02.12.2019 - 08:52 Uhr
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Tabula rasa zum Jahreswechsel - Eine entrümpelte Wohnung ist eine gute Wohnung

Der Jahreswechsel ist nicht nur die perfekte Zeit, um Vorsätze zu fassen, sondern auch, um alte Lasten aus dem Leben zu entfernen. Dazu gehört auch der eine oder andere unnütze Kram. Diese Tipps helfen, die Wohnung ordentlich zu entrümpeln.

Die Wohnung zu entrümpeln, tut der Seele gut. Der Jahreswechsel ist die perfekte Zeit, um alte Lasten - und unnützen Kram - endlich loszuwerden.
von Autor DEYProfil

Bei den Einen fliegt er schon am 28. Dezember raus. Die Anderen warten bis zum Dreikönigstag am 6. Januar. Und wieder Andere orientieren sich streng am Zeitplan, den die Kirche vorsieht und warten bis Mariä Lichtmess am 2. Februar. So oder so, der Weihnachtsbaum muss irgendwann weg. Gleichzeitig wandert auch die Weihnachtsdeko in den Keller oder auf den Dachboden. Tabula rasa mit Klein-Chichi. Befreiend, oder? Aufräumen tut der Seele gut. Gerade zum Jahreswechsel ist daher die perfekte Zeit, nicht nur Vorsätze zu fassen und über den Haufen zu werfen, sondern auch, um die eigenen vier Wände zu entrümpeln. Davon hat man auch länger was als von fadenscheinigen Vorsätzen.

Energiesauger

Die Mehrfachsteckdose mit dem Wackelkontakt, das Bügeleisen, das eigentlich noch okay ist, aber doch nicht so toll wie die neue Dampfbügelstation, die Eismaschine, die seit fünf Jahren einfach nur da steht, weil Francesco vorne an der Ecke das besser kann und nicht einmal schön aussieht. Also, die Maschine. Nicht Francesco. Wir alle haben Dinge, die völlig unnütz sind. Nicht nur das. Sie verlangen etwas von uns. Sie wollen repariert, verkauft oder endlich mal benutzt werden. Damit machen sie uns ein schlechtes Gewissen und saugen uns Energie. Deswegen müssen sie weg. Dringend.

Hürdenlauf

Natürlich wissen wir das bereits. Aber trotzdem haben wir noch nicht angefangen. Besser geht‘s, wenn die Hürde ganz klein ist. So klein wie unser Stifteetui zum Beispiel. Da müssen nämlich keine 20 drin sein. Im Zweifel reicht einer. Also, alle Stifte, die du nicht oder nicht gerne benutzt, kommen in den Müll oder wandern als Geschenk zu Freunden. Hauptsache, weg. Das System funktioniert übrigens auch mit Concealern, Schüsseln, Notizblöcken, DVDs und Bodylotions.

Kistenmethode

Wer sich mit den kleinen Sachen eingegroovt hat (und das passiert schnell, weil Entrümpeln Glücksgefühle freisetzt), kann sich an die größeren Baustellen machen. Keller, Speisekammer, Kleiderschrank. Dabei ist die Drei-Kisten-Methode eine gute Hilfe: In Kiste eins kommt das, was tatsächlich bleiben soll. Die zweite Kiste ist für die Sachen, die du zwar nicht mehr brauchst, aber noch Wert haben, also verschenkt oder verkauft werden können. In Kiste drei landet der Müll.

Bestenfalls landet ein Großteil der Dinge in den Kisten zwei und drei. Falls nicht, kannst du dich selbst überlisten, indem du alle Dinge aus Kiste eins, die du aktuell nicht in Gebrauch hast, auf den Dachboden oder in den Keller schaffst. Nach ein paar Monaten kann das Spiel dann von vorne beginnen. Was du nicht vermisst hast, kommt endgültig weg.

Luxusartikel

Schwierig wird‘s natürlich bei Dingen, die teuer waren. Am besten, du beginnst, alle Sachen, die auf dem Prüfstand stehen, zu benutzen. Die Pumps passen einfach nicht richtig? Die Vase ist viel zu klein, um Blumen darin anständig zu arrangieren? Du kannst einfach nichts damit anfangen? Dann kannst du das Zeug auch ohne schlechtes Gewissen verkaufen oder verschenken. Denn unbenutzt im Schrank bringt das teuere Teil niemandem etwas – am wenigsten dir selbst.

„Endgegner“

Und dann gibt es noch den Endgegner beim Ausmisten: Dinge, an denen dein Herz wirklich hängt. Dinge aus der Kategorie „Omas Kuchenplatte, auf der sie dir an deinem Geburtstag Jahr für Jahr die Schokotorte hingestellt und mit ihrer unvergleichlichen Stimme ein Lied gesungen hat“. Natürlich braucht die keiner mehr. Und trotzdem hat sie einen Sinn. Sie gehört zu deinem Leben. Und darf deswegen bleiben. Falls sich zur Kuchenplatte allerdings noch die Standuhr, der Riesenteddy, das 128-teilige Küchenservice und die Wintermantel-Sammlung gesellen, wird‘s eng. Im wahrsten Sinne des Wortes. Wenn der Platz ausgeht, hilft es, das Erinnerungsstück einer nahestehenden Person zu überlassen. So bleibst du zumindest damit verbunden.

Glücksgefühl

Sollten danach immer noch zu viele Dinge übrig sein, hilft vielleicht Marie Kondo. Die Aufräum-Königin und Minimalismus-Expertin hat eine eigene Netflix-Serie, in der sie Unterricht im Aufräumen gibt. Ihr Auswahlkriterium beim Entrümpeln nennt sie „Sparking Joy“. Teile, die beim Anfassen Glücksgefühle versprühen, dürfen bleiben, Der Rest muss weg. Marie Kondo ist sich sicher, dass so zwei Drittel aller Dinge im Haushalt entsorgt werden können. Übrig bleiben nur Sachen, die dich glücklich machen. Eigentlich eine ganz schöne Vorstellung, oder? Und auch, wenn es vielleicht absurd klingt – einen Versuch ist es allemal wert.

Übrigens: Kaufe lieber hochwertige Produkte, die dir wirklich gefallen und die du wirklich brauchst. Billig-Schnäppchen landen früher oder später ohnehin halb kaputt im Schrank und fristen dort ihr Dasein bis zur nächsten Entrümpelungsaktion. Wer billig kauft, kauft zweimal. Eine hochwertige Küchenmaschine kostet kaum mehr als die drei bis vier schlechten, die man sich im Lauf der Jahre anschafft, um sie dann wieder bei eBay zu verscherbeln.

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