27.05.2021 - 09:06 Uhr
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Werben mit dem Hausarzt-Modell

Werbung ist wesentlicher Bestandteil nahezu aller Medien. Sie liefert Lesern Informationen zu Unternehmen und Angeboten. Alexander Süß, Leiter Geschäftskunden von Oberpfalz-Medien, spricht über ganzheitliche Ansätze und das Hausarzt-Modell.

Alexander Süß, Leiter Geschäftskunden von Oberpfalz-Medien.
von Alexander Rädle Kontakt Profil

ONETZ: Herr Süß, gleich zu Beginn eine provokante Frage: Ist Zeitungswerbung nicht total out?

Alexander Süß: Die Frage habe ich jetzt schon öfter gehört (lacht). Natürlich nicht. Gerade Corona hat gezeigt, wie wichtig und welch hohe Akzeptanz Zeitungswerbung hat. Unseren Umsatz machen wir zu 95 Prozent mit Bestandskunden. Kunden, die also regelmäßig Inserate schalten, um Infos an ihre Kunden zu tragen. Das beweist ganz deutlich, dass Response auf jede Anzeige vorhanden ist.

ONETZ: Die Corona-Krise hat also gezeigt, dass die Zeitung deutlich mehr Aufmerksamkeit genießt als viele meinen?

Alexander Süß: So ist es. Während der Corona-Krise nutzen viele Leser die Zeitung, aber auch unsere Online-Portale, um sich verlässlich zu informieren. Artikel, die gelesen werden, erzeugen auch Aufmerksamkeit für Anzeigen, die auf der gleichen Seite stehen. Das gilt natürlich in gleicher Weise auch für unsere anderen Medien, wie die "Oberpfälzer Wochenzeitung" mit ihrer beachtlichen Auflage oder unsere sublokalen Magazine, Gemeindeanzeiger oder Lifestyle-Magazine.

ONETZ: Leser sind heute aktive Nutzer, die sich auf vielen Kanälen tummeln. Was bedeutet das für die Anzeigenabteilung von Oberpfalz-Medien?

Alexander Süß: Die klassische Anzeigenabteilung gibt es ja schon lange nicht mehr. Wir haben schon vor vielen Jahren eine Transformation eingeleitet und bieten als Geschäftskundenbereich mit unseren Media- und Kundenberatern ein breites Portfolio im B2B-Spektrum. Wir denken nicht in kommunikativen Silos, sondern beraten ganzheitlich – immer mit dem Kunden im Mittelpunkt – für die vielfältigen Produkte unseres Hauses und selbstverständlich darüber hinaus. Das geht von adressierten Print-Mailings über Druckerzeugnisse, haushaltsgenaue Prospektaussteuerung, Social-Media, SEO, SEM bis hin zur Erstellung von Webseiten und virtuellen Messen. Nur ein Beispiel: Siemens hat uns mit seiner deutschlandweiten Social-Media-Kampagne für die Anwerbung neuer Azubis beauftragt. Auch im Print managen wir für unsere Kunden regelmäßig langfristige Anzeigen-Kampagnen bundesweit, vom Allgäu bis zur Nordsee.

ONETZ: Internet und Soziale Netzwerke gewinnen deutlich an Aufmerksamkeit. Wie schaffen es Unternehmen, zu ihrer Zielgruppe durchzudringen?

Alexander Süß: Digitale Werbemittel ermöglichen eine ganz klare Zielgruppendefinition. Die Angebote können über alle Kanäle hinweg ausgesteuert werden. Auch wir nutzen Soziale Medien, um OM und Onetz.de sichtbar zu machen. Die Sozialen Medien sorgen für Aufmerksamkeit, sie triggern an. Zugeschnitten auf die Anforderungen und speziellen Eigenschaften der einzelnen Kanäle, stricken wir Kampagnen für unsere Kunden. Die Unterschiede sind deutlich zwischen Print- und Social-Media-Werbung. Schon die Ansprache ist anders: Während im Print der Kunde eher gesiezt wird, gehört zum Beispiel auf Instagram das Du zum guten Ton.

ONETZ: Früher sah Werbung so aus: “Morgen, 12 Uhr, Schlachtschüssel - es empfiehlt sich Familie Meier”. Was soll Werbung heute vermitteln?

Alexander Süß: Auch das hat sich geändert. Durch die Vielzahl der Medien und damit der Anzeigen haben sich auch die Intentionen geändert. Es gibt verschiedene Strategien. Die klassische Produktwerbung, zum Beispiel des Busunternehmens, das für eine Tagesfahrt wirbt, spielt weiter eine große Rolle – oder hoffentlich bald wieder (grinst). Auch die reine Abverkaufswerbung, etwa über Prospekte, läuft super. Wenn die Beilage verteilt wurde, verzeichnen viele Geschäfte eine deutlich höhere Kundenfrequenz. Ein weiterer Beleg für den Erfolg dieser Werbung ist die hohe Wiederbucher-Quote von 90 Prozent.

ONETZ: Im Internet schätzen viele Werbetreibende die Statistik-Möglichkeiten. Geht das auch in Print?

Alexander Süß: Das geht auch in der gedruckten Werbung, aber naturgemäß anders. Gutscheine oder Memo-Sticks bieten zum Beispiel Trackingmöglichkeiten. Wichtig ist aber auch, dass die Werbebotschaft greift. Viele Großunternehmen starten solche Aktionen regelmäßig. Überhaupt behalten viele Großkunden ihre Strategie bei und setzen weiterhin auf Print-Werbung. Kleineren Unternehmen kann diese Erfolgsstrategie durchaus als Orientierung dienen.

ONETZ: Produkte zu verkaufen ist ein Werbeziel. Wichtig ist für Firmen aber auch, in der Öffentlichkeit präsent zu sein.

Alexander Süß: Dafür ist Imagewerbung optimal geeignet. Auf dem Arbeitsmarkt ist es beispielsweise immer wichtiger, die Firma als Arbeitgebermarke in den Vordergrund zu stellen, ein gutes Image übers Jahr hinweg zu pflegen und sichtbar zu sein. Diese Sichtbarkeit führt dazu, in der Wahrnehmung der Menschen präsenter zu sein, egal ob man nun eine 10-, 100- oder 1000-Mann-Firma ist. Unternehmen, die präsenter sind, finden schneller und leichter das für sie richtige Personal.

ONETZ: Wie reagiert Oberpfalz-Medien auf die veränderten Anforderungen der Märkte?

Alexander Süß: Indem wir mit unseren Kunden wachsen – sie kennen uns und wir kennen sie. Indem wir unsere Mitarbeiter permanent fortbilden – im Suchmaschinen-Marketing etwa – und Stellen schaffen, die es vor einigen Jahren noch nicht gegeben hat. Der Online-Marketing-Manager ist da ein gutes Beispiel. Und, was am wichtigsten ist: Wir betreuen unsere Kunden viel spezialisierter. Ich spreche da immer gerne vom "Hausarzt-Modell". Der Mediaberater ist quasi der "Hausarzt", der erste Ansprechpartner für unsere Kunden, der Generalist, der den Überblick hat und in allen wesentlichen Bereichen ein umfangreiches Grundwissen besitzt. Wir haben intern aber auch viele "Fachärzte". Das sind die Spezialisten, an die der "Hausarzt" überweist, wenn es um besondere Anforderungen geht. Unsere medialen Fachärzte, das sind Social-Media- und SEO-Profis genauso wie Marketing-Spezialisten, Programmierer, Grafiker, Werbetexter und PR-Redakteure.

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