06.02.2019 - 16:08 Uhr
WaldsassenOberpfalz

Zeichen und Siegel im fairen Handel

Fairer Handel ist eine Handelspartnerschaft, die auf Dialog, Transparenz und Respekt beruht und nach mehr Gerechtigkeit im internationalen Handel strebt. Darauf weist Sabine Leistner bei einem Vortrag im Gartenschulhaus hin.

Referentin Sabine Leistner zusammen mit Gudrun Sirtl, Angela Frank, Christina Kunz und Harald Hertel (von links) von der Steuerungsgruppe „Fair Trade Town Waldsassen“.
von Paul Zrenner Kontakt Profil

Die Referentin, Leiterin des Weltladens in Regensburg, unterstrich den Beitrag des fairen Handels zu einer nachhaltigen Entwicklung. "Respekt vor dem Nächsten heißt mindestens, dass man ihm das Nötigste zum Leben zugesteht", so die Sprecherin und nannte konkret Essen und Trinken, Wohnung, Kleidung, medizinische Versorgung und Schulbildung.

"Um dies zu erkennen, gibt es mittlerweile viele Siegel, die natürlich auch für Verwirrung sorgen." Sabine Leistner nannte diverse Lieferanten, die zu 100 Prozent Produkte aus dem fairen Handel vertreiben. Diese hätten in der Regel höhere Standards als das Fair-Trade-Zeichen und verzichteten deshalb auf eine Zertifizierung. "Deshalb findet man in den Eine-Welt-Läden dieses Zeichen kaum noch, obwohl die Produkte die Voraussetzungen dafür erfüllen würden."

"Transfair" ist nach den Worten von Sabine Leistner eine Siegelorganisation, die unabhängig ist und Produkte zertifiziert. "Das Zeichen dafür ist sehr bekannt und man findet es häufig im Supermarkt." Darüber steht noch das WFTO-Siegel (World Fair Trade Organisation), das weltweit die ganze Handelskette vom Produzenten bis zum Einzelhandel zertifiziert.

Fairer Handel erstreckt sich über viele Bereiche. So werden häufig Natursteine mit Kinderarbeit etwa in Indien produziert. Hier garantiere das Siegel Xertifix eine sozialverträgliche Arbeit. Weiterhin gibt es Fußbälle, das Fairphone als Smartphone, eine faire Computermaus und vieles mehr. Auch bei Kleidung gebe es mehrere Siegel - wie das der "Fair Wear Foundation" für menschliche Arbeitsbedingungen oder Fairtrade-Cotton für den Baumwollanbau. Auch das GOTS-Siegel bezeichnete die Referentin als eines der besten in dieser Branche. Grundsätzlich empfahl Leistner, alle Produkte möglichst lange zu nutzen, um den Ressourcenverbrauch zu senken. "Smartphones brauchen 30 verschiedene Metalle, der Abbau kann zu großen Umweltschäden führen und ist nicht selten gefährlich für die Arbeiter", heißt es dazu in der Pressemitteilung. Auch Baumwolle brauche große Anbauflächen und viel Wasser.

Die Referentin freute sich über den neuen Trend der Kleidertauschpartys. Dieser sei vor allem bei jungen Leuten beliebt. Sie empfahl der Steuerungsgruppe von Waldsassen, sich zur Information einen Wegweiser durch das Label-Labyrinth zuzulegen. "Wer einkauft, entscheidet mit! Auch darüber, ob unsere Mitmenschen in Würde leben können."

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