25.05.2020 - 10:18 Uhr
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Selbstlos, engagiert, großherzig - Besondere Frauen aus der Region

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Sie helfen Menschen, wenn es ihnen schlecht geht. Sie bringen Ordnung in Wettkämpfe und lassen ihrer Kreativität freien Lauf. Sie halten die Stellung, wenn alle anderen zu Hause bleiben. Ein Kurzporträt von vier wahren Power-Frauen.

Franziska Pfab ist fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivmedizin.
von Julia Hammer Kontakt Profil

Täglich versorgt sie schwerkranke Menschen, begleitet und pflegt sie. Eine harte Arbeit, auf die Franziska Pfab stolz ist und die sie mit viel Glück erfüllt. Die 25-Jährige ist Fachkrankenschwester für Anästhesie und Intensivmedizin. Der Alltag der ausgebildeten Gesundheits- und Krankenpflegerin hat sich durch die Corona-Krise erheblich verändert. „Ich arbeite eigentlich in der Anästhesie. Momentan bin ich auf der Intensivstation eingesetzt.“ Eine schwere Situation, die für die junge Frau nicht neu ist. „Belastungsgrenzen gehören in medizinischen Berufen zum Arbeitsalltag. Doch zu sehen, wie Heilungsprozesse voranschreiten, das ist es wert.“ Wie wertvoll der Pflegeberuf ist, erkenne nun auch ein Großteil der Bevölkerung, erzählt die Ebermannsdorferin. „Ich finde es schade, dass ein so schöner und erfüllender Job, der vorher wenig Stellenwert in der Gesellschaft hatte, nur durch eine Krise eine hohe Beachtung findet.“ Franziska Pfab arbeitet mit vollem Herzen mit und für die Patienten. Ausgleich findet sie im Sport, der Musik und bei ihrer Familie. Einen großen Wunsch hat sie für die Zukunft: „Ich würde mir eine Pflegekammer wünschen, die die Interessen ihrer Mitglieder vertritt und sich für die Bedürfnisse unseres Berufsstandes einsetzt.“

Jennifer Battaglia engagiert sich vielseitig.

Kreative Köpfe braucht es überall. Jennifer Battaglia ist so einer. Sie will das Leben genießen und Erfahrungen sammeln. Ihre Biografie zeigt: Das sind keine leeren Worte. Schon früh zieht es Battaglia in die weite Welt. Nach dem Abitur studiert und arbeitet die gebürtige Ambergerin in München, Venedig, Rom und Berlin. „Meine großen Leidenschaften sind Oper und Theater, Kunst und Kirchen, Fotografieren, Sprachen und Medizin“, zählt sie auf. Eine Erkrankung zwingt sie zurück in die Oberpfalz, nach Hahnbach. „Es ist gut, dass das Leben hier langsam und ruhig verläuft“, sagt die 34-Jährige. Doch Stillstand ist keine Option. Battaglia arbeitet als Deutschlehrerin und engagiert sich in der Schauspielgruppe „Jugendclub+“ im Stadttheater Amberg. Seit kurzem lernt sie Französisch. Man wisse ja nie, was die Zukunft bringt.

Lisa Manner sorgt für ein faires Spiel auf dem Feld.

Lisa Manner gibt den Ton an. Sie ist eine von wenigen Schiedsrichterinnen in der Oberpfalz. Schon immer begeistert sie Fußball erst als Spielerin, jetzt als Spielführerin. Die 28-Jährige kennt hitzige Situationen und weiß, wie wichtig Durchsetzungsvermögen ist. Jedes Wochenende pfeift sie Damen- und Herrenspiele. Bis der „abrupte Corona-Stopp“ kam. Leicht fällt es der Marketingmanagerin nicht, auf ihre Leidenschaft zu verzichten. Doch die Krise beweise das „tolle sportliche Miteinander“. In kurzer Zeit seien digitale Angebote, etwa Schiedsrichterlehrgänge, entstanden. Bis Manner wieder auf den Platz darf, tauscht sie Ball gegen Fahrrad und Pfeife gegen Töpfe.

Heike Zaruba arbeitet als Fleischereifachverkäuferin in einem systemrelevanten Beruf.

Ein nett gemeintes Danke kann so wertvoll sein. Ein kleines Lächeln den Tag verschönern. Das weiß Heike ZaRuba nur zu gut. Sie ist Fleischereifachverkäuferin und stolz auf ihren Beruf. Sie liebt ihre Arbeit, den Umgang mit den Kunden. Auch, wenn das viele nicht verstehen würden, erzählt sie. In der Corona-Krise ist ihre „sonst oft belächelte“ Tätigkeit plötzlich systemrelevant. Und Heike Zaruba nicht selten an ihrer Belastungsgrenze. Die ersten zwei Freitage nach Beginn der Ausgangsbeschränkung seien „schlimmer als das Weihnachtsgeschäft“ gewesen. Regelrechte Familienausflüge habe es zum Einkaufen gegeben. Neben dem Stress ergeben sich daraus auch andere Schwierigkeiten für die Fleischereifachverkäuferin und ihre Kolleginnen. „Viele halten sich nicht an die Absperrungen. Wir müssen sie immer wieder darauf hinweisen, Abstand zu halten.“ Doch ihr Einsatz wird zunehmend gewürdigt. „Jetzt hören wir wenigstens auch mal ein Danke. Die Kunden sagen uns, dass es schön ist, dass wir auch weiterhin für sie da sind.“ Zwar gebe es immer noch etliche Menschen, denen das Umdenken schwer falle und die die tägliche Nahversorgung als selbstverständlich hinnehmen. Doch das ändert nichts an Heike Zarubas Liebe zu ihrem Beruf … den ein kleines Lächeln und ein paar nette Worte um so vieles schöner machen.

Ein echtes Power-Duo: Zwei Oberpfälzer Zwillinge sind Meisterinnen ihres Faches - und doch so unterschiedlich

Amberg
Oberpfälzerinnen und ihre Geschichten:

Power-Frauen aus der Region

Voller Einsatz für ihre Mitmenschen, die Liebe zum Beruf auch in Krisen-Zeiten, Durchsetzungsvermögen: Oberpfälzer Frauen haben es in sich. Aus diesem Grund stehen sie mit ihren besonderen Leistungen und Geschichten auch in der dritten Ausgabe des Magazins #oberpfälzerin im Mittelpunkt. Das komplette Magazin gibt es unter www.onetz.de/magazine.

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