08.12.2019 - 15:05 Uhr
OberpfalzOberpfalz

Am Wochenende: 19 Einbrüche in der Oberpfalz

Von Freitag bis Sonntag ist es in der Oberpfalz zu 19 Wohnungseinbrüchen entlang der A3 gekommen. Die Polizei glaubt an eine Profi-Tätergruppe, hat die Streifenpräsenz erhöht und gibt Tipps, wie man sich vor Einbrüchen schützen kann.

In der Oberpfalz wurde am Wochenende in 19 Wohnungen eingebrochen.
von Julian Trager Kontakt Profil

Einbruchsserie in der Oberpfalz: Zwischen Freitag und Samstag ist in 19 Wohnungen entlang der A3 eingebrochen worden. Wie die Polizei am Sonntagnachmittag berichtet, liegt der Schwerpunkt im Landkreis Neumarkt, aber auch andere Orte entlang der Autobahn sind betroffen. Etwa Neutraubling, Wiesent oder Regensburg. Die Polizei ermittelt und erhöhte die Streifenpräsenz deutlich, wie es in der Mitteilung heißt.

Die 19 Einbrüche in drei Tagen stehen stehen laut Polizei im krassen Gegensatz zu den 251 Einbrüchen im kompletten vergangenen Jahr. "Grundsätzlich ist die Wahrscheinlichkeit, Opfer eines Einbruchs zu werden in der Oberpfalz also sehr gering", schreibt die Polizei. In letzter Zeit kam es aber zu einer außergewöhnlichen Häufung: Seit Freitag, 29. November, zählt das Polizeipräsidium Oberpfalz 36 Wohnungseinbrüche. Die Polizei vermutet, dass Profis am Werk sind: "Die Vorgehensweise spricht für das Agieren einer organisierten bzw. professionellen und möglicherweise reisenden Tätergruppierung", heißt es in der langen Polizeimeldung. Die Bevölkerung sei aufgerufen, die Augen offen zu halten.

Was ist geschehen?

Am Wochenende verzeichnete die Polizei Oberpfalz 19 Wohnungseinbrüche. Schwerpunkt war der Landkreis Neumarkt, aber auch andere Orte entlang der A3 wie Neutraubling, Regensburg und Wiesent waren beteiligt. In den meisten Fällen gelangten die Täter über Terrassentüren oder Fenster im Erdgeschoss in die Wohnräume. Diese wurden zumeist mit einem Werkzeug aufgehebelt. Meistens nutzten die Täter den Schutz der Dunkelheit, die Anwesen - vor allem Einfamilien-, Doppel- und Reihenhäuser - waren meist verlassen. Nach derzeitigem Stand handelten die Räuber blitzschnell, schreibt die Polizei. Sie nahmen nur leicht transportierbare Gegenstände wie Bargeld oder Schmuck mit. Der Diebstahlschaden liegt bei allen Einbrüchen seit 29. November bei mehr als 40.000 Euro, der Sachschaden bei mehr als 15.000 Euro. In 8 der insgesamt 36 Fällen scheiterten die Täter.

Was macht die Polizei?

Besonders in der dunklen Jahreszeit ist die Oberpfälzer Polizei zur Einbruchsprävention verstärkt uniformiert, aber auch nicht wahrnehmbar in zivil in Wohngebieten präsent. Diese Maßnahmen wurden mit dem Bekanntwerden der ersten Einbrüche intensiviert. Am Freitag kamen ein Polizeihubschrauber und Polizeihunde zum Einsatz. Am Samstag und Sonntag haben die Polizeiinspektionen ihre Fahndungstätigkeit stark ausgeweitet. Dazu erhalten sie Unterstützung durch geschlossene Einheiten der Bayerischen Bereitschaftspolizei.

Wie gehen die Täter vor?

Wohnungseinbrecher nutzen erfahrungsgemäß günstig, weil dunkel oder abgewandt, gelegene Fenster oder Türen, um diese aufzubrechen. Dazu nähern sie sich über rückwärtige Bereiche wie dem Garten oder die Terrasse an und nutzen in der Regel die Abwesenheit der Bewohner. Potenzielle Tatobjekte werden vorher ausspioniert, durch Auskundschaften der Umgebung, Kontrollanrufe oder Sturmklingeln kurz vor dem Einbruch, um herauszufinden, ob sich jemand in der Wohnung befindet. Vereinzelt kommt es auch zu einer persönlichen Kontaktaufnahme mit den späteren Opfern. So wird unter einem Vorwand an der Tür geklingelt, um zu sehen, ob ein ungestörter Einbruch möglich ist.

Was rät die Polizei?

  • Sorgen Sie für Helligkeit im Umfeld ihres Hauses bzw. ihrer Wohnung z.B. durch Installieren eines Bewegungsmelders
  • Fenster, Balkon- und Terrassentüren auch bei kurzer Abwesenheit immer verschließen. Vorsicht: „Gekippte Fenster sind offene Fenster“
  • Rollläden nur zur Nachtzeit geschlossen halten, um nicht tagsüber Abwesenheit zu signalisieren. Dies kann durch den Einsatz von Zeitschaltuhren oder durch Nachbarn/Angehörige erreicht werden
  • Bei längerer Abwesenheit Hinweise auf Leerstand vermeiden z.B. überquellender Briefkasten, entsprechende Mitteilung auf dem Anrufbeantworter, zugezogene Gardinen etc.
  • Bewusst auf verdächtige Personen und Fahrzeuge im Umfeld und der Nachbarschaft achten; evtl. auch Kfz-Kennzeichen, Marke und Fahrzeugtyp sowie Beschreibungen zu Personen notieren
  • Sollten Sie Zeuge eines Einbruches werden, verständigen Sie sofort über die polizeiliche Notrufnummer 110 die Polizei
  • Generell gilt: Lieber einmal zu viel, als einmal zu wenig die 110 anrufen

Kriminalpolizeiliche Beratungsstellen

Darüber hinaus verfügen die Kriminalpolizeiinspektionen Regensburg, Amberg und Weiden über speziell ausgebildete Fachberater, bei denen man sich zum Thema Einbruchschutz beraten lassen kann. Die Beamten kommen auf Wunsch auch vor Ort und geben kostenlos Tipps, wie man die Sicherheit in seinem Haus oder seiner Wohnung verbessern kann. Ihre Erreichbarkeit erhält man über die örtlich zuständige Polizeiinspektion.

Polizei-Beratung

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

Videos aus der Region

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.