08.05.2018 - 18:42 Uhr
Sulzbach-RosenbergOberpfalz

Polizei ermittelt gegen rücksichtslosen 73-jährigen BMW-Fahrer Aggression gegen Helfer wächst

Wegen des Landkreislaufs am Samstag waren verschiedene Straßen in der Region kurzzeitig dicht. Auch in Obersdorf gab es solche Bereiche, die von 8.30 Uhr bis kurz nach 9 Uhr aus Sicherheitsgründen für Kraftfahrzeuge gesperrt waren. Kaum zu glauben: Trotzdem gab es Unbelehrbare, die unbedingt mit ihrem Auto dort hineinfahren mussten.

Feuerwehrposten wie hier beim Landkreislauf leben zunehmend gefährlich, wie der Vorfall in Obersdorf beweist. Bild: Hartl
von Joachim Gebhardt Kontakt Profil

Die Feuerwehr Rosenberg bekam da viel ab: Die Männer hatten 20 Posten zwischen der Ortsmitte von Obersdorf und der Kläranlage Hahnbach zu besetzen. Der Rosenberger Kommandant Jürgen Schloß erinnert sich: "An diesem Tag war es wirklich nicht angenehm. Wir wurden beschimpft als Nichtsnutze, Wichtigmacher, Deppen und mit noch schlimmeren Ausdrücken belegt."

Absperrungen ignoriert

In Obersdorf gipfelte das in einem unglaublichen Vorgang: Ein 73-jähriger Autofahrer durchbrach zwei Absperrungen und stieß auf einen 24-jährigen Feuerwehrmann, der ihn nicht durchließ. Daraufhin rollte der Senior mit seinem BMW dem Posten an die Beine und verletzte ihn leicht.

"Er wollte nicht hören"

Jetzt ermittelt die Polizei gegen den uneinsichtigen Fahrer wegen Nötigung und Körperverletzung. "Wir haben ihn zweimal darauf hingewiesen, dass jetzt die Läufer kommen und er nicht reinfahren darf, um keine Personen zu gefährden. Aber er wollte nicht hören und freie Fahrt erzwingen", so der Kommandant.

Michael Kernebeck, der Leiter der Sulzbach-Rosenberger Polizeiinspektion, erklärt die aktuelle Rechtslage: Durch den neuen Paragrafen 115 im Strafgesetzbuch sind Helfer, die hoheitliche bzw. polizeiliche Aufgaben erledigen oder im Notfalleinsatz arbeiten, Vollzugsbeamten gleichgesetzt. Das heißt, ein Angriff auf sie zählt genauso schwer wie auf einen Polizisten.

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