16.06.2020 - 09:11 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Coronavirus: Regionale Produkte bei Kunden gefragt

In der Coronakrise müssen sich die Menschen notgedrungen auf die Heimat besinnen. Die Bauernmärkte im Kreis Schwandorf profitieren davon. Hofladenbesitzerin Loni Brunner hofft auf ein nachhaltiges Umdenken bei Verbrauchern in der Region.

Regionale Produkte kaufen und dabei auf die Hygienevorschriften achten. Auf dem Bauernmarkt in Perschen lässt sich das wunderbar miteinander vereinen.
von Rudolf Hirsch (RHI)Profil

Führt die Krise zu einer Veränderung des Verbraucherverhaltens? Loni Brunner glaubt fest daran. Die Inhaberin eines Hofladens in Schwandorf-Richt hofft auf ein Umdenken. „Die Leute sollen sich mehr Gedanken machen über die Herkunft der Lebensmittel“, wünscht sich die Bäuerin. Sie möchte die Einkaufskörbe der Verbraucher mit „regionalen Produkten ohne Konservierungsstoffe“ füllen.

Die Direktvermarkterin spürt ein Umdenken. Die Umsätze in ihrem Hofladen seien in der Krise kaum eingebrochen. Im Gegensatz zum Hofcafé , dessen Betrieb zum Erliegen kam. Was sie zuversichtlich stimmt: „In den letzten Wochen kamen viele neue Kunden in den Laden, vor allem Familien mit Kindern“. Das wertet Brunner als Anzeichen für verändertes Einkaufsverhalten der Verbraucher.

Nicht alle mit Online-Shops

Darauf hofft auch Lili Wild, die in ihrem Laden „Eichelberger Spezialitäten“ anbietet. Sie hat feste Stammkunden, die sich mit Schnaps, Likören, Honig, Bienenwachskerzen und Trüffel-Pralinen eindecken. Der Familienbetrieb in Taxöldern profitiert jetzt von den Strukturen des Online-Shops. Einen solchen haben die Bauernmarkt-Anbieter in Perschen noch nicht eingerichtet. Dort muss persönlich vorbeischauen, wer frisches Bauernbrot, Zwiebelkuchen und Hefegebäck haben möchte. Nebenan gibt es Käse, Eier und Bioprodukte und eine Reihe weiter Kräutersalze und Gemüsepflanzen.

Lesen Sie hier: In Weiden boomt die Direktvermarktung

Weiden in der Oberpfalz

Wertschätzung der Erzeuger

„Regionalität erleben und schmecken“. Unter diesem Motto wirbt der Bauernverband für den Einkauf auf den Bauernmärkten und in den Hofläden. „Gerade in Corona-Zeiten stehen bei Verbrauchern Erzeugnisse aus der Region hoch im Kurs“, sagt Kreisobmann Josef Irlbacher, „denn in den Hofläden bekommen sie frische Lebensmittel, die direkt vom Bauernhof stammen und nur kurze Transportwege benötigen“.

Info:

140 Bauernmärkte und 4700 Hofläden im Freistaat

"Verbraucher, die gezielt in Hofläden oder auf Bauernmärkten einkaufen, unterstützen dadurch die heimische Landwirtschaft, denn für viele landwirtschaftliche Betriebe ist die Direktvermarktung ein wichtiges Standbein und Hilfe, eine wirtschaftliche Zukunft zu sichern", heißt es in einer Pressemitteilung des Bayerischen Bauernverbands. Demnach sei der Kauf bayerischer Erzeugnisse, wie zum Beispiel von Milch, Fleisch und Wurst, Obst und Gemüse eine "konkrete Unterstützung und Wertschätzung der Bauernfamilien". Der Bauernverband informiert zudem darüber, dass es im Freistaat rund 140 verschiedene Bauernmärkte und circa 4700 Hofläden gibt. Damit hätten "Verbraucher das ganze Jahr über viele Möglichkeiten, sich mit regionalen und saisonalen Erzeugnissen zu versorgen", heißt es in der Mitteilung weiter. (wpt)

Hier finden Sie eine Liste der Hofläden in Ihrer Nähe

Auch das Bayerische Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten hat eine Suchfunktion für heimische Produkte

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