18.03.2020 - 19:36 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Kreistag Schwandorf: Stühlerücken auf den Listen

Die Wähler im Landkreis Schwandorf haben bei der Kreistagswahl fleißig kumuliert und panaschiert. Nur etwa ein Drittel der gut 76000 Wähler gab die Zettel mit nur einem Listenkreuz ab.

Die Wahlkabinen blieben bei der Kreistagswahl lange unbesetzt. Grund ist neben der verbesserungsfähigen Wahlbeteilung (63,4 Prozent) der Briefwahlanteil von etwa zwei Dritteln.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Bei unveränderten Stimmzetteln bekommt jeder Kandidat der Liste eine Stimme. Die meisten Zettel mit nur einem Listenkreuz entfielen auf die CSU (8750). 520 Kandidaten auf elf Listen bewarben sich um die 60 Kreistagsmandate. Dadurch, dass jeder Wähler beim "Häufeln" bis zu drei Stimmen je Kandidat quer über die Listen vergeben konnte, ergeben sich Verschiebungen in der "Hitparade". Bewerber mit vermeintlich sicheren Listenplätze finden sich weit hinten wieder, andere holen auf. Den größten Sprung nach vorne machte ein Kandidat bei den Grünen. (Tabellen auch Seite 25).

  • CSU (1443726 Stimmen)

Bei der CSU war Landrat Thomas Ebeling auf Platz eins, und er wurde "Stimmenkönig" unter allen Kandidaten. Weil er als Landrat bestätigt wurde, fällt sein Sitz an Tina Schmidt. Sie wurde zwar von Platz 18 auf Platz 24 nach hinten gewählt, zieht aber in den Kreistag ein. Max Beer (von 60 auf 20) und Susanne Plank (33 auf 9) machten die meisten Plätze bei der CSU gut. Hans Wilhelm (30 auf 13), Barbara Hanauer (27 auf 17) und Hans Graßl (31 auf 21) bekamen dank "Häufeln" einen Sitz im Gremium. Neunburgs Bürgermeister Martin Birner holte sich von Platz 7 aus den zweiten Rang bei der CSU. Jennifer Lehmer (6 auf 30), Alexander Trinkmann (von 13 auf 31) und Hans Hottner (17 auf 27) kamen nicht ins Gremium.

Das Ergebnis der CSU finden Sie hier

  • Grüne (307191)

2165 Listenkreuze bekamen die Grünen. Sie ziehen mit fünf Räten ein. Ihr Kandidat Alois Nißl machte den größten Sprung aller Kandidaten nach vorne: Von Platz 54 wurde der Förster aus Neunburg vorm Wald auf Platz 4 katapultiert. Listenführerin Ulrike Pelikan-Roßmann landete auf Rang 3, sie wurde von Rudi Sommer und Marion Juniec-Möller überholt (je plus 1). Elisabeth Bauer sicherte ihren fünften Listenplatz

Das Ergebnis der Grünensinden SIe hier

  • FW (527475)

Acht Sitze hielten die Freien Wähler. Auf sie entfielen 2318 Listenkreuze. Ihr Landtagsabgeordneter Joachim Hanisch zog die meisten Stimmen und von Platz 2 auf 1. Richard Tischler gewann fünf Plätze dazu auf 2, Landratskandidat Dieter Jäger musste fiel auf Rang 3. Heinz Weigl wurde ins Gremium kumuliert (10 auf 6), ebenso Johann Eckl (9 auf 8). Albin Schreiner dagegen rutschte von Platz 6 auf Rang 28.

Das Ergebnis der FW finden Sie hier

  • AfD (216305)

Mit 7899 Listenkreuzen entfielen auf die AfD die zweitmeisten unveränderten Stimmzettel. Richard Mixl und Klaus Schuhmacher behaupteten ihre Listenplätze, . Johann Kellermeier wurde von Platz 5 auf Rang 3 nach vorne gewählt und zieht als Dritter ins Gremium ein. Die AfD-Liste hatte 13 Kandidaten.

