12.06.2021 - 15:03 Uhr
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Sechs verletzte Polizisten in Amberg und Weiden

Widerstand gegen und Angriffe auf Polizisten: Am Freitag und Samstag, 11. und 12. Juni, sind in Amberg und Weiden mehrere Polizeibeamte verletzt worden. Auch in Regensburg kam es zu teils offener Gewalt.

In der Oberpfalz sind insgesamt sechs Polizisten bei Einsätzen verletzt worden.
von Tobias Gräf Kontakt Profil

Am Freitag und Samstag, 11. und 12. Juni, ist es in der Oberpfalz zu einer ungewöhnlichen Häufung von Gewalt gegen Polizisten gekommen. Bei voneinander unabhängigen Einsätzen in Amberg und in Weiden wurden insgesamt sechs Beamte verletzt, gibt das Polizeipräsidium Oberpfalz in einer Pressemitteilung bekannt.

Drei Verletzte in Amberg

In Amberg rückten demnach die Polizisten zum Bahnhof aus, weil ein Zugbegleiter am Freitag gegen 21.50 Uhr um Unterstützung gebeten hatte. Eine 19-Jährige aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach soll ohne Maske und als Schwarzfahrerin in einem Regionalexpress gesessen und zudem andere Fahrgäste angepöbelt haben. "Gegenüber der alarmierten Polizeistreife verweigerte die Frau die Angabe ihrer Personalien, wurde aggressiv und beleidigte die Beamten", schreibt die Polizei. Als die Polizisten die junge Frau zur Wache bringen wollten, soll sie die Beamten bespuckt und mit den Füßen um sich getreten haben. Auf der Dienststelle soll es dann erneut zum Widerstand gekommen sein. Insgesamt habe die 19-Jährige bei diesem Einsatz drei Polizeibeamte leicht verletzt. Alle drei konnten jedoch ihren Dienst fortsetzen. Dem Bericht zufolge befand sich die Frau in einem psychischen Ausnahmezustand, sie wurde deshalb in eine Fachklinik gebracht.

Weiden: Betrunkene greifen Polizei an

In Weiden wiederum ist es laut Bericht des Polizeipräsidiums am Samstag, 12. Juni, in den frühen Morgenstunden zu einem Angriff auf Polizisten am Stadtbad gekommen. Wegen eines renitenten Mannes wurde um 3 Uhr eine Streife dorthin geschickt. Als die Beamten eintrafen, sollen mehrere Personen vor Ort gewesen sein und versucht haben, den 19-jährigen Aggressor zu beruhigen. Als die Polizisten den angetrunkenen jungen Mann in Gewahrsam nehmen wollten, hat er laut Bericht Widerstand geleistet. "Darüber hinaus wurden die Polizisten auch von zwei ebenfalls betrunkenen 21 und 26 Jahre alten Männern aus der anwesenden Personengruppe angegriffen", schreibt die Polizei.

Die Beamten konnten schließlich alle drei Betrunkenen überwältigen und zur Weidener Inspektion bringen. Nach Rücksprache mit dem zuständigen Richter seien sie vorläufig in Gewahrsam genommen und am Sonntag wieder entlassen worden. Wie in Amberg sind auch bei diesem Einsatz drei Polizisten leicht verletzt worden. Einer davon konnte seinen Dienst nicht mehr weiterführen. Gegen die Angreifer laufen Ermittlungen unter anderem wegen Körperverletzung und Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte.

Schlägerei in Regensburg

Auch in Regensburg kam es zu mehreren Polizeieinsätzen. Wie das Polizeipräsidium im Pressebericht schreibt, waren am Freitagabend, 11. Juni, viele Bürger bei schönem Wetter in der Regensburger Altstadt unterwegs. Zu größeren Problemen mit Menschenansammlungen sei es zwar nicht gekommen, jedoch soll ist es der Polizei zufolge in der Nacht auf Samstag zu einzelnen gewaltsamen Auseinandersetzungen gekommen sein.

Regensburg: Suche nach Flaschenwerfer

Kurz nach Mitternacht gerieten demnach in der Gesandtenstraße ein 20- und ein 24-Jähriger aneinander. Der Jüngere soll dabei so stark zugeschlagen haben, dass der 24-Jährige zu Boden fiel – selbst dann ließ der Angreifer nicht von ihm ab und "traktierte ihn weiter", wie die Polizei schreibt. Der Schläger habe unerkannt fliehen können. Als die Polizei bei dem verletzten 24-Jährigen eintraf, soll von einem Unbekannten eine Flasche in Richtung der Polizisten geworfen worden sein. Ein danebenstehender 19-Jähriger wurde dabei am Kopf getroffen und erlitt eine Platzwunde. Der Polizei zufolge soll der Flaschenwerfer circa 20 Jahre alt und 1,70 bis 1,80 Meter groß sein, ein südländisches Erscheinungsbild, kräftige Statur, Vollbart und und schwarzes, lockiges Haar gehabt haben. Die Regensburger Polizei bittet Zeugen um Hinweise unter 0941 5060.

37-Jährigen zu Boden geschlagen

In der selben Nacht ist in Regensburg laut Polizei auch eine 20-Jährige von einem 21-Jährigen belästigt worden. Der Vorfall soll sich gegen 1 Uhr in der Gesandtenstraße abgespielt haben. Als sich eine Gruppe weiterer Personen einmischte, hat dem Bericht zufolge der 21-Jährige einen 37-jährigen Mann aus dieser Gruppe zu Boden geschlagen. Daraufhin hätten weitere Personen eingegriffen. Der am Boden liegende 37-Jährige soll mehrere Tritte abbekommen und mit leichten Verletzungen davongekommen sein. "Der Verursacher konnte im allgemeinen Tumult zunächst flüchten", schreibt die Polizei, Beamte der Bereitschaftspolizei hätten ihn jedoch kurz darauf gestellt. Bei der Festnahme habe sich der 21-Jährige erneut aggressiv gezeigt und Widerstand geleistet. Einsatzkräfte wurden dabei aber nicht verletzt. Der junge Mann sei über Nacht eingesperrt und am Sonntag wieder entlassen worden.

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