11.05.2018 - 20:00 Uhr
Oberpfalz

Mitfahrbänke ein Thema bei CSU/ÜCW-Informationen: Seniorenvariante des Trampens

"Baxi" steht für den Anrufbus. Mitfahrbänke sind ebenfalls eine Möglichkeit, der Bevölkerung bei ungünstiger Verkehrsanbindung mehr Mobilität zu verschaffen. Und auch das Kürzel "Strabs" ist plötzlich interessant. Alles Themen, denen sich die CSU/ÜCW-Stadtratsfraktion bei einer Informationsversammlung zuwandte.

von Robert DotzauerProfil

Im Landkreis Tirschenreuth ist der Anrufbus schon eine Erfolgsgeschichte: Zehntausende nutzen dort die Möglichkeiten des neuen Personennahverkehrs. Zeit also für den Landkreis Neustadt/WN und die Stadt Eschenbach, "Baxi" wenigstens probeweise einzuführen? Intensiv diskutierten die zirka 40 Teilnehmer an der CSU/ÜCW-Veranstaltung im Gasthof Burger mit Experten die Vorteile der Mobilitäts-Modelle.

"Baxi" als neues Verkehrskonzept, das den normalen Linienbusverkehr mit einem zukunftsweisenden und bedarfsorientierten Personentransport verbindet, die Nutzer günstig zum Einkaufen, zum Arzttermin oder zum Behördengang bringt und dazu noch eine Haustürabholung garantiert: Dieses Modell klingt verheißungsvoll. Matthias Renner warb für die Vorzüge: "Die Kombination aus Bus und Taxi schließt eine große Lücke im öffentlichen Personennahverkehr und garantiert Mobilität bis in den kleinsten Gemeindeteil."

An Umfrage teilnehmen

Der Verkehrsexperte empfahl Interessierten, sich an der derzeitigen Umfrage des Landkreises Neustadt/WN zu Fragen der Verbesserung des Nahverkehrs zu beteiligen. Auch für Kinder und Jugendliche seien gute Verkehrsverbindungen von Interesse.

Dem Thema der Mitfahrbänke nahm sich Fraktionssprecher Marcus Gradl an. Diese Idee könnte für Eschenbach zu einem integrierten Verkehrskonzept gehören, merkte der CSU-Stadtrat an. Dabei handelt es sich ein bisschen um die Seniorenvariante des Trampens: Statt mit erhobenem Daumen am Straßenrand zu stehen, können vor allem ältere Menschen an ausgewählten Standorten auf eine Mitfahrgelegenheit warten. Bundesweit sei dieser Trend der speziell gekennzeichneten Sitzbänke in Bereichen ohne Busanbindung schon weit fortgeschritten, wusste der CSU-Fraktionssprecher. Er sieht auch mit Blick auf den Mangel an Einzelhandel in der Innenstadt vor allem eine Bringschuld der Öffentlichkeit für die Senioren. "Gehbehinderte tun sich oft schwer, für ihre Einkäufe den nächsten Discounter zu erreichen." Gradl verkündete, dass "ein Antrag an Bürgermeister und Stadtrat zur Förderung dieses Projekts bereits eingereicht" sei.

Tretboote verlegen

Auf großes Interesse stießen auch die Ausführungen zur geplanten Abschaffung der Straßenausbaubeiträge. Insbesondere Anlieger der sanierten Oberen Zinkenbaumstraße waren nach den Beitragszahlungen der vergangenen Jahre ganz Ohr. Rechtskräftig bleibe ein Beitragsbescheid, den der Grundstückseigentümer vor dem 1. Januar 2018 erhalten habe, erläuterte der Fraktionssprecher. Ein Beitragsbescheid sei hingegen aufzuheben, wenn er nach dem 31. Dezember 2017 festgesetzt worden sei.

Klage führten einige Zuhörer über die Öffnungszeiten des Freibad-Geländes am Rußweiher. In der Kritik stand vor allem das fehlende Tretboot-Angebot. Selbst bei schönstem Ausflugswetter bleibe der Rußweiher den Touristen und Naherholungssuchenden versperrt: ein Unding, wie einige Teilnehmer anmerkten. Überfällig sei deshalb die Verlegung einiger Tretboote vor das Hexenhäusl.

In der Kritik standen zudem die Radarfallen auf dem Stadtberg. Wünschenswert wäre die rechtzeitige Bekanntgabe der genauen Standorte bei Geschwindigkeitsmessungen. Anregungen der CSU/ÜCW-Fraktion für ein verbessertes Bewegungsangebot für Grund- und Mittelschüler im Umfeld der Markus-Gottwalt-Schule, zum Beispiel im nördlichen Bereich des Gartens der Klarnervilla, ergänzten die Diskussion.

 

 

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