05.05.2020 - 13:51 Uhr
PlößbergOberpfalz

Corona bringt Weltrekordversuch zum wackeln

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Ob durch die Coronakrise die 11. große Krippenschau mit der größten Krippe der Welt, wie geplant, vom 28. November 2020 bis zum 10. Januar 2021 stattfinden kann, steht in den Sternen. Die Entscheidung fällt spätestens Mitte Juli.

Schnitzen in Gemeinschaft ist im Moment nicht drin. Die Plößberger Krippenschnitzer arbeiten zu Hause alleine. Falls es dieses Jahr eine große Krippenschau im Kultursaal gibt, sind sie bestens gerüstet.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

Auch wenn im Moment alle Vorbereitungen für die große Krippenschau auf Eis gelegt sind, ist sich der Sprecher der Krippenfreunde im Oberpfälzer Waldverein, Hubert Haubner, sicher: "Die Krippenschau wird es auf jeden Fall geben, es steht bloß noch nicht fest wann." Geplant ist sie vom 28. November 2020 bis zum 10. Januar 2021. Falls wirklich sämtliche Kontaktbeschränkungen bis etwa Mitte Juli aufgehoben werden, reiche die Zeit noch aus, um das Großereignis heuer noch auf die Beine zu stellen. Ansonsten müsse man es um ein Jahr verschieben. Dann werde es die größte Krippenschau der Welt mit handgeschnitzten Figuren erst 2021 Wirklichkeit.

Seit Ende Februar sind die gemeinsamen Schnitzabende passé. Alle 22 Schnitzer werkeln zu Hause im "Home-Office" und fast alle sind in einer Whatsapp-Gruppe vernetzt. Dort gibt ihnen ihr "Meister", Siegfried Sollfrank, immer wieder Tipps zur Schnitzerei und hilft auch bei Problemen weiter. "Keiner lässt sich bis dato entmutigen. Wir gehen alle noch immer davon aus, dass wieder Normalität einkehrt, und arbeiten weiter daran", gibt sich Haubner optimistisch.

Große Schafherde

Die Schnitzer arbeiten derzeit vornehmlich an einer "Corona-Schafherde" der Krippengröße 10 Zentimeter, die bei der Ausstellung in der großen Krippe zu sehen sein wird. Einer habe bereits ein Schaf mit einer Krone geschnitzt, weil das Wort Corona auf italienisch auch Krone bedeute. "Da entstehen unglaubliche Dinge", sagt Haubner, der seine Schnitzerkollegen vor einigen Wochen zu dieser Aktion aufgerufen hat.

Herde wird versteigert

Die Idee dazu sei ihm gekommen, als er erfahren habe, dass die Mongolei China bei Ausbruch der Seuche 30 000 Schafe geschenkt habe, um das Nachbarland bei der Bewältigung der Krise zu unterstützen. Die geschnitzte Schafherde, die bei der Aktion entsteht, soll nach der Krippenschau versteigert werden. Der Erlös werde dann für einen guten Zweck eingesetzt. Haubner weist darauf hin, dass die Aktion nicht nur auf die Plößberger Schnitzer beschränkt ist. Jeder Krippenschnitzer der Region könne sich daran beteiligen.

Anmeldung unter info[at]krippenschau[dot]de. Je mehr mitmachten, desto besser. Haubner ist guter Dinge, dass sich viele daran beteiligen, denn Krisenzeiten hätten die Menschen schon immer näher zueinander gebracht.

Hier gibt es weitere Informationen über das Plößberger Krippenparadies

Rohlinge per Post

Auch außerhalb der Region beteiligt sich eine Jungschnitzerin an der Aktion. Siegfried Sollfrank ist der Großonkel von Katharina Sollfrank, die in Passau lebt. Ihr bringt er per Videokonferenz das Krippenschnitzen näher. Und auch ihre Schafe werden in der "Corona-Herde" zu sehen sein. Die Rohlinge, die Siegfried Sollfrank zu Hause produziert, gehen per Post an die jeweiligen Schnitzer, die sich an der Aktion beteiligen. Egal, wie das jetzt ausgeht, Hubert Haubner ist sich sicher, dass alle Beteiligten bei der Stange bleiben und die Plößberger wie immer zusammenhalten und mithelfen, dass die Krippenschau trotz der Coronakrise Maßstäbe setzt und wieder die Augen vieler Besucher zum Leuchten bringt. Weitere Infos unter: www.krippenschau.de

Die Krippenschau wird es auf jeden Fall geben, es steht bloß noch nicht fest wann.

Hubert Haubner, Sprecher der Schnitzer

Hubert Haubner, Sprecher der Schnitzer

Per Smartphone zeigt Siegfried Sollfrank seiner Großnichte in Passau, wie man ein Schaf schnitzt.
So sehen die Rohlinge aus, die Sollfrank in der heimischen Werkstatt fabriziert. Sie sind die Grundlagen für die Schnitzer, die sich an der Aktion "Corona-Schafe" beteiligen.
Siegfried Sollfrank bei der Arbeit.
So sehen die fertigen Schafe aus.

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