12.12.2019 - 14:48 Uhr
SpeichersdorfOberpfalz

„Wir nehmen alles auf die Schippe“

„Barbari Bavarii“ feiern ihr zehnjähriges Bestehen mit einem Jubiläumskonzert in Speichersdorf.

Oberpfälzer durch und durch, ihr Jubiläumskonzert geben sie auf Einladung der Speichersdorfer Bürgerstiftung Lebensfreude in Oberfranken: Die drei Burschen von „Barbari Bavarii“, Stephan „Rosi“ Rosner, Peter „Beda“ Greiner und Christian „Weiti“ Witt (von links).
von Holger Stiegler (STG)Profil

2010 hat die Erfolgsgeschichte der „bayerischen Barbaren“ aus der Oberpfalz begonnen – und gefeiert wird einem Jubiläumskonzert ausgerechnet in Oberfranken: Am Freitag, 10. Januar, 19.30 Uhr, gastieren „Barbari Bavarii“ auf Einladung der Speichersdorfer Bürgerstiftung Lebensfreude in der Sportarena.

Einen „Liedermacher-Abend in XXL“ versprechen die drei Bandmitglieder Peter „Beda“ Greiner, Stephan „Rosi“ Rosner und Christian „Weiti“ Witt aus der Gemeinde Theisseil. Holger Stiegler hat sich im Vorfeld mit dem Trio unterhalten.

ONETZ: Ich muss natürlich fragen: Wie ist es zu dem Namen „Barbari Bavarii“ gekommen?

Barbari Bavarii: Christian Witt: Der Name is auf meim Mist gwachsen. Wir fanden den einfach witzig. „Barbari Bavarii“ – hinten mit zwei i – ganz wichtig! – heißt ja so viel wie bayerische Barbaren. Die Römer san ja nur bis Rengschburch (Regensburg) kumma, alle jenseits waren Barbaren.

ONETZ: Fühlt Ihr euch als modische Trendsetter? Die weiß-blauen Anzüge sind ja nicht nur ein Bekenntnis zur Heimat, sondern sehen auch noch sehr chic aus.

Barbari Bavarii: Stephan Rosner: Also Trendsetter waren wir noch nie und da wollma a niad hin. Die Anzüge sind im Übrigen nicht von uns, deshalb gibt’s die auch nicht bei uns zu kaufen. Früher samma ja nur in Lederhosn aufgetreten, jetzt momentan immer die eine Hälfte des Abends im Bayern-Anzug. Des ist quasi unser barbarisches Sonntagsoutfit, wir wollen ja schön sein für unser Publikum.
Christian Witt: Ja, die passen einfach zu uns! Lustig, bairisch und a bissl billig!

ONETZ: Zur Musik: Beschreibt mit eigenen Worten, auf was sich ein unbedarfter Konzertbesucher einstellen muss.

Barbari Bavarii: Peter Greiner: Also wir machen lustige, bairische Mundartlieder. Drei Jungs, die munter verschiedenste Instrumente auf der Bühne durchtauschen und mit witzigen Texten die Leute zum Lachen bringen.
Stephan Rosner: Ja, der Text steht dabei immer im Vordergrund, und wir nehmen gern mal alles auf die Schippe, was uns so auffällt. Tratschtanten im Ort, jammernde Männer mit Männerschnupfen, Franken, Niederbayern und auch uns selbst manchmal. Am schönsten ist es immer, wenn das Publikum Situationen aus dem eigenen Alltag kennt oder sich selbst a bissl ertappt fühlt.
Christian Witt: Wir san quasi so was wie da Fredl Fesl, bloß zu dritt.
Rosner: ... und in jung! (lacht)

ONETZ: Ihr habt mittlerweile vier Alben herausgebracht. Braucht es im heutigen Zeitalter von Streaming und Downloads überhaupt noch CDs oder gar Vinyl?

Barbari Bavarii: Christian Witt: Vinyl ist seit Jahren wieder stark im Kommen, aber ne echte Platte hamma noch nicht rausgebracht.
Stephan Rosner: Ja, wir san halt in den 90ern als Kinder mit Musik in Berührung gekommen, und des waren damals halt Kassetten und vor allem CDs. Für uns und auch für viele Fans gehört des dazu, dass man da auch was zum Anfassen und Anschaun hat. Daher lassen wir uns auch immer wieder was einfallen. Im Booklet vom zweiten Album gab’s zum Beispiel einen Comic über uns.
Christian Witt: Außerdem verdienen am Streaming hauptsächlich die Plattformen. Selbst große Künstler kriegen nur kleine Bruchteile von einem Cent pro Stream. Wer also Künstler unterstützen will, egal ob des wir san oder große Rockstars, der sollte Musik in irgendeiner Form kaufen und nicht streamen.
Stephan Rosner: Und wenn es geht vielleicht bei einem Händler in der Nähe kaufen und nicht bestellen, sonst gibt’s irgendwann keine Künstler und keine Läden mehr.

ONETZ: „König vo da Oberpfalz“ seid ihr ja schon – zumindest legt dies das gleichnamige Lied nahe. Welche Ziele bleiben da noch?

Barbari Bavarii: Peter Greiner: Also, König vo da Oberpfalz is ja der Protagonist Sepp in unserem aktuellen Programm „Sepp, der Durchschnittsdepp“ und net wir.
Stephan Rosner: Daher bleibt unser Ziel, dass wir des werdn. Quasi in einer Art Triumvirat (lacht). Ne, Quatsch, unser Ziel ist etz erst mal, im Januar ein geiles Jubiläum mit unseren Fans und hoffentlich vielen neuen Gesichtern zu feiern. Das wird sicher der Hammer!
Christian Witt: Und danach werden wir an einem neuen Programm basteln. Ein Best-of ist schließlich noch nicht das Ende.

Karten gibt es bei den bekannten Vorverkaufsstellen sowie bei NT-Ticket

Hintergrund:

Typisierungsaktion von „Hilfe für Anja“

Zum Konzert findet auch eine Typisierungsaktion des Vereins „Hilfe für Anja“ für eine mögliche Stammzellspende statt. Diese erfolgt mittlerweile ohne großen Aufwand mit einem Wattestäbchen. Die Typisierungsaktion läuft von 18.30 Uhr (Einlass) bis zum Konzertbeginn um 19.30 Uhr, während der halbstündigen Pause sowie nach Ende des Auftritts. Um in die weltweite Spenderdatei aufgenommen zu werden, muss man zwischen 17 und 55 Jahre alt sein. Die Beteiligung an der Aktion ist kostenlos. Der Verein bittet aber um Spenden, da pro Auswertung Kosten in Höhe von 35 Euro anfallen. Mittlerweile hat „Hilfe für Anja“ mit Sitz in Kirchenthumbach bereits 55 555 Spender in knapp 160 Typisierungsaktionen aufgenommen. 2020 blickt der Verein auf sein 20-jähriges Bestehen zurück, die Aktion in Speichersdorf ist die erste im Jubiläumsjahr. WEitere Informationen unter www.hilfe-fuer-anja.de.

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