21.07.2019 - 20:50 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Bei AfD-Parteitag: Magerl nennt Journalisten "Ratten"

Bei der bayerischen AfD liegen die Nerven blank, auch beim Weidener Landtagabgeordneten Roland Magerl. Am Rednerpult beschimpfte er Journalisten derb. Es waren nicht die einzigen deftigen Worte am Sonntag in Greding.

Den Rücken stärken oder in den Rücken fallen. Bei der AfD ist derzeit nicht klar, wie es intern weitergeht.
von Wolfgang Würth Kontakt Profil

Die tiefen Gräben in der bayerischen AfD sind auf einem Sonderparteitag am Sonntag offen zutage getreten. Mit knapper Mehrheit beschlossen die Mitglieder im mittelfränkischen Greding, zwei Anträge auf eine vorgezogene Neuwahl des Landesvorstands nicht weiterzuverfolgen. Die Wahl soll nun im September erfolgen.

Der Weidener Landtagsabgeordnete Roland Magerl hat es mit seiner Wortwahl beim Parteitag bis in die "Bild" geschafft. Wie die Zeitung online meldet, habe Magerl am Rednerpult kritisiert, dass Interna aus der Fraktion nach außen getragen werden und die "Ratten" der Medien dies ausnutzen würden. Später soll er sich ebenfalls am Rednerpult entschuldigt haben, es sei eine Äußerung im Affekt gewesen. Magerl lässt Öffentlichkeit und Wähler seit längerem im Unklaren, wo er im Richtungsstreit in der Partei steht. Eine Anfrage unserer Zeitung, ob er sich zur umstrittenen Fraktionssprecