12.08.2018 - 12:44 Uhr
SchwandorfOberpfalz

"Premiere dahoam" für "Wackersdorf"

"Ich bin bloß anstandshalber da", scherzt Altlandrat Hans Schuierer. Dabei dreht sich der ganze Abend um ihn: Bei der "Premiere dahoam" für den Film "Wackersdorf" applaudieren die über 500 Gäste im Open-Air-Kino auf dem Hubmannwöhrl.

Gespannt auf die Reaktion des Heim-Publikums auf ihren Film „Wackersdorf“ zeigten sich Regisseur Oliver Haffner (links) und Produzent Ingo Fliess. Vor der Vorführung im Open-Air-Kino auf dem Hubmannwöhrl war noch Zeit für einen Plausch mit Altlandrat und Hauptfigur Hans Schuierer (Zweiter von rechts) sowie stellvertretendem Landrat Arnold Kimmerl (Zweiter von links), der ebenfalls im WAA-Widerstand aktiv war.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

"Das ist sehr spannend", sind sich Regisseur Oliver Haffner und Produzent Ingo Fliess einig, als sie mit Kameramann Kaspar Kaven auf dem Hubmannwöhrl ankommen. Nach dem Erfolg mit dem Publikumspreis beim Filmfest in München folgte am Freitag der Härtetest: Die Premiere vor Oberpfälzer Zuschauern. "Ein Film ändert sich mit dem Publikum", sagt Fliess, zeigt er sich gespannt auf die Reaktionen. Wenngleich das "Kino-Gefühl" unter Kopfhörern ein anderes ist, die Zuschauer bekommen die akustischen Reaktionen der anderen kaum mit.

"Ich bin überrascht, wie viele junge Leute da sind, die waren damals ja noch gar nicht geboren", sagt Hans Schuierer, der neben seinem Sohn Max sitzt. Der hat den Film, der sich um die Wandlung seines Vaters vom WAA-Befürworter zum vehementen WAA-Gegner dreht, noch nicht gesehen. Als Fliess Schuierer begrüßt, gibt's Applaus und "Bravo"-Rufe für den Schwandorfer Ehrenbürger.

Keine Tickets mehr

An der Abendkasse kam auch Unmut auf. Anders, als angekündigt, waren da kaum mehr Tickets zu bekommen. Wolfgang Nowak, Hüter eines Bergs von Unterlagen aus dem WAA-Widerstand, hat noch eine ergattert. Er hat schon die ein- oder andere Kritik gehört. "Ich hätte keinen so schönen Film machen können", sagt er nach den zwei Stunden zweideutig, trifft sich mit Fliess und Haffner. Die freuen sich über den Applaus, den es nach der Vorstellung gibt. "Das war extrem spannend", wiederholt Haffner. Er, Fliess, und Kaven wollten diese Premiere auf keinen Fall versäumen, treffen auf bekannte Gesichter: Viele aus der Region haben als Komparsen am Film mitgewirkt. Produzent und Regisseur loben das Ambiente, danken der Stadt und "Lichtwerk"-Kinobetreiber Frederik Hohrath. Letzterer war nochmal nach München gefahren, hatte zusätzliche 120 Kopfhörer geholt, erzählt Susanne Lehnfeld, Leiterin des Kulturamts. Zusätzliche Stühle und Bierbänke werden aufgestellt, um den Andrang fassen zu können.

In der Oberpfalzhalle

Wer am Freitag oder Sonntag keine Karte für die "Preview" von "Wackersdorf" bekam, muss sich noch etwas gedulden. Offiziell in die Kinos kommt der Streifen am 20. September. Einen Tag vorher, am 19. September, steigt die Deutschlandpremiere in der Oberpfalzhalle. "Mit dem ganzen Team", wie Fliess verspricht. Dann werden auch die Schauspieler Johannes Zeiler (Hans Schuierer) und Anna Maria Sturm dabei sein. Letztere spielt die WAA-Gegnerin Monika Gegenfurtner. Für die Oberpfälzer aus dem realen WAA-Widerstand ist aber ganz klar, wer für diese Figur Modell stand: Ihre Mutter Irene Maria Sturm.

Über 500 Gäste verfolgten die "Premiere dahoam" des Films "Wackersdorf". Am Ende gab's Applaus.

Kameramann Kaspar Kaven, Regisseur Oliver Haffner und Produzent Ingo Fliess (von links) begrüßten die Gäste und kündigten für 19. September die Deutschlandpremiere in der Oberpfalzhalle an.

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