22.08.2018 - 13:51 Uhr
OberviechtachOberpfalz

Fledermäuse auf Quartiersuche

LBV-Experte Markus Schmidberger ortet im Stadtgebiet Oberviechtach etliche Flugkünstler.

Markus Schmidberger versuchte, mit dem Echolot Fledermäuse zu orten.

(bgl) Im museumspädagogischen Begleitprogramm begrüßte Jeanette Ring den Fledermausexperten Markus Schmidberger vom LBV Nöswarting. Dieser führte zahlreiche Interessierte entlang der Marktweiher-Anlage und berichtete fast unglaublich erscheinende Details von den Lebensgewohnheiten dieser bedrohten Tierart.

"Fledermäuse sind spannende Tiere mit nahezu unglaublichen Fähigkeiten", begann Markus Schmidberger seinen Vortrag im Mühlweg und weiter durch die Klostergasse. Als einzige Säuger fliegen sie mit den Händen und sehen mit den Ohren, nämlich mit einem ausgeklügelten Ultraschall-Echolotsystem. Im Schlaf hängen sie kopfüber und zum Energiesparen können sie ihre Körpertemperatur regulieren. Alle Arten bei uns fressen ausschließlich Insekten. Beim Eingang zu den ehemaligen Bierkellern zeigte sich der Exkursionsleiter begeistert: "Hier könnte ein ideales Schlafzimmer für Fledermäuse entstehen." Eingebogen auf den Marktweiher versuchte der Experte mit seinem Echolot-Gerät mit den in der Abenddämmerung auf der Jagd befindlichen Tieren einen Kontakt herzustellen, was ihm auch immer wieder hörbar gelang. "Fledermäuse sind völlig harmlos", erklärte er. Seit Jahrhunderten faszinieren sie den Menschen. Als Vampire, Batman und anderem wird ihnen viel Sagenhaftes angedichtet. Zu Beginn der Neuzeit glaubte man, dass Fledermausblut im Schießpulver die Treffsicherheit von Pistolenkugeln erhöht.

Sie fressen ausschließlich Insekten und sind damit sogar ausgesprochen nützliche Tiere. Sie beißen keine Menschen und übertragen auch keine Parasiten. Dennoch sollten sie wie alle wildlebenden Tiere nicht angefasst werden. In Deutschland stehen alle Arten unter Schutz, erklärte Schmidberger. Auf der roten Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere stehen mittlerweile von 25 bayerischen Arten bereits 18. Je nach Art suchen sie Unterschlupf in Dachstühlen, Kirchtürmen, hinter Fensterläden und Gebäuderitzen oder auch in Baumhöhlen oder Vogelnistkästen. Artgerechte Wohnräume erhöhen die Überlebenschance.

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