31.01.2020 - 09:25 Uhr
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Weg mit dem Verzicht – her mit der Bucketlist

Na, wie steht es um eure Neujahrsvorsätze? Meine haben sich nach nicht einmal einer Woche wieder erledigt. Überrascht bin ich nicht. Es ist ja nicht so, als wäre es schon mal anders gewesen.

Weg mit den Vorsätzen, her mit der Bucketlist!
von Julia Hammer Kontakt Profil

Jedes Jahr nehme ich mir das Gleiche vor: deutlich weniger Kaffee, deutlich öfter Gewichte im Fitnessstudio drücken, Schluss mit den lästigen Glimmstängeln, regelmäßige Smartphone-Auszeiten, meinen kulturellen Horizont erweitern, öfter lächeln. Ja, der Wille ist da. Nur das mit der Umsetzung ist so eine Sache. Es läuft immer gleich. Tag 1. Die Motivation ist groß. Wäre doch auch gelacht. Tag 2. Der Kaffee-Entzug macht sich bemerkbar – und nicht nur der. Während die Augenringe dem kanadischen Maple Creek langsam aber sicher ernsthafte Konkurrenz machen, sinkt meine Laune. Und sinkt. Und sinkt. Dank meiner Handy-Abstinenz kann ich mich spontan auch nicht von meinen Freunden ablenken lassen. Tag 3. Das Spanischwörterbuch, das ich im Dezember gekauft habe, um endlich eine neue Sprache zu lernen, habe ich nicht einmal aufgeklappt – und werde es erstmal wohl auch nicht. Ich brauche Kaffee. Oder zumindest mein Smartphone, um nach Alternativen zu suchen. Launenstatus? Unzumutbar für die Umwelt. Wie es um den „öfter-lächeln"-Vorsatz“ steht, kann sich wohl jeder denken. Tag 4. Ich verlasse strahlend meine Wohnung – nach einer Kanne heißem, schwarzen Kaffee und 15 Youtube-Videos.

Doch wieder komplett scheitern will ich nicht, während alle anderen verbissen an ihren Zielen festhalten. Deshalb habe ich mir etwas anderes überlegt. Ich lasse das mit dem Verzicht – und konzentriere mich auf die schönen Dinge. Deshalb habe ich mir eine Bucketlist für 2020 geschrieben. Über das Jahr verteilte Lichtblicke, auf die ich mich schon im Januar freuen kann. Altbewährtes und neue Abenteuer. Alles, was glücklich macht. Ich will als großer Film-Fan jeden Monat mindestens ein Mal ins Kino, im Sommer jedes Wochenende mit Freunden an meinem Lieblingssee liegen und das Leben genießen. Jedes Buch von Stephen King, das neu erscheint, sofort lesen. Bei einem Festival die Welt um mich für ein paar Tage vergessen. An einem Lauf teilnehmen. Ein, wenn nicht zwei Kurztrips nach Prag starten und eine Stadt erkunden, in der ich noch nie war. Ich will mehr Zeit mit meinem kleinen Mops Mathilda verbringen, bei gemeinsamen Kochabenden mit Freunden über Gott und die Welt diskutieren. Bewusst in den Sternenhimmel blicken und offene Augen für die kleinen und großen Schönheiten unserer Region haben. Mehr Zeit für meine Familie. Mehr Zeit für mich.

So eine Liste fühlt sich deutlich besser an als selbstauferlegte Verbote und Vorschriften. Und sie hat noch einen Vorteil: Der Vorsatz „öfter lächeln“ klappt jetzt ganz automatisch, ohne, dass ich mich dazu zwingen muss.

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