17.12.2018 - 14:32 Uhr
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Sissi, Aschenbrödel und "Stirb langsam"

Fernsehen zu Weihnachten - ist das nicht unromantisch? In vielen Ländern gehört der Griff zur Fernbedienung zum Festtagsritual wie das Auspacken der Geschenke. Und so mancher Film ist längst ein Weihnachtsklassiker. Wer schaut was?

Der Prinz (Pavel Travnicek) passt Aschenbrödel (Libuse Safrankova) im Film "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" den verlorenen Schuh an.
von Alexander Unger Kontakt Profil

Sissi oder John McClane? Kevin oder Aschenbrödel? Wo gehört Micky zum Standardprogramm und vor allem wo "Ist das Leben nicht schön? Eine Übersicht über Weihnachts-TV-Klassiker weltweit.

Bei manchen passionierten Filmfans ist die Vorfreude auf Weihnachten aus ganz banalen Gründen groß, die nichts mit dem Fest zu tun haben. Für sie sind die Feiertage ein guter Anlass, den Fernseher einzuschalten. Die Sissi-Filme mit Romy Schneider und Karlheinz Böhm sind für viele an Weihnachten Pflichtprogramm. Andere können sich den 24. Dezember ohne Bruce Willis im Unterhemd nicht vorstellen. Dann flimmert "Stirb langsam" in den Wohnzimmern. An Heiligabend gehören in einigen Ländern "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel" zur ersten Wahl. Darunter auch Deutschland und Norwegen. Einer der Drehorte dieses Weihnachtsklassiker befindet sich ganz in der Nähe von Pilsen in der Tschechischen Republik.

Drehort von "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel"

Was läuft bei den Menschen in der Region an Heiligabend im Fernsehen?

Das sagen Besucher des Amberger Weihnachtsmarktes:

Weihnachtsklassiker weltweit - eine Übersicht

Großbritannien: Obwohl es in weiten Teilen Großbritanniens selten schneit, handelt einer der populärsten Weihnachtsfilme im Vereinigten Königreich von einem Schneemann. "The Snowman" ist eine Zeichentrickverfilmung des gleichnamigen Buchs von Raymond Briggs aus dem Jahr 1982. Der Zeitschrift "Radio Times" zufolge wurde er seitdem fast jedes Jahr im britischen Fernsehen an Weihnachten gezeigt. In dem Film geht es um einen kleinen Jungen, dessen Schneemann zum Leben erwacht und darüber hinaus auch noch fliegen kann. Gemeinsam begeben sich die beiden auf eine nächtliche Reise durch die Luft über das verschneite England zum Weihnachtsmann.

Norwegen: Auch in Skandinavien laufen zu Weihnachten viele alte Schinken im Fernsehen, während sich alle auf die Bescherung vorbereiten. In Norwegen beginnt der TV-Reigen traditionell mit "Dinner for One" am 23. Dezember. An Heiligabend gehören "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel", "Love actually" und 2Die Reise zum Weihnachtsstern" von 1976 zum Pflichtprogramm.

Schweden: Im Nachbarland Schweden hingegen bevorzugen es viele Zuschauer lustig und sehen sich Donald-Duck-Klassiker an. Seit 1960 laufen die Weihnachtsszenen mit Micky, Minnie, Pluto und der Entenfamilie an Heiligabend und erreichten dabei teilweise Einschaltquoten von bis zu 50 Prozent.

Island: Auf Island kommt tatsächlich der Weihnachtsmann vorbei - auch zu den Fernsehzuschauern. Die Sendung namens "Stundin okkar" (Unser Moment) ist ein echter Weihnachtsklassiker - sie wird seit der Einführung des isländischen Fernsehens 1966 gezeigt.

Spanien: Traditionell ist im spanischen Fernsehen zur Weihnachtszeit die Komödie "La Gran Familia" (Die Großfamilie) aus dem Jahr 1962 im Programm, in der Regisseur Fernando Palacios von den Abenteuern eines Elternpaars mit seinen 15 Kindern samt Opa erzählt. In einer berühmten Szene des mehrfach ausgezeichneten Films geht der kleine Sohn "Chencho" vorübergehend auf dem Weihnachtsmarkt auf der Plaza Mayor in Madrid verloren - vor allem deshalb gehört der Streifen, der bei vielen Menschen von Pamplona bis La Palma nostalgische Gefühle auslöst, zu den spanischen Feiertags-Klassikern. An Heiligabend wird außerdem im ersten Kanal "La 1" traditionell das Revue-Programm "Telepasión" gezeigt. Die Show mit jeder Menge Tanz und Gesang läuft bei vielen spanischen Familien während des Feierns im Hintergrund.

USA: Im Land der unbegrenzten Möglichkeiten erscheint auch das TV-Angebot unbegrenzt. Und weil US-Haushalte im Durchschnitt 190 Fernsehkanäle haben, haben Filme es angesichts der Breite des Programms schwerer als anderswo, zum Weihnachtsklassiker zu werden. An den Feiertagen läuft im TV so ziemlich alles - vom Streaming-Angebot ganz zu schweigen. Als Klassiker gehen vor allem "Ist das Leben nicht schön?" aus dem Nachkriegsjahr 1946 durch, "Fröhliche Weihnachten2 (1983), "Wie der Grinch Weihnachten gestohlen hat" (1966/2000), "Buddy – Der Weihnachtself" (2003) und natürlich die Komödie "Kevin - Allein zu Haus" aus dem Jahr 1990.

Russland: Sowjetische Plattenbauten sind einander zum Verwechseln ähnlich - auf dieser Idee beruht "Ironie des Schicksals", der Neujahrs-Klassiker des russischen Fernsehens von 1975. In der Liebeskomödie von Eldar Rjasanow wird ein sturzbetrunkener Ingenieur von Moskau nach Leningrad geflogen. Aber auch dort gibt es ein Haus mit seiner Adresse; und, o Wunder, sogar der Wohnungsschlüssel passt. Natürlich lebt dort eine hübsche junge Frau. Erst will sie ihn rauswerfen; dann kommt es, wie es kommen muss. Die Russen freuen sich jedes Jahr über die Scherze und die Lieder, die zur Gitarre gesungen werden. Ausländische Zuschauer finden meist, dass von drei Stunden Laufzeit auch die Hälfte bis zum Happy End gereicht hätte.

Australien: Down under kennt keine weiße Weihnachten. Die Wetterlage kann da durchaus Auswirkungen aufs Fernsehverhalten haben. In Australien - wie zum Beispiel auch auf den Philippinen - hat sich in den vergangenen Jahren die romantische Komödie "Tatsächlich Liebe" ("Love Actually") zum TV-Klassiker für die Festtage entwickelt - was passt, weil Weihnachten schließlich das Fest der Liebe ist. Weil die Temperaturen jedoch ganz anders sind als im grauen, kalten Europa, kann der Film aus dem Jahr 2003 aber auch draußen gezeigt werden: In Sydney zum Beispiel läuft er in einem Open-Air-Kino. Und ansonsten gilt auch am anderen Ende der Welt: "Kevin - Allein zu Haus" gehört ebenfalls zum Feiertagsprogramm.

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