Das Ergebnis der AFD finden Sie hier

  • SPD (623965)

Auf die SPD entfielen 2923 unveränderte Stimmzettel. Mit den zweitmeisten Stimmen aller Kandidaten setzte sich Marianne Schieder an die Spitze. Michael Hitzek (27 auf 9) und Franz Brunner (13 auf 7) wurden so weit nach vorne kumuliert, dass sie jeweils einen der zehn SPD-Sitze besetzen. Karin Frankerl ergatterte den zehnten Platz - wird aber ihr Mandat nicht antreten können, weil sie Mitarbeiterin des Landratsamtes ist. Nachrückerin wäre Evi Thanheiser. Sie wurde von Platz 4 auf Rang 11 gewählt. Johannes Kretschmer stürzte von Platz 3 auf Platz 16.

Das Ergebnis der SPD finden Sie hier

  • FDP (36531)

654 Listenkreuze konnte die FDP für sich verbuchen. 1 Prozent der Stimmen reichte für einen Sitz im Kreistag. Wolf-Dieter Grahn (Platz 2) überholte Listenführerin Janette Stopkova. Die FDP hatte 15 Kandidaten.

Das Ergebnis der FDP finden Sie hier

  • ÖDP (189920)

Bei der ÖDP (651 Listenkreuze) ziehen die ersten drei Kandidaten auch in den Kreistag ein: Arnold Kimmerl (unverändert), Martin Prey (von 3 auf 2) und Heidi Eckl (von 2 auf 3). Josef Hägler machte zwar einen Sprung um 33 Plätze auf Rang 11 nach vorne, das reichte aber bei weitem nicht für einen Sitz.

Das Ergebnis der ÖDP finden Sie hier

  • JW (142764)

Die Jungen Wähler bekamen 304 Listenkreuze. Peter Neumeier verteidigte Listenplatz 1. Mit ihm zieht Benjamin Boml ein (von 3 auf 2).

Das Ergebnis der JW finden Sie hier

  • CWG (126668)

Die neu formierte CWG erhielt 269 Listenkreuze, wie wenigsten aller Parteien. Mit Einzelstimmen brachte die Liste es dennoch auf zwei Sitze. Kurt Mieschala wurde von Rang 5 auf 1 nach vorne gewählt und überholte Listenführerin Christina Bauer (1 auf 2), die das zweite Mandat holte. Manfred Wendl (Platz 2) stürzte auf Rang 7.

Das Ergebnis der CWG finden Sie hier

  • Die Linke (61464)

1557 Listenkreuze entfielen auf die Linke die mit 22 Kandidaten antrat. Eva Kappl verteidigte Platz 1 und zieht in den Kreistag ein.

Das Ergebnis der Linke finden Sie hier

  • JU Bayern (100641)

Deutlich vom Panaschieren hat die Junge Union. Sie erhielt nur 586 Listenkreuze. Dennoch reichte es für zwei Sitze. Jonas Rester und Johannes Weiß blieben vorne. Tobias Sebast (von 47 auf 16) machte zwar einen großen Sprung, erreichte aber keinen Sitz. Die JU war mit 50 Kandidaten angetreten.

Das Ergebnis der JU finden Sie hier

Auf oder ab?:

Wie die Kandidaten abgeschnitten haben

Welche Kandidaten haben den größten Rückhalt in der Bevölkerung? Wer war bei der Kreistagswahl der Stimmenkönig seiner Partei oder Wählergruppe? Wer kam bei den Wählern nicht so gut an, wie es sein Listenplatz hätte vermuten lassen? In diesen Grafiken vergleichen wir den Rang jedes einzelnen Bewerbers, was seine Stimmenzahl betrifft, mit seinem Listenplatz. Die Pfeile in der rechten Spalte zeigen an, ob es mit dem Kandidaten nach unten oder nach oben gegangen ist. Aus der Spalte "Veränderung" ist das Maß der Stellenverschiebung abzulesen. Alle Kandidaten bis zur dicken, blauen Linie haben für ihre Partei oder Wählergruppe den Einzug in das künftige Landkreis-Parlament geschafft. (sr)

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