Zeitarbeit: Chance für Arbeitgeber und Arbeitnehmer

Oberpfalz
13.12.2021 - 09:31 Uhr
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Für Unternehmen ist sie häufig die Retterin bei Auftragsspitzen, für Arbeitnehmer kann sie den Einstieg in einen festen Job ermöglichen: die Zeitarbeit. Doch was genau bedeutet sie und welche Rechte gelten? LEO hat Antworten.

Zeitarbeit bietet viele Chancen - sowohl für Arbeitgeber als auch Arbeitnehmer.

Wenn Unternehmen über einige Wochen oder Monate mehr Aufträge als üblich haben, können sie sich Support für ihr bestehendes Team holen: mit Zeitarbeitern. Firmen haben durch die Zeitarbeit die Möglichkeit, auf schnellem Weg geeignete Mitarbeiter zu finden. Auch sie können profitieren, denn während des Arbeitseinsatzes können sie Berufserfahrung sammeln, neue Qualifikationen erwerben oder Kontakte knüpfen. Es besteht sogar die Chance auf eine Festanstellung. Wer an Zeitarbeit interessiert ist, bewirbt sich bei einem Zeitarbeitsunternehmen in der Regel mit einer vollständigen Bewerbungsmappe. Das Vorstellungsgespräch läuft ebenfalls über die Zeitarbeitsfirma. Die Arbeitnehmer stehen bei ihr unter Vertrag und werden für gewisse Aufgaben und einen bestimmten Zeitraum an die Kundenunternehmen vermittelt.

Auch, wenn der Arbeitsplatz in einem anderen Betrieb ist, ist die Zeitarbeitsfirma der offizielle Arbeitgeber und somit für viele Aufgaben zuständig: Sie vergütet die Tätigkeit, nimmt Urlaubsanträge an, kümmert sich um Feedbackgespräche und das Arbeitszeugnis. Die Zeitarbeitskräfte haben in der Regel die gleichen Rechte wie andere Beschäftigte: Es gibt einen Anspruch auf Urlaubstage, der Arbeitgeber führt Sozialversicherungsbeiträge und Lohnsteuer ab, zahlt im Krankheitsfall den Lohn fort und es gilt der gesetzliche Kündigungsschutz. überstunden werden normalerweise keine bezahlt. Es kann jedoch sein, dass das Kundenunternehmen für geleistete Mehrstunden zusätzliche freie Tage anbietet.

Flexibilität und Festanstellung

Hat das Kundenunternehmen keinen Bedarf mehr an der Zeitarbeitskraft, muss die Zeitarbeitsfirma eine neue Stelle für sie suchen. Falls eine Beschäftigung nicht nahtlos anschließt, hat die Arbeitskraft Anspruch auf die Weiterzahlung der Vergütung. Es ist keine Pflicht, alle Vermittlungsvorschläge anzunehmen. In der Regel gilt, dass die Zeitarbeitskräfte nur Stellen annehmen müssen, die ihrer Qualifikation entsprechen. Im Arbeitsvertrag wird die Beschäftigungsart fixiert.

Die jeweilige Stelle behalten Zeitarbeitskräfte für maximal 18 Monate – Abweichungen sind möglich und können im Tarifvertrag oder in der Betriebsvereinbarung festgelegt sein. Oft fällt auch die Bezahlung für die Zeitarbeitskräfte geringer aus als für die Stammbelegschaft. Doch die Zeitarbeit hat auch Vorteile: Besonders für Berufseinsteiger, arbeitslose oder gering qualifizierte Menschen kann sie eine Perspektive sein. Überzeugen Zeitarbeitskräfte mit ihren Leistungen im Betrieb, stehen die Chancen auf eine Festanstellung gut.

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Oberpfalz11.08.2021
Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) :

Zeitarbeit: Rechtlich geregelt

Das Arbeitnehmerüberlassungsgesetz (AÜG) regelt die Zeitarbeit, zudem gilt auch für sie das deutsche Arbeitsrecht. So ist im AÜG unter anderem festgelegt, dass Zeitarbeitskräfte nach 9 Monaten durchgängiger Tätigkeit im Kundenunternehmen gleichwertig entlohnt werden müssen wie die Stammbelegschaft – es sei denn, es gilt ein Tarifvertrag. Seriöse Zeitarbeitsfirmen sind daran zu erkennen, dass sie eine Lizenz der Agentur für Arbeit besitzen – diese bescheinigt, dass die Firma Arbeitnehmerinnen- und -nehmer vermitteln darf. Bei einer 6-Tage-Woche können Zeitarbeitnehmerinnen und Zeitarbeitnehmer pro Jahr an 24 Werktagen Urlaub nehmen, bei einer 5-Tage-Woche an 20 Werktagen. Nur, wer bereits mindestens 6 Monate in einem Betrieb tätig war, hat vollen Anspruch auf die Urlaubstage. Sie erhöhen sich jährlich, wenn man ununterbrochen einem Betrieb angehört.

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