19.04.2018 - 15:05 Uhr
PressathOberpfalz

Buchhändler Eckhard Bodner und Ralf Volkert „versorgen“ 5000 Schüler mit Autorenlesungen „Lesen verleiht Flügel“

Es ist der Todestag von William Shakespeare und Miguel de Cervantes– der 23. April. Und im Jahr 1995 hat ihn die UNESCO zum „Welttag des Buches“ ausgerufen. Zwei Buchhändler aus der nördlichen Oberpfalz sorgen dafür, dass rund um diesen Tag mehrere tausend Schüler Autoren live erleben können.

Seit zehn Jahren organisieren die Buchhändler Eckhard Bodner (5.v.l.) aus Pressath und Ralf Volkert (2.v.r.) aus Sulzbach-Rosenberg in Kooperation mit vielen Schulen und Sponsoren die Aktion Lesezeichen: In diesem Jahr waren unter anderem die bekannten Jugendbuch-Autorinnen Nina Weger (Mitte) und Usch Luhn (4.v.r.) zu Gast.
von Holger Stiegler (STG)Profil

Die Idee des Welttages geht auf eine alte Tradition in Katalonien zurück, wo seit den zwanziger Jahren am 23. April, dem Sankt Jordi-Tag, auf den Straßen Buchstände aufgebaut werden und rund um das Buch ein großes Volksfest stattfindet. Dass das Buch auch in Deutschland noch lange nicht aus der Mode, belegt der alljährliche Ansturm auf die beiden großen Buchmessen in Frankfurt und Leipzig.
Leser von Büchern wird man nicht von heute auf morgen, bereits Kinder und Jugendliche müssen dort abgeholt werden, wo sie stehen. Der Pressather Buchhändler Eckhard Bodner und sein Kollege Ralf Volkert aus Sulzbach-Rosenberg bieten seit zehn Jahren gemeinsam die „Aktion Lesezeichen“ in den Landkreisen Neustadt an der Waldnaab, Tirschenreuth und Amberg-Sulzbach sowie in der Stadt Weiden an. Übergeordnetes Ziel sei dabei die Leseförderung, die Aktion der beiden Buchhändler steht deshalb auch unter dem Motto „Lesen verleiht Flügel“.
„Leseförderung sollte möglichst früh beginnen“, erklärt Eckhard Bodner. Das sei das „A und O“ der Wissensvermittlung. Man dürfte heutzutage keine Innovation erwarten, wenn die Lesefähigkeit zurückgeht. Gleichzeitig warnt sein Kollege Volkert aber auch davor, das Lesen von Kindern und Jugendlichen zu erzwingen. „Die Lesekompetenz muss über Lesefreude ausgebaut und verbessert werden“, so der Buchhändler.
Im konkreten Fall der „Aktion Lesezeichen“ sind es verschiedene Kinder- und Jugendbuchautoren, die sich Bodner und Volkert „teilen“ und mit diesen Schulen aller Arten zu Lesungen besuchen. In diesem Jahr waren und sind dies Vanessa Walder, Rüdiger Bertram, Katja Brandis, Nina Weger, Alexandra Fischer-Hunold sowie Usch Luhn. In den vergangenen Jahren konnten die beiden Organisatoren beispielsweise auch schon Autoren wie THILO, Antonia Michaelis, Jürgen Banscherus, Fabian Lenk oder Margit Auer begrüßen.
In diesem Jahr werden es dann insgesamt etwa 65 Lesungen an Schulen gewesen sein, erreicht werden damit rund 5000 Schülerinnen und Schüler. „Das dürfte die größte Lesefördermaßnahme in Bayern sein“, betont Bodner. Damit diese erfolgreich sein kann, bedarf es natürlich auch verschiedener Partner. Auf finanzieller Seite sind dies die Sponsoren von der Volksbank Raiffeisenbank Nordoberpfalz eG, Raiffeisenbank Oberpfalz NordWest eG, Raiffeisenbank Sulzbach-Rosenberg sowie vom Friedrich-Bödecker-Kreis, zusammen unterstützen sie die Aktion im laufenden Jahr mit etwa 12.000 Euro.
Und dann sind da natürlich die Schulen zu nennen, die das alljährliche Angebot dankbar annehmen. Schulrätin Elisabeth Junkawitsch vom Staatlichen Schulamt für den Landkreis Neustadt an der Waldnaab und die Stadt Weiden betont, dass das Lesen als Schwerpunktthema vom Bayerischen Kultusministerium ausgegeben worden sei. Mit den Lesungen, so Junkawitsch, erzeuge man bei den Mädchen und Jungen „Faszination pur“.
Eine Lanze für Bodner und Volkert bricht auch Autorin Nina Weger, die mit ihren Buchreihen „Club der Heldinnen“ und „Die sagenhafte Saubande“ populär geworden ist. „So etwas wird nicht von Amazon organisiert, sondern von engagierten Buchhändlern vor Ort“, betont Weger. Ihre Kollegin Usch Luhn, unter anderem Verfasserin der beliebten Reihe „Die Pfotenbande“, ergänzt, dass es nicht nur für die Zuhörer, sondern auch für die Autoren immer wieder spannend sei, ihre Werke live zu präsentieren. Und in gewisser Weise, so Weger und Luhn, würden sie ja als Kinder- und Jugendbuchautorinnen auch auf etwas vorbereiten, was es ohne sie wahrscheinlich gar nicht geben würde – nämlich die Erwachsenenliteratur.
Bodner und Volkert bezeichnen die Aktion Lesezeichen als eine „Erfolgsgeschichte“, allerdings eine, die sie jederzeit noch mit anderen Buchhändlern teilen würden. „Mit unseren Veranstaltungen haben wir das Limit erreicht, aber die Synergien könnte man sicherlich auch auf den Landkreis Schwandorf oder die Stadt Amberg übertragen“, sind sie sich einig.

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