11.05.2018 - 20:10 Uhr
VohenstraußOberpfalz

Vohenstraußer Grundschüler ergründen die digitale Welt Kleine Programmierer

Als erste Grundschule im Schulamtsbezirk Neustadt/Weiden schickt die Vohenstraußer Bildungseinrichtung einige ihrer wissbegierigen Dritt- und Viertklässler auf neue Pfade. Mit dem Calliope mini, einem programmierbaren Mikrocontroller, ergründen sie spielerisch die digitale Welt.

"Ziel ist es, dass die Schüler zu einem lebenslangen Lernen befähigt werden, damit sie den Herausforderungen in einer digitalen Welt gerecht werden." Zitat: Schulamtsdirektorin Beatrix Hilburger
von Christine Walbert Kontakt Profil

Vorerst sind es nur die acht Buben und drei Mädchen der Computer-AG, die auf freiwilliger Basis in den Genuss des Pilotprojekts kommen. Unter Anleitung von Lehrer Stefan Schmidbauer gehen die jungen Tüftler ohne Scheu und mit großer Neugierde an die Aufgabe heran. Das Schreiben von Computerprogrammen, das sogenannte Coding, ist in Schulen ein noch recht junger Trend, der den Kindern die Möglichkeit bietet, sich technologisches Wissen zu erschließen.

Souveräne Nutzer

Mit ein bisschen Übung und dem richtigen Programm verwandelt sich der Calliope mini in ein Instrument, einen Taschenrechner, eine Wetterstation oder eine Discokugel. Egal, ob die Schüler einen Roboter bauen oder Nachrichten übertragen wollen: Mit wenigen Klicks erstellen sie eigene Programme für den Mikrocomputer und bringen Sachen in Bewegung. Auf seiner Homepage gibt der Hersteller des Calliope mini den Grundgedanken der Idee preis: "Davon versprechen wir uns besser ausgebildete Kinder, aber auch kritischere und souveräne Nutzerinnen und Nutzer der neuen Technologien, die sowohl Begeisterung für die Möglichkeiten als auch ein Gefühl für die Gefahren vermittelt bekommen haben." Die Vohenstraußer Rektorin Margit Walter ließ sich von Schulamtsdirektorin Beatrix Hilburger nicht lange bitten, als es darum ging, an ihrer Grundschule dieses Projekt anzugehen. "Wir haben eine hervorragende digitale Ausstattung und wir fanden zudem in Hans Meller - er ist Vater eines Schulkindes an unserer Schule - einen Sponsor, der uns 14 Calliope mini zu je 36 Euro finanzierte", erklärt Walter.

Kompetenzen schulen

Natürlich braucht es auch einen IT-begeisterten Lehrer, der die Wissbegierde der Kinder in die richtigen Bahnen lenkt. Schmidbauer stand sofort parat, schließlich betreut er seit Jahren die Computer-AG. Und so kabeln und drücken die Neun- und Zehnjährigen seit einigen Wochen munter drauf los und versuchen ihre Mini-Rechner in Gang zu bringen und sämtliche Funktionen auszuprobieren. Die Schulamtsdirektorin war vor kurzem in Vohenstrauß, um die ersten Gehversuche der jungen Programmierer zu begutachten. Sie war begeistert. Hilburger will mit dem Projekt die natürliche Neugierde der Grundschüler nutzen, um in spielerischer Form die Grundlagen des Programmierens zu vermitteln: "Dabei können viele Medienkompetenzen geschult werden: Suchen und Verarbeiten, Kommunizieren und Kooperieren, Produzieren und Präsentieren, Analysieren und Reflektieren."

Der Hintergedanke liegt auf der Hand: "Ziel ist es, dass die Schüler zu einem lebenslangen Lernen befähigt werden, damit sie den Herausforderungen in einer digitalen Welt gerecht werden."

Der Praktiker Schmidbauer wartete seit langem auf einen Vorstoß in diese Richtung, denn Coding taucht bislang weder in den Lehrplänen noch in bildungspolitischen Verordnungen auf. Doch gerade in der Grundschule eröffne das Programmieren ein breites Feld an Anknüpfungspunkten, erklärt der Grundschullehrer.

Die Pädagogen sind sich einig, dass ein wichtiger Aspekt die Medienkompetenz ist. Es gehe nicht um das reine Bedienen digitaler Geräte, das Arbeiten mit Medien, sondern auch das Lernen über Medien. Den Kindern wird ein Grundverständnis der uns umgebenden digitalen Welt vermittelt, das ihnen erlaubt, diese technologische "black box" zu entzaubern. Sie lernen, sich Technologie zunutze zu machen.

Ziel ist es, dass die Schüler zu einem lebenslangen Lernen befähigt werden, damit sie den Herausforderungen in einer digitalen Welt gerecht werden.Schulamtsdirektorin Beatrix Hilburger

Ausstattung

Neben 25 roten und einer RGB-LED und zwei programmierbaren Buttons enthält das Board einen kombinierten Lage- und Bewegungssensor mit Kompass sowie ein Bluetooth-Modul und Funk, mit denen der Calliope mini mit anderen Geräten kommunizieren kann. Das Board kann man nicht nur mit dem Computer programmieren. Per App überträgt man selbst erstellte Programm kabellos auf den Minicomputer. (ck)

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