04.05.2020 - 08:27 Uhr
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Schönheit aus der Rührschüssel - Cremes und Co. selbst gemacht

Unreine Haut, Rötungen Falten - Für nahezu jedes Beauty-Problem liefert die Kosmetikbranche das passende Produkt. Welche Wirkstoffe darin enthalten sind, weiß kaum einer. Die Lösung: Selbstgemachte Naturkosmetik.

Selbstgemachte Kosmetik kann genau an die eigenen Bedürfnisse angepasst werden.
von Laura Schertl Kontakt Profil

Jeden Tag sind wir mit Haut und Haar vielen verschiedenen Umweltbelastungen ausgesetzt. Schlechte Luft und Stress im Büro, Hitze oder Kälte strapazieren unser Erscheinungsbild. Trockene Haut, Unreinheiten und struppiges Haar sind die Folgen. Passend zu jedem dieser Probleme liefert die Kosmetikbranche Produkte für ein makelloses Aussehen. Was wirklich in den Tiegeln und Töpfchen verarbeitet ist, wissen die Wenigsten. Selbstgemachte Naturkosmetik ist deshalb so beliebt wie nie.

Die Vorteile dafür liegen klar auf der Hand: Wer seine Kosmetik selber macht, weiß, was in ihr steckt. Inhaltsstoffe können genau auf die Bedürfnisse der eigenen Haut abgestimmt werden. Außerdem kann die Entscheidung für oder gegen bestimmte Rohstoffe ganz bewusst getroffen werden. Teurer ist das Herstellen von eigener Kosmetik auf lange Sicht nicht. Eine gewisse Grundausstattung ist natürlich höherpreisig, rechnet sich aber dafür langfristig. Zu ihr gehören Waage, Messlöffel, feuerfeste Glasgefäße, Glasrührstäbe, Thermometer, elektrische Rührhilfen, Spateln, 70-prozentiger Alkohol, ph-Indikator und Flaschen und Tuben zum Abfüllen. Dazu kommen dann die jeweiligen Rohstoffe für das gewünschte Produkt. Einerseits lassen sich aus dieser Grundausstattung große Mengen herstellen, andererseits sind qualitativ gleichwertige Produkte in der Drogerie entsprechend teuer. Außerdem wird Verpackungsmüll reduziert und auf umweltschädliche Inhaltsstoffe wie Mikroplastik verzichtet.

Die drei wichtigsten Faktoren bei der Herstellung von eigener Naturkosmetik sind: Die richtigen Wirkstoffe für deinen Körper, die zu deiner Haut und dem gewünschten Ergebnis passen. Eine hohe Qualität der Rohmaterialien, um auch wirklich einwandfreie Kosmetik als Endergebnis zu erreichen. Achtsame Verarbeitung, denn nur so entfalten die Rohstoffe ihre volle Wirkung und haben keine negativen Auswirkungen für die Haut. Gerade zu Beginn überfordert die schiere Masse an Ölen, Pflanzen und anderen Zutaten. Mit ein bisschen Übung und Erfahrung wird aber schnell klar, was für den eigenen Körper gut funktioniert. Bevorzugt sollten naturbelassene Rohstoffe in Bio-Qualität verwendet werden.

Zur Herstellung verschiedener Cremes, Salben oder Seifen werden Öle verwendet. Empfehlenswert sind vor allem pflanzliche Öle, die mit Heilkräutern verfeinert werden. Besonders eignen sich Sonnenblumenöl oder Olivenöl. Die sogenannten Ölauszüge finden nicht nur in Salben und Cremes Verwendung, sondern auch als Massageöle oder in Haarkuren. Die Herstellung ist vergleichsweise einfach.

Auch Salben kommen ohne viel Aufwand bei der Produktion aus. Die simpelsten Rezepte beinhalten nur ein Öl und Bienenwachs. Sie schützen die Haut vor dem Austrocknen und tragen zur Wundheilung und Regeneration bei.

Cremes sind etwas komplizierter in der Herstellung. Sie gehören zu den Emulsionen, die immer aus zwei Phasen bestehen, die nicht miteinander mischbar sind, wie Öl und Wasser. Bei Cremes unterscheidet man die Fettphase und die Wasserphase. Letztere ermöglicht die Aufnahme Wasserlöslicher Stoffe. Um beide Phasen miteinander zu verbinden, nutzt mal Emulgatoren. Da die Wasserphase ein guter Nährboden für Bakterien ist, ist hier besondere Hygiene bei der Herstellung nötig.

Selbstgemachte Deos hingegen können mit wenigen Handgriffen und Zutaten die gleiche Wirkung entfalten wie ein herkömmliches Antitranspirant. Schädliche Inhaltsstoffe wie Aluminiumsalze können so ganz leicht vermieden werden.

Ob Shampooseife oder Haarkur – auch Haarpflegeprodukte lassen sich mit unterschiedlich großem Aufwand selbst herstellen. Strapazierte Mähnen werden mit natürlichen Wirkstoffen gepflegt und gestärkt, ganz ohne synthetische Produkte.

Meist findet man das perfekte Rezept für die eigene Haut nur durch Ausprobieren. Der eine oder andere Versuch geht gerade Anfangs daneben. Viele Rezepte sind außerdem relativ kompliziert, es muss penibel auf Temperatur und Konsistenz geachtet werden. Auch sind viele, für Naturkosmetik verwendete Produkte, zwar natürlich, aber nicht hautschonend. Gerade Anfänger sollten sich also genau mit der Wirkung von Rohstoffen befassen. Ein weiterer Nachteil: Selbstgemachte Kosmetik ist wesentlich kürzer haltbar als Kosmetik aus der Drogerie. Zwar kann durch verschiedene Zusätze die Haltbarkeit verlängert werden, trotzdem sollten selbstgemachte Pflegeprodukte immer zügig aufgebraucht werden.

Doch der Aufwand lohnt sich. Ein wenig Ausdauer – und die Ergebnisse können sich schon nach kurzer Zeit sehen lassen.

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