31.01.2018 - 21:38 Uhr
RegensburgOberpfalz

Wechsel im Polizeipräsidium Oberpfalz Schöniger beerbt Liegl als Stellvertreter des Polizeipräsidenten

Mit Polizeivizepräsident Michael Liegl geht ein Polizist in Ruhestand, den viele Kollegen für seine gute Führung schätzen. Und der 60-Jährige verabschiedet sich mit guten Zahlen.

Abschiedsfoto im Spiegelsaal: Polizeipräsident Gerold Mahlmeister (von links), Polizeivizepräsident Michael Liegl, Leitender Polizeidirektor Thomas Schöniger und Landespolizeipräsident Wolfgang Schmidbauer. Bild: paa
von Alexander Pausch Kontakt Profil

Die Sicherheitslage in der Oberpfalz hat sich im vergangenen Jahr offenbar verbessert. Schon bisher liege die Aufklärungsquote der Polizei im Regierungsbezirk über dem bayerischen Durchschnitt. Landespolizeipräsident Wilhelm Schmidbauer ließ am Mittwoch in Regensburg erkennen, dass diese Quote im Jahr 2017 noch besser geworden ist. "Nach allen Indizien, die mir vorliegen." Die Zahl der Straftaten ist in der Oberpfalz auf einem Zehn-Jahres-Tief. Doch vorgreifen will er seinem Innenminister Joachim Herrmann bei der Präsentation der Daten offensichtlich nicht. Zumal es noch früh im Jahr ist, und die statistische Auswertung noch läuft.

Bei einem Festakt im Spiegelsaal der Regierung der Oberpfalz verabschiedete Schmidbauer den bisherigen Stellvertreter des Oberpfälzer Polizeipräsidenten, Polizeivizepräsident Michael Liegl, in den Ruhestand und führte dessen Nachfolger, Leitender Polizeidirektor Thomas Schöniger, in sein Amt ein. Musikalisch gestaltet wurde der Festakt von Polizeihauptkommissar Christian Lehnerer (Klavier) und der Kirchenmusikstudentin Carolina Brem (Geige). Unter den Gästen waren Polizeidienststellenleiter, Präsidiumsmitarbeiter, Vertreter von Zoll, Bundespolizei, der tschechischen Polizei und der US-Armee sowie Landräte und Bürgermeister aus der Oberpfalz.

Der Landespolizeipräsident vertrat nach eigener Aussage Herrmann (CSU), der an den Koalitionsverhandlungen in Berlin teilnimmt. Mit Blick auf diese Gespräche sagte Schmidbauer, die Polizei hoffe nicht auf schnelle, sondern auf gute Koalitionverhandlungen. Denn davon lebe die Demokratie: "Ich hoffe darauf, dass Extremisten links und rechts nicht noch mehr Zulauf erhalten." Schmidbauer würdigte den Liegl als herausragende Führungspersönlichkeit. Er hob unter anderem dessen Verdienste für die grenzübergreifende Zusammenarbeit mit der tschechischen Polizei hervor.

Schmidbauer erinnerte an die großen, von Liegl erfolgreich geleiteten Einsätze: etwa als Leiter der Polizeidirektion Amberg bei der Amoklage in Saltendorf (Kreis Schwandorf) oder die Zerschlagung des Regensburger Chapters vom MC Bandidos. Damals habe Liegl den Ermittlungsbeamten den Rücken gestärkt.

Der scheidende Polizeivizepräsident betonte, er sei bis heute stolz darauf, dass bei diesem großen Fall damals im Vorfeld nichts nach außen gedrungen sei. Polizeipräsident Gerold Mahlmeister dankte seinem Stellvertreter für dessen "offene Art und loyale Beratung". Für sein offenes Ohr gegenüber dem Personalrat bedankte sich dessen Vorsitzender Michael Hinrichsen. In Richtung Ministerium verwies Hinrichsen auf die hohe Schlagzahl, die alle Polizeibeamten in Atem halte.

Schöniger skizzierte einige Herausforderungen vor denen sich die Polizei gegenüber sieht, darunter Terrorismus und Extremismus. Er verwies auch auf das Sicherheitsempfinden des Bürgers als Maßstab. Dies bedeute auch dort im Einsatz zu sein, wo der Bürger sich unsicher fühle, auch wenn es in diesem Bereich objektiv sicher sei. Er nannte dies "keine Luxus", wenngleich er einschränkte, dass das, was zum Erfolg führe, die Schwerpunktbildung sei.

Thomas Schöniger

Der neue stellvertretende Polizeipräsident der Oberpfalz, Leitender Polizeidirektor Thomas Schöniger , leitete zuletzt die Polizeiinspektion Regensburg. Im Laufe seiner Karriere war der 55-Jährige unter anderem in München, im Innenministerium. In der Oberpfalz waren Weiden und Regensburg Stationen seiner Laufbahn. Den Polizeidienst begann der gebürtige Regensburger in Nabburg (Kreis Schwandorf) ehe er nach acht Jahren zur bayerischen Polizei wechselte.

Der 60 Jahre alte Polizeivizepräsident Michael Liegl scheidet nach 42 Jahren aus dem Dienst. Seine Laufbahn führte den gebürtigen Waldmünchner von Dachau über Cham, Regenstauf, Amberg und immer wieder nach Regensburg. (paa)

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