere Option.

Trainees und Volontäre lernen verschiedene Bereiche der jeweiligen Branche und des Unternehmens kennen, besuchen Seminare und Schulungen. "Bei fundierten Angeboten durchlaufen die Teilnehmer verschiedene Stationen. Sie können für sich herausfinden, in welchen Bereichen tatsächlich ihre Interessen und Stärken liegen", sagt Nils Hille, Geschäftsführer der Deutschen Akademie für Public Relations, die eine Zertifizierung für Trainee- und Volontariatsprogramme bei Unternehmen anbietet, gegenüber der dpa.

Dass in manchen Bereichen von einem Traineeprogramm und in anderen von Volontariat gesprochen wird, solle nicht verwundern – das sei abhängig vom Berufszweig. "Das inhaltliche Angebot von Traineeship und Volontariat, der Ablauf und die Anforderungen an die Bewerberinnen und Bewerber ähneln sich aber stark, so dass sich hier keine relevanten Unterschiede feststellen lassen."

Es gibt jedoch keine einheitlichen Regeln, wie ein solchen Programm aufgebaut sein muss. So bietet etwa auch die Arbeitsagentur ein Traineeprogramm an, das Hochschulabsolventen auf Führungspositionen innerhalb der Agentur vorbereiten soll.

Bei der Höhe des Gehalts spielen mehrere Faktoren eine Rolle: Branche, Bundesland, Größe des Unternehmens, Tarifvertrag. Insbesondere bei Studienabsolventen, die sich noch nicht sicher sind, in welchem Beruf sie später einmal arbeiten wollen, kann ein Traineeprogramm oder ein Volontariat ein wichtiger Abschnitt im Arbeitsleben sein, hat die Berufsberaterin zu Maria gesagt und dabei freundlich gelächelt. "Die Auszubildenden sammeln vielfältige Erfahrungen in verschiedenen Bereichen und können herausfinden, worin ihre Stärken liegen."

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