06.12.2018 - 09:26 Uhr
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Weiterhin lange Umsteigezeit

Neuer Fahrplan der Deutschen Bahn, altes Problem: Wer aus der Oberpfalz über Nürnberg in Richtung Berlin will, braucht länger, als es sein müsste.

Fahrgäste warten in Frankfurt auf einen Zug.
von Elisabeth Saller Kontakt Profil

Fünf Minuten schneller geht es nach dem Fahrplanwechsel der Deutschen Bahn künftig von Regensburg nach München. Wer aber mit dem Zug von der Oberpfalz über Nürnberg nach Berlin reisen will, muss weiterhin in der Frankenmetropole lange warten. An der Umsteigezeit wird sich mit dem neuen Fahrplan, der ab 9. Dezember gilt, nichts ändern. Kürzere Wartezeiten für ICE-Verbindungen würden auf den Regionalstrecken Verschlechterungen bedeuten, erläutert Wolfgang Oeser von der Bayerischen Einsenbahngesellschaft (BEG).

Wer von Weiden über Nürnberg in die Hauptstadt will, muss auch künftig bei den meisten Verbindungen 50 Minuten warten. Das ist auch bei der Rückfahrt so. Die Reise dauert insgesamt 5.20 Stunden. Nur zweimal täglich geht es etwas schneller. Die Fahrt von Amberg nach Berlin dauert 5.08 Stunden, Aufenthalt in Nürnberg: rund 40 Minuten. Immerhin viermal täglich bietet die Deutsche Bahn eine Verbindung an, die zirka 4.30 Stunden für die Strecke benötigt, eine Verbindung dauert nur knapp 4 Stunden. Die Abfahrt in Amberg um 5.59 Uhr ist allerdings nur etwas für Frühaufsteher.

Die Fahrpläne für den Regional-Express (RE) zwischen Weiden und Nürnberg sowie zwischen Schwandorf, Amberg und Nürnberg seien "innerregional optimiert für die Bedürfnisse von Pendlern, Schülern und Einzelreisenden mit vielen Anschlüssen für Reiseketten zum Beispiel von und nach Regensburg und München, in die Landkreise Cham, Neustadt/Waldnaab und Tirschenreuth, die gut nachgefragt sind", erläutert Oeser. Er leitet bei der BEG die Abteilung Qualitätsmanagement, Marketing und Presse.

"Eine Optimierung allein auf die ICE-Anschlüsse Richtung Berlin würde viele Verbindungen in der Region verschlechtern, die nicht ohne weiteres anzupassen sind", sagt er. Denn mit einer Anpassung der Verbindungen Richtung Berlin würden in Nürnberg die Anschlüsse Richtung Hannover, Hamburg und Bremen sowie Richtung Stuttgart und Karlsruhe verloren gehen. "Mit der Beibehaltung des bewährten Angebotskonzepts kommen wir insbesondere Pendlern und Schülern entgegen, die die Hauptkundengruppe im Schienennahverkehr stellen und keinen Nutzen aus einer Optimierung der Reisekette nach Berlin hätten", teilt Oeser mit.

Mit dem Projekt "Deutschland-Takt" will die Deutsche Bahn und das Bundesverkehrsministerium Umsteigezeiten in Deutschland anpassen. Nach dem Vorbild Schweiz sollen in bestimmten Knotenbahnhöfen fast zeitgleich Züge ankommen und abfahren, um die Wartezeit für Reisende zu verkürzen. Auch Nürnberg soll ein Knotenbahnhof werden. Die Bahn will den "Deutschland-Takt" allerdings erst bis 2030 umsetzten.

Oeser dazu: "Mittelfristig zeichnet sich eine Entwicklung zu einem Halbstundentakt beim ICE-Verkehr Nürnberg-Berlin ab, der dann für kurze Übergänge zum Nahverkehr Richtung Oberpfalz sorgen wird." Wegen der guten Nachfrage nach Zugtickets für die Schnellfahrstrecke München-Berlin geht die BEG davon aus, dass aber schon "deutlich vor 2030" das Angebot ausgebaut wird.

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