11.05.2018 - 18:26 Uhr
OberviechtachOberpfalz

EU-Projekttag mit Marianne Schieder: Plädoyer für ein buntes Europa

Die jugendlichen Fragesteller bestimmen die Themen des EU-Projekttags am Ortenburg-Gymnasium. Dabei muss MdB Marianne Schieder bei einem breiten politischen Spektrum Rede und Antwort stehen.

MdB Marianne Schieder stellte sich beim EU-Projekttag am Ortenburg-Gymnasium den Fragen der Jugendlichen aus der 9. Jahrgangsstufe. Bild: lg
von Georg LangProfil

"Die EU hat ganz wesentlich zur Verbesserung unserer Lebensqualität, unseres Wohlstands und der Sicherheit Europas beigetragen!" Bundestagsabgeordnete Marianne Schieder kam zum EU-Projekttag an das Ortenburg-Gymnasium und besuchte auch weitere Schulen im Landkreis. "Die EU ist eine Erfolgsgeschichte und ein Jahrhundertprojekt des Friedens", lautete ihr Statement vor den Schülern der 9. Jahrgangsstufe, nachdem Studiendirektor Ulrich Wohlgemuth bei der Begrüßung einige Themenschwerpunkte angerissen hatte.

Nach einem Rückblick auf die europäische Integrationsbewegung bedauerte Schieder, dass heute in vielen Ländern wieder der Nationalismus Platz greife. Sie befürwortete die "nationale Identität in einem bunten Europa", betonte aber andererseits die Notwendigkeit des europäischen Zusammenhalts innerhalb der globalen Entwicklungen. Im folgenden Ablauf bestimmten die Schüler mit ihren Fragestellungen die Themenschwerpunkte des Projekttags.

"Der Brexit wird die Briten teuer zu stehen kommen", erklärte die Abgeordnete, als sie die Folgen des britischen EU-Austritts beleuchtete: Ausscheiden aus dem Binnenmarkt, schottische und nordirische Problemfelder und Bankenabwanderung. Beim Themenkomplex Flüchtlinge verurteilte sie die "Hetzkampagnen der AfD", die im Bundestag bei jeder Rede die Flüchtlinge ins Spiel brächten. Als Lösungsansatz plädierte sie für ein Einwanderungsgesetz mit kontrollierter Zuwanderung und für ein noch größeres Engagement Deutschlands und Europas im entwicklungspolitischen Bereich.

Angesichts der diktatorischen Strukturen sei ein EU-Beitritt der Türkei völlig unmöglich. Sie plädierte aber für die Aufrechterhaltung des "Gesprächsfadens" aus vielerlei Gründen. Im Übrigen müsse man aufpassen, dass die EU nicht unregierbar werde. Die Person und Politik von US-Präsident Trump beleuchtete sie bei den Themen Ausstieg aus dem Klimaabkommen, Mauer zu Mexiko und Sicherheitspolitik.

Am Schluss stellten die Schüler noch Fragen zum persönlichen Arbeitsfeld der Abgeordneten. Bundestag, Wahlkreis und Partei prägten die Aufgabenbereiche. "Wer ein ruhiges Leben führen will, darf nicht in die Politik gehen!", lautete das Resümee von Marianne Schieder.

 

 

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