08.05.2018 - 22:22 Uhr
PfreimdOberpfalz

Sportvorstand von Schalke 04 in der Oberpfalz: Christian Heidel erklärt in Pfreimd den Mythos dieses Vereins

Und das nur ein paar Kilometer entfernt vom weltweit größten Bayern-Fanclub in Nabburg. Die Münchener waren aber kein großes Thema beim Besuch von Christian Heidel in Pfreimd. Der Schalker Sportvorstand erklärt seine neue Liebe.

Christian Heidel vor der blau-weißen Anhängerschar. In Pfreimd gab es Informationen aus prominenter Hand. Bild: Eger
von Josef Maier Kontakt Profil

Das Bild passte perfekt: Christian Heidel kam als Beifahrer im Riesentruck daher, 500 PS stark: Auch der FC Schalke 04 hatte in den letzten Monaten in der Bundesliga jede Menge PS gezeigt und richtig Gas gegeben. Am Samstag feierten die "Knappen" in Augsburg mit dem 2:1 vorzeitig die deutsche Vizemeisterschaft. Die Folgen waren am Sonntag noch in der Oberpfalz zu spüren: "Es ging gestern etwas länger", entschuldigte Heidel, der Sportvorstand des Champions-League-Teilnehmers, seine tiefe Stimme. "Ich habe nur eine Stunde das Bett gesehen." Ausgeschlafen war der Schalker Macher und Malocher trotzdem. Die Abteilung Attacke der Königsblauen war schnell in Hochform.

Schalke-Fans aus ganz Bayern waren am Sonntag nach Pfreimd gekommen. Stefan Milewski, Schalker durch und durch und Chef der "Naabtal-Knappen" aus Pfreimd, hatte den prominenten Gast ins Bürgerhaus chauffiert. Bis aus Sonthofen kamen Fans zu diesem Treffen. Die Isar-Schalker aus München sind auch immer dabei, die von "Bavarian Forest" aus Waldkirchen sowieso. Dazu kamen viele Anhänger aus Cham, Kirchenthumbach oder auch aus der Nähe von Nürnberg.

Kommt Höwedes zurück?

Stichwort Nürnberg: "Von denen holen wir keinen", gab Heidel gleich mal einen kleinen Einblick in die Personalpolitik: "Von denen haben wir schon drei." Schöpf, Burgstaller, Teuchert. Eduard Löwen, wie manchmal gemunkelt wird, dürfte nicht auf Schalke landen. Heidel verriet aber, dass Johannes Geis nach seiner Ausleihe nach Sevilla zurückkommen werde. Der an Juventus Turin verliehen Benedikt Höwedes müsse selbst entscheiden, ob er zurückwolle.

Sorgen bereitete den Schalker Fans in Pfreimd, dass der Traditionsclub zunehmend junge, sehr talentierte Spieler verliere: Leon Goretzka zu den Bayern. Max Meyer zu ... Ja, Max Meyer: Das Thema samt Mobbingvorwürfen zog sich zuletzt tagelang durch die Republik. Er sei Max nicht böse, sagte Heidel in der Oberpfalz. Den Abgang von Meyer mit einem möglichen Wechsel des U21-Nationalspielers Thilo Kehrer, der mit Roger Wittmann denselben Berater wie Meyer hat, zu verbinden, sei abwegig. "Thilo hat Vertrag bis 2019." man wolle verlängern. Mit Salif Sané und Mark Uth kämen Spieler die schon älter seien, als die abwandernden, meinten einige Fans. "Keine Angst", beschwichtigte Heidel augenzwinkernd, "Schalke wird nicht vergreisen." Man habe auch eine gesunde Struktur, was die Vertragsdauer anderer Spieler betreffe.

Der 54-jährige Sportvorstand weiß auch, was demnächst auf ihn und das Schalker Umfeld zukommt: "Die Erwartungshaltung wird nach Platz zwei natürlich enorm steigen." Das ist klar bei den Blau-Weißen, bei denen es ohnehin nur schwarz oder weiß und nichts dazwischen gibt. Heidel gibt auch zu, dass es ein absolutes Wagnis gewesen sei, Domenico Tedesco zu verpflichten. "Einen Trainer von Erzgebirge Aue." Es war ein Glücksgriff. Vorher war aber auch ein bitterer Schnitt nötig: "Das mit Markus Weinzierl hat einfach nicht gepasst." Der Straubinger werde sicherlich, wie vorher bei seinen Klubs Jahn Regensburg und Augsburg, auch bei einem anderen Engagement wieder Erfolg haben: "Hier hat es einfach nicht gepasst." Von Tedesco war Heidel schnell überzeugt, "nachdem wir mal lange bei mir auf der Terrasse gesessen sind". Heidels Anforderungen an den jungen Coach sind aber deswegen nicht minder hoch: "Man kann kaum erfolgreicher Fußball spielen, wenn man hinter den Bayern ankommt, aber wir können sicher noch besser Fußball spielen."

Töchterlein im Trikot

Vor zwei Jahren kam Heidel vom FSV Mainz, den er zusammen mit Leuten wie Jürgen Klopp und Thomas Tuchel in der ersten Liga etabliert hatte, in den Ruhrpott: "Wenn mir einer vor drei Jahren gesagt hätte, ich lande auf Schalke, den hätte ich für bekloppt erklärt." Jetzt ist er da. Natürlich habe er sich gefragt, ob er nach den vielen Jahren (1992 bis 2016) beim FSV Mainz eine emotionale Bindung zu einem anderen Verein herstellen könne. Konnte er. Seine ganze Familie ist vom Schalke-Virus befallen. "Meine vierjährige Tochter singt den ganzen Tag das Schalke-Lied und läuft im Trikot rum."

Der Papa schafft den ganzen Tag für Schalke. Und das bringt ihn auch zu den Fans in die Oberpfalz. In Pfreimd gab es natürlich auch noch Autogramme von und jede Menge Erinnerungsbilder mit dem Gast aus dem Pott. Das beliebteste Motiv: Heidel und Fans mit dem blau-weißen Truck. Jede Menge PS und der FC Schalke 04 - das passt derzeit.

Keine Angst. Schalke wird nicht vergreisen.Sportvorstand Christian Heidel

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