10.07.2018 - 22:14 Uhr
WiesauOberpfalz

Junger Kapplwirt schwimmt mit Saibling zum Erfolg

„Regionale Fisch-Highlights – Bachsaibling aus dem Land der 1000 Teiche“ ist heuer das Motto des Kochwettbewerbs von Arge Fisch und Berufsschule Wiesau. Dazu treten drei Schüler an, um die 15-köpfige Jury von ihrem Können zu überzeugen.

Das Rotlicht sorgt dafür, dass die Speisen auf den vorgewärmten Tellern ihre Temperatur behalten.
von Norbert Grüner Kontakt Profil

(tr) Intensiv haben sich die Kandidaten, die mit einem Helfer ihrer Wahl angereist waren auf den großen Tag vorbereitet, um die Jury, bestehend aus Teichwirten, Gastronomen und Landkreisvertretern von ihrem Können zu überzeugen. Ausgelobt hat den Wettbewerb, wie schon in den Vorjahren, die Arge Fisch im Landkreis Tirschenreuth zusammen mit dem "Staatlichen Beruflichen Schulzentrum Wiesau".

Kompetente Hilfe

Für kompetente Hilfe zu allen Fragen in der Küche und am Herd standen den drei Kandidaten mit den Fachlehrern Angelika Meier und Markus Schultes zur Verfügung. Arge-Vorsitzender Thomas Beer sagte: "Für die Arge Fisch ist dieser Wettbewerb jedes Jahr ein ganz besonderes Vergnügen. Hier haben junge Köche die Gelegenheit, ihr Erlerntes vor einer kompetenten Fachwelt unter Beweis zu stellen. Außerdem führen wir auf diese Weise die Köche von morgen an unseren hervorragenden, heimischen Fisch heran."

Internationales Trio

Aufgrund von Umbauarbeiten in der Küche des Berufsschulzentrums fand der Wettbewerb diesmal in ungewohnter Umgebung, im Kettelerhaus in Tirschenreuth, statt. Ein internationales Trio hatte sich für die Endausscheidung qualifiziert und lag durchaus auf Augenhöhe. Das war daran zu erkennen, dass den Juroren nach jedem Gang die Punktevergabe alles andere als leicht fiel.
Bruno Mischik aus der Slowakei wollte Zungen und Gaumen der Fachleute mit einem Carpaccio vom Saibling als Vorspeise und einem Saiblingsfilet an Mangopüree und Granatapfelsirup überzeugen. Die Kombination von Mango und Granatapfel kam dabei besonders gut an. Trotzdem reichte es am Ende "nur" für den dritten Platz.

Star-Qualitäten

Mohammed Toman kommt aus dem Irak und versuchte mit landestypischer Fischzubereitung zu überzeugen. Als Vorspeise kredenzte er eine arabische Fischsuppe. Danach gab es "Tepsi", ein Saiblingsfilet mit gegrilltem Gemüse - eine echte Spezialität aus seiner Heimat. Er wurde Zweiter. In der Küche allerdings war er der Superstar, präsentierte er sich, wie man es von seinen Sterne-Kollegen Lafer oder Schuhbeck aus dem Fernsehen kennt. Ein echter Showman, der trotz Konzentration auf sein Tun, immer genau weiß, wo die Kameras sind.
Seinen Heimvorteil konnte schließlich Dominik Rosner, ein echtes "Kapplgewächs" aus Münchenreuth nutzen. Mit seiner Vorspeise, Zucchinicremesuppe mit Saibling und einem perfekt abgestimmten Hauptgang bestehend aus Saiblingsfilet auf Lauchgemüse und Kartoffeln überzeugte er auf ganzer Linie und entschied das Kopf-an-Kopf-Rennen für sich.
Als Preise überreichten Arge-Vorsitzender Thomas Beer, stellvertretender Schulleiter Wolfgang Hecht und Fabian Polster, Geschäftsführer der Arge Fisch je eine Urkunde, ein Kochbuch und Bares als Lohn für die Anstrengungen der drei Bewerber. Außerdem erhielt Dominik Rosner einen Gutschein für die Teilnahme am Fisch-Grillkurs der Arge Fisch zusammen mit den Stiftlandgrillern am 8. September auf dem Fischhof Stock in Kornthan. Von dieser Adresse wurde auch der Fisch für den Kochwettbewerb spendiert.
Auch die Auszubildenden zum Restaurantfachmann leisteten hervorragende Arbeit beim Servieren der Speisen und Getränke. Schon im Vorfeld hatten sie die dezente wie wirkungsvolle Tischdekoration erledigt. Passend zum Thema waren zum Beispiel die Stoffservietten wie klassische Papierschiffchen geformt.

Zehn Nationen

Die Fachlehrer Markus Schultes und Angelika Meier stellten abschließend kurz die Berufsfachschule für gastgewerbliche Berufe vor. Die Schüler dort kommen mittlerweile aus zehn Nationen. Die meisten Absolventen beginnen ab September eine Ausbildung im Bereich Hotellerie oder Gastronomie.

Rezept:

Zutaten für 10 Portionen, Zubereitung etwa 35 Minuten: 5 Kartoffeln, 2 Kilo Zucchini, 500 Gramm frische Aprikosen, zweieinhalb Zwiebeln, zweieinhalb Knoblauchzehen, 5 Esslöffel Pflanzenöl, Salz, Pfeffer, 2 Liter Instant-Gemüsebrühe, 500 Gramm Schlagsahne, 600 Gramm Saiblingsfilet, zweieinhalb Bünde frische Kräuter (Petersilie, Schnittlauch, Kresse, Dill). Zubereitung: Kartoffeln schälen und waschen. Zucchini putzen und waschen. Aprikosen waschen, halbieren und entsteinen. Alles in Würfel schneiden. Zwiebel und Knoblauch abziehen, fein würfeln. In einem Topf 1 Esslöffel Öl erhitzen, Zwiebel und Knoblauch darin andünsten. Kartoffeln, Zucchini und Aprikosen zugeben, kurz mitdünsten und mit Salz und Pfeffer würzen. Mit Brühe und Sahne auffüllen, alles zirka 15 Minuten köcheln lassen, dann fein pürieren. Inzwischen die Fischfilets kalt abbrausen, trocken tupfen. Kräuter fein hacken. Fisch mit 1 Esllöffel Öl einreiben, mit den Kräutern bedecken und mit Salz und Pfeffer würzen. In feine Scheiben schneiden, in der heißen Suppe servieren. (tr)

Das Siegergericht: Zucchinisuppe mit Saiblingsfilet

Mohammed Toman aus dem Irak wurde Zweiter und hat in der B-Note in der Küche die volle Punktzahl verdient.

Die Teilnehmer des Wettbewerbs von links, Bruno Mischik und Dominik Rosner sowie rechts Mohammed Toman zusammen mit ihrem Ausbilder Küchenmeister Markus Schultes, Zweiter von rechts.

Markus Schultes (rechts) erklärt, auf was es bei den Details ankommt.

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