31.03.2019 - 14:15 Uhr
UrsensollenOberpfalz

Tag der Astronomie: Über Amberg ist es zu hell

Zum Tag der Astronomie zeigt die Sternenwarte in Ursensollen wie man schonend und vernünftig beleuchtet. Denn der sogenannte Licht-Smog wird für die Sternengucker zunehmend zum Problem.

Zum Tag der Astronomie zeigt die Sternenwarte in Ursensollen wie man schonend und vernünftig beleuchtet. Denn der sogenannte Licht-Smog wird für die Sternengucker zunehmend zum Problem.

Was ist Lichtverschmutzung, welche Auswirkungen hat sie und was können wir dagegen tun? Diese Fragen wollten die Hobbyastronomen aus Ursensollen dieses Jahr am Tag der Astronomie einem breiten Publikum näherbringen. Zunächst referierte Joachim Siegert als Experte in dieser Sache im Atrium der Mittelschule. Danach ging es gemeinsam zum Dorfplatz, wo die Teilnehmer durch Teleskope einen Blick in den Ursensollener Nachthimmel werfen durften.

Dunkelheit verschwindet

"Die Dunkelheit verschwindet immer mehr aus unserer Gegend", so Siegerts These. Schuld daran sei die immer stärkere und oft auch unnötige Beleuchtung. Werden Gebäude, Straßen und Werbetafeln aufwendig ausgeleuchtet, hat das Auswirkungen auf den Nachthimmel, so seine Aussage. Oft strahle das Licht zur Seite oder nach oben aus, werde in der Atmosphäre reflektiert und erschwere so astronomische Beobachtungen. Anhand von Straßenkarten und Luftbildaufnahmen demonstrierte er, wie sehr diese Lichtverschmutzung in den vergangenen Jahren zugenommen hat. Dabei stellte er fest: "Über Amberg ist es fast fünfmal so hell wie über Ursensollen."

Die Lichtverschmutzung ist laut Siegert aber nicht nur ein Ärgernis für Astronomen, sie habe auch Auswirkungen auf die Natur. Besonders nachtaktive Lebewesen wie Insekten oder Fledermäuse würden durch zu helle Beleuchtung in ihrem natürlichen Verhalten gestört und dadurch die Orientierung verlieren. Experten sehen darin einen der Gründe für das Artensterben. Das künstliche Licht störe aber auch den Tag-Nacht-Rhythmus des Menschen, denn es hemme die Produktion von wichtigen Hormonen und könne so zu unruhigerem Schlaf führen.

Dann hatte Siegert noch einige Tipps parat: "Beleuchten sie effizient! Fragen sie sich immer: Brauche ich dieses Licht wirklich? Muss es wirklich so hell sein?" Mit den neuen LED-Straßenlaternen sieht der Experte bereits einen wichtigen Schritt gemacht.

Blick durch das Teleskop

Im Anschluss zeigte Siegert den Teilnehmern am Dorfplatz, wie man die Himmelshelligkeit misst. Das Ergebnis: Der Nachthimmel über Ursensollen eignet sich hervorragend für Hobbyastronomen. Und so durfte jeder mal einen Blick durch das Teleskop werfen und bekannte Sternenbilder wie den Orionnebel beobachten.

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Nachrichten per WhatsApp und Facebook Messenger

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.