26.06.2019 - 10:43 Uhr
Stein bei PlößbergOberpfalz

Brand in Sägewerk bei Plößberg

Über 150 Feuerwehrleute rückten am frühen Mittwochmorgen nach Stein bei Plößberg aus. In einem Sägewerk stand ein Hackschnitzelbunker mit Sägeresten in Flammen. Der Vorfall weckte Erinnerung an einen Brand vor fast genau 15 Jahren.

von Martin Maier Kontakt Profil

Unter den Stichwörtern "Brand Sägewerk" alarmierte die Integrierte Leitstelle Nordoberpfalz (ILS) um 4.47 Uhr 16 Feuerwehren. Es rückten über 150 Brandschützer und Mitglieder des Roten Kreuzes nach Stein aus. Nach Polizeiangaben verlief der Brand "eher glimpflich".

In einem momentan ungenutzten Hackschnitzelbunker mit Sägeresten war ein Feuer ausgebrochen. Die Polizei geht von einer Selbstentzündung aus. Die Feuerwehren konnten den Brand rasch löschen. Laut Auskunft des Sägewerkbetreibers entstand ein Schaden von etwa 10.000 Euro. Personen wurden nicht verletzt.

Bei der Besitzerfamilie und vielen Feuerwehrleuten weckte der Vorfall wahrscheinlich böse Erinnerungen: Fast auf den Tag genau vor 15 Jahre am 25. Juni 2004 gegen 9.15 brannte das Sägewerk komplett nieder. Damals entstand ein Schaden von rund 5 Millionen Euro (Hintergrund).

Der Bericht zum Brand im Jahr 2004

Diesmal war das Ausmaß der Zerstörung aber überschaubar. Einsatzleiter und Kreisbrandinspektor Lorenz Müller hob das schnelle und massive Eingreifen der Feuerwehr hervor. Eine besondere Gefahr im Sägewerk ist die Ausbreitung von einem Gebäude zum anderen.

Laut Müller waren rund 25 Atemschutzgeräteträger vor Ort: "Auf Grund der Hitze war das sehr belastend für die Kameraden. Daher haben wir auch gleich eine Getränkeversorgung organisiert." Der Holzschnitzelbunker musste mit einem Radlader und später mit einem Bagger ausgeräumt werden. Die Feuerwehr löschte die Glutnester.

Bei der Wasserversorgung gab es keine Probleme. Zugute kam, dass die Waldnaab direkt am Betriebsgebäude vorbeifließt. Im Einsatz waren die Feuerwehren aus Schwarzenbach, Schönficht, Beidl, Thanhausen, Ellenfeld, Lengenfeld, Hohenthan, Mitterteich, Floß, Bärnau, Plößberg, Falkenberg, Wildenau, Liebenstein, Tirschenreuth und Schönkirch. Außerdem waren die Unterstüzungsgruppe Örtliche Einsatzleitung des Landkreises Tirschenreuth und Kreisbrandrat Andreas Wührl vor Ort. Zudem standen die Mitglieder des Roten Kreuzes bereit.

Hintergrund:

Zwei weitere Brände

Fast auf den Tag genau vor 15 Jahren gab es einen weit größeren Einsatz im Sägewerk in Stein: Am Freitag, 25. Juni, brannte das sogenannte „alte Sägewerk“ komplett nieder. Der „Neue Tag“ berichtete von fünf Millionen Euro Schaden und fünf Verletzten bei den Löscharbeiten.

15 Feuerwehren rückten mit rund 250 Helfern aus. Das Rote Kreuz war mit über 30 Kräften im Einsatz. Auch eine Maschine der Polizeihubschrauberstaffel aus Roth bei Nürnberg war vor Ort. „Kilometerweit ist die riesige dunkle Rauchwolke noch am Himmel zu sehen. Selbst aus dem Landkreis Amberg-Sulzbach melden sich besorgte Anrufer“, schrieb Berthold Zeitler.

Schon sechs Jahre vor diesem Unglück musste das Unternehmen einen Tiefschlag wegstecken: Am 20. Mai 1998 hatte es schon einmal gebrannt. Damals war der Schaden auf drei Millionen Mark beziffert worden. Ursache: technischer Defekt. (rti)

Korrektur:

"Objektbezogene Alarmierung"

In einer vorherigen Version des Artikels stand, dass es seit dem Brand 2004 einen eigenen Alarmplan gibt. Dies ist laut Kreisbrandinspektor Lorenz Müller nicht richtig. „Seit 2010 mit Einführung der Integrierten Leitstellen und der damit verbundenen neuen Alarmierung, gibt es die Möglichkeit einer objektbezogenen Alarmierung. Hierbei wird für das Objekt eine detaillierte Einsatzmittelkette erstellt, nach der dann in solchen Fällen alarmiert wird“, erklärt Müller. Das habe nichts mit dem Brand vor 15 Jahren zu tun. Diese Objektplanung gebe es für mehrere Industrieanlagen im Landkreis. Zum anderen verweist er darauf, dass die Aussage „ein entsprechend dimensioniertes Hydrantennetz“ nicht korrekt ist. Laut dem Kreisbrandinspektor „ist das Hydrantennetz in der üblichen Größenordnung erstellt, wie es in ländlichen Gebieten vorhanden ist“.

Bilder vom Brand 2004.

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