04.06.2021 - 19:26 Uhr
SchnaittenbachOberpfalz

Kathastrophenschutz

Eine Katastrophenfall: Kein Strom, kein Wasser in Schnaittenbach – tagelang. Auf ein solches Szenario sind die Verantwortlichen jetzt vorbereitet: Mit einem Notfall-Konzept, speziell zugeschnitten auf die Stadt Schnaittenbach.

Für einen Katastrophenfall in der Stadt Schnaittenbach ist die FFW Schnaittenbach gerüstet.
von Klaus HöglProfil

Das Szenario will niemand, doch ausgeschlossen ist es nicht: Durch einen Katastrophenfall fällt in Schnaittenbach der Strom aus. 48 Stunden lang kann das Wasser noch aus dem Hochbehälter bezogen werden – dann ist Schluss. Kein Strom, kein Wasser: Was ist zu tun, wenn es kritisch wird, weil es Tage dauert, und damit lebensbedrohend für Mensch und Tier wird? Die Landkreise haben ein Konzept, wie im Katastrophenfall zu verfahren ist, sind damit relativ gut vorbereitet. Aber eben nur ganz allgemein. Deshalb hat die Stadt Schnaittenbach in einem interdisziplinären Projekt unter Einbeziehung der zuständigen Mitarbeiter aus Verwaltung und Bauhof, der vier Feuerwehren und eines Notarztes ein umfassendes, rein auf Schnaittenbach zugeschnittenes Konzept entwickelt.

Entstanden ist ein Leitfaden für den Katastrophenfall, von A (Aufrechterhaltung der Versorgung) bis Z (Zahnarzt). „Ein umfassendes Konzept, welches nicht nur auf die strukturellen Bereiche unserer Großgemeinde bezogen ist. Es dient auch den im Einsatz befindlichen Kräften als vollumfänglicher Leitfaden“, sagt der federführende Kommandant der vier Schnaittenbacher Feuerwehren, Michael Werner.

Für das Konzept nimmt die Stadt auch Geld in die Hand: 47.000 Euro, unter anderem auch für ein Notstromaggregat, wendet Schnaittenbach für die Beseitigung erkannter Defizite auf. Schließlich sollen sich "unsere Bürger sicher fühlen“, sagt Bürgermeister Marcus Eichenmüller. Die Liste möglicher Katsatrophen sei lang. Eichenmüller nannte explizit Hochwasser und Sturm und appellierte: „Die Bürger sollen auch daheim für einen Katastrophenfall sensibler werden.“ Da nämlich könnten Geringfügigkeiten, an die niemand denkt, plötzlich zum Notfall werden: Beatmungsgeräte, Heimdyalise, oder Essenzielles in der Landwirtschaft zum Beispiel.

Nicht selten läuft bei einem großen Schadensereignis vieles durcheinander, bis es wieder „läuft“. Im Konzept von Stadt und Feuerwehr ist in solchen Notfällen der „Leuchtturm“ das Feuerwehrhaus. Es wird im Katatsrophenfall entsprechend beleuchtet und zur zentralen Anlaufstelle für die Bevölkerung, für hilfesuchende Bürger aus dem gesamten Stadtgebiet. Hier hat auch auch der Kristenstab die Fäden in der Hand. Im „Leuchtturm“, der mit Notstrom versorgt werden kann, befindet sich für die Zeit des Schadensfalles neben dem Krisenstab der Stadt ein achtköpfiges Kernteam aus der Stadtverwaltung und dem federführenden Kommandanten der vier Feuerwehren und auch ein ärztlicher Vertreter. Die Gesamtleitung des Krisenstabes obliegt dem Ersten Bürgermeister, dem Leiter des Stabes (geschäftsführender Beamter der Stadtverwaltung) und dem Leiter des Bereiches Einsatz (Michael Werner) nebst weiteren Mitgliedern im Krisenstab.

Regelmäßige Übungen sollen die Einsatzfähigkeit sicherstellen. Im nächsten Jahr soll auch ein fiktiver Katastrophenfall durchgespielt werden. „Das Thema Katastrophenschutz sollte jede Gemeinde in die Hand nehmen", mahnte Kreisbrandrat Freid Weiß – denn es sei bisher "mehr oder weniger schleppend behandelt worden“, obwohl er das Thema auch schon bei der Bürgermeister-Dienstversammlung vorgestellt habe. Der Stadt und Feuerwehr Schnaittenbach erkannte er nun eine Vorreiterrolle zu: Das Zusammenspiel sei beispielgebend.

Bürgermeister Marcus Eichenmüller, Michael Werner, Kreisbrandmeister Fredy Weiß und stellvertretender Kommandant Karl Hottner bei einer (Test-) Lagebesprechung im Kristenstab.
Der federführende Kommandant der vier Schnaittenbacher Feuerwehren, Michael Werner, vor einem Einsatzfahrzeug.
Katastrophenschutz anno 1926 in der Marktgemeinde Schnaittenbach, ausgestellt im FFW- Gerätehaus Schnaittenbach.

Amberg-Sulzbacher Feuerwehren üben im Simulator

Amberg
Hintergrund:

Fakten zur Feuerwehr in Schnaittenbach

  • Das neue Feuerwehrgerätehaus wurde am 24. September 1990
    nach Stadtratsbeschluß gebaut und am 27. September 1992 eingeweiht
  • damalige Kosten 1,64 Millionen
  • Auf vier Feuerwehr bauen kann die Stadt Schnaittenbach bauen: Stützpunktfeuerwehr Schnaittenbach (Kommandant Michael Werner), FFW Holzhammer (Kommandant Heiko Friedl), FFW Neuersdorf (Kommandant Berthold Heindl) und FFW Kemnath a.B. (Kommandant Thomas Hackenberg)
  • Insgesamt 170 Aktive, darunter 55 Jugendliche, 29 aktive Frauen, 19 jugendliche Frauen
  • Die Broschüre „örtliches Katastrophenschutzkonzept“ für Schnaittenbach wird aa 30. Juni 4000 mal gedruckt
    und an alle Haushalte (je zwei) verteilt.
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