27.06.2018 - 12:38 Uhr
SchwandorfOberpfalz

Wut als Ursprung für Spielfilm "Wackersdorf"

Die Premiere des Films "Wackersdorf" steht kurz bevor. Am Freitag wird das Drama erstmals beim Filmfest im München der Öffentlichkeit gezeigt. Das nimmt der Bayerische Rundfunk zum Anlass für einen Fernsehbeitrag in "Capriccio".

Produzent Ingo Fliess (links) und Regisseur Oliver Haffner stellten sich für einen Fernsehbeitrag den Fragen des BR-Teams. Hier sind sie vor der Münchener Kneipe „Korner“ zu sehen.
von Christopher Dotzler Kontakt Profil

(doz) Rund sechs Minuten wird der Film "Wackersdorf" in der Kultursendung behandelt. Unter anderem kommen dabei Produzent Ingo Fliess und Regisseur Oliver Haffner zu Wort. Fliess sagt über die Zeit des Widerstands gegen die geplante Wiederaufbereitungsanlage in den 1980er Jahren: "Wir waren zutiefst erschüttert." Der Produzent berichtet von einem einschneidenden Erlebnis, als die Polizei auf Leute eingeprügelt habe, von Hubschraubern Gasgranaten auf die Bevölkerung abgeworfen worden seien und mit CS-Gas versetzten Wasserwerfern in die Menge gespritzt worden sei - "dortin wo wir waren, also wir braven, harmlosen Schüler, Kinder und so weiter".
Dieses Vorgehen habe Fliess damals nicht fassen können. "Das hat mein Weltbild massiv geprägt. Ab da wurde ich wütend." Diese Wut mündete nun im zweistündigen Film "Wackersdorf", der sich mit der Zeit um den Widerstand beschäftigt. Sie wird aus Sicht des Alt-Landrats Hans Schuierer erzählt, der zu Beginn der Wiederaufbereitungsanlage offen gegenüberstand. Nach und nach sah Schuierer das Vorhaben aber immer kritischer, bis er sich zum erbitterten Widerstand entschloss. Regisseur Oliver Haffner sagt dazu: "Das man angefangen hat, demokratische Grundwerte zu demontieren, das hat ihn (Alt-Landrat Hans Schuierer; Anm. d. Red.) zutiefst verunsichert und hat eine Wut in ihm aufsteigen lassen, die er auch nicht mehr bändigen konnte." Haffner arbeitet genau das in seinem Spielfilm auf. Er hat sich aber auch dazu entschieden, Originalbilder in das Drama zu schneiden. Haffner erklärt: "Ich bin kein Fan davon, Gewalt, die sich tatsächlich ereignet hat, nachzustellen - weil sie meist doch nicht diese Monströsität entwickelt, die sie tatsächlich hatte."
In "Capriccio" gab es für den Film lobende Worte. Unter anderem die Kameraarbeit und die unaufdringlichen Bilder wurden hervorgehoben. Der Beitrag schließt mit den Worten: "Wackersdorf macht klar: Rebellischen Geist braucht's immer - auch heute." Wer die Sendung verpasst hat, die am Dienstag ausgestrahlt wurde, kann sie in der BR-Mediathek nachgucken. www.br.de/mediathek

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.