05.02.2021 - 16:18 Uhr
TirschenreuthOberpfalz

SPD-Kreistagsfraktion fordert tägliche Coronatests für Grenzpendler

Die SPD-Kreistagsfraktion wendet sich wegen der angespannten Coronalage im Kreis Tirschenreuth mit einem offenen Brief an den Landrat. Sie fordert mehr Schnelltests und noch engere Kontroll-Zeiträume für Grenzpendler.

Die SPD schlägt eine flächendeckende Testung mit Schnelltests im Landkreis Tirschenreuth vor.
von Martin Maier Kontakt Profil

Mit einem offenen Brief an Landrat Roland Grillmeier bringt sich die SPD-Kreistagsfraktion in die Diskussion wegen der derzeitigen Corona-Situation ein. Darin fordert sie, dass alle Kreisräte besser in die Informationspolitik des Landkreises eingebunden werden. Als Beispiel nennt Fraktionssprecher Uli Roth die nicht erfolgte Öffnung der Schulen für Wechselunterricht in den Abschlussklassen. Diese Meldung sei erst Anfang der Woche sehr spät über die Presse erfolgte.

Zudem kritisieren die Sozialdemokraten den aktuellen Umgang mit öffentlicher Meinungsäußerung über die Facebook-Seite des Landkreises. Es sei kein gutes Zeichen, wenn Einträge und Kommentare mit dem Verweis darauf, dass man nicht alle Kommentare beantworten könne, einfach gelöscht werden. Denn der aktuell für viele Menschen unerklärliche, überproportional starke Anstieg der Corona-Fallzahlen müsse erklärt werden.

Flächendeckende Testung

„Wir fordern eine bessere Einbindung der Fraktionen (informell) in die Strategie, was als nächstes bei der Bekämpfung der Pandemie im Landkreis passiert“, schreibt Roth. Die Fraktionen und der Kreistag sollten nicht darauf angewiesen sein, auf der Homepage des Landkreises nachzulesen, was gerade Aktuelles beschlossen wird, um das weitere Ansteigen der Corona-Fallzahlen in den Griff zu bekommen.

Die SPD macht dazu auch Vorschläge: Neben den sehr gut funktionierenden Testzentren sei es notwendig, dass eine flächendeckende Testung mit Schnelltests im Landkreis passiert. Als Beispiel nennt die SPD den Landkreis Pfaffenhofen, der sechs Schnelltestzentren in Betrieb genommen hat. Außerdem plädieren die Genossen die Testpflicht für tschechische Grenzpendler noch einmal zu verschärfen. Der negative Test sollte nicht wie bisher 48, sondern maximal 24 Stunden alt sein. Bei beiden Maßnahmen brauche es möglicherweise personelle und finanzielle Unterstützung vom Freistaat.

Unterkünfte für Grenzpendler

Als weitere Idee regt die SPD an, zu prüfen, ob es nicht angebracht wäre, den tschechischen Grenzpendlern im Landkreis Unterkünfte anzubieten. „Dann gäbe es während der Woche keine weiteren Kontaktmöglichkeiten zu tschechischen Mitbürgern“, so Roth. An den Mietkosten sollten sich die betroffenen Firmen (zumindest anteilig) beteiligen. Außerdem blicken die Genossen auch in den Landkreis Wunsiedel. Dort gebe es ab Montag vergünstigte Taxi-Fahrten und neue Anrufbuslinien, um vor allem ältere Mitbürger mittels ÖPNV zu den Impfzentren zu bringen. Ein solches Konzepte sei auch für den Kreis Tirschenreuth unter Einbeziehung des Baxi sinnvoll.

Am Ende hebt Roth aber auch heraus, dass die Haupt- und Ehrenamtlichen bei der Bekämpfung der Pandemie „zweifelsohne eine gute Arbeiten leisten“. Die SPD wolle aber mithelfen, „noch besser zu werden“.

Erklärungsversuche für die hohen Coronazahlen im Landkreis Tirschenreuth

Tirschenreuth
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Für Sie empfohlen

 

 

 

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.