11.05.2018 - 21:52 Uhr
Oberpfalz

Entwicklung der Wasserpreise Sparen macht das Wasser teuer

Trinkwasser wird zwar nicht knapp, aber teurer. Das hängt auch damit zusammen, dass die Verbraucher immer sparsamer werden.

Eine junge Frau füllt an einem Trinkbrunnen ihren Becher mit Wasser. Die Trinkwasserpreise für Verbraucher in Deutschland sind in den vergangenen Jahren deutlich gestiegen. Bild: Hannibal Hanschke/dpa
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Weiden/Amberg. (wüw/dpa) Die Bundestagsfraktion der Grünen schlägt Alarm: Gerade in Bayern sei der Trinkwasserpreis für Verbraucher in den vergangenen zehn Jahren stark gestiegen. Bis zu 60 Prozent habe die Teuerung betragen, deutlich mehr als in anderen Bundesländern, heißt es unter Berufung auf Zahlen des Statistischen Bundesamts.

Von 2011 bis 2016 nahm der durchschnittliche Kubikmeterpreis in Bayern tatsächlich von 1,44 auf 1,55 Euro zu. Bei der Grundgebühr stiegen die Durchschnittswerte von 44 auf 53,37 Euro. Die Oberpfalz kann mit einem niedrigerem Preisniveau punkten: Der Kubikmeter kostete im Jahr 2016 1,45 Euro nach 1,27 Euro im Jahr 2011. Die Grundgebühr zog in der Zeit von 38,49 auf 46,07 Euro an.

Auch wenn sie die steigende Tendenz bestätigten, die Verantwortlichen in der Region sehen keinen Grund zum Alarmismus. Tatsächlich verweist auch der Bayerische Rundfunk darauf, dass die bayerischen Preise noch im unteren Mittelfeld liegen. Negativer Spitzenreiter sei demnach Nordrhein-Westfalen, wo ein Durchschnittshaushalt knapp 300 Euro im Jahr bezahlen muss. In Bayern seien 205 Euro fällig. Am günstigsten trinken die Menschen in Berlin mit 173 Euro im Jahr.

Dass die Preise steigen hängt unter anderem mit dem Trend zum Wassersparen zusammen. "Im Wasserpreis ist ein hoher Fixkostenanteil enthalten", erklärt eine Sprecherin der Weidener Stadtwerke auf Nachfrage. "Die Anlagen müssen vorgehalten werden, ob nun viel oder wenig Wasser verbraucht wird." In Bayern ging der Verbrauch pro Kopf und Tag von 2004 bis 2013 von 135 auf 129 Liter zurück. Dies bedeutet, dass die Fixkosten auf eine geringere Menge umgelegt wird.

Aber auch die fixen Kosten sind gestiegen. "Die Auflagen sind deutlich strenger geworden", vermelden die Stadtwerke. Etwa die Überwachung der Wasserqualität sei geld- und personalintensiver. Dieser Effekt führt auch dazu, dass größere Einheiten ihren Bürgern eher einen günstigeren Wasserpreis bieten können. Anlagen und Aufwand seien ähnlich groß, ob Wasser für 20 000 oder für 2000 Verbraucher bereit gestellt wird.

Tatsächlich weist mit Schirmitz eine vergleichsweise kleine Gemeinde oberpfalzweit den höchsten Mengenpreis aus. 2,73 Euro kostet hier der Kubikmeter. Bürgermeister Ernst Lenk sieht seine Gemeinde aber keineswegs als negativen Spitzenreiter. "Solche Vergleiche hinken", erklärt der Bürgermeister. Tatsächlich verzichtet Schirmitz auf eine Grundgebühr und rechnet lediglich den Verbrauch ab.

Außerdem habe es zuletzt keine Verbesserungsbeiträge gegeben. Die Bürger mussten also nicht direkt für Investitionen in die Wasserversorgung bezahlen. Diese Kosten erfasst die Gemeinde über den Preis. Berücksichtigte man diese Effekte, können sich die Schirmitzer über einen konstanten Wasserpreis freuen. Noch konstanter ist der Preis allerdings in Amberg: Seit 18 Jahren gab es dort keine Preisveränderung, vermeldet Stadtwerke-Sprecherin Karoline Gajeck-Scheuck. Von Preisexplosion also keine Spur.

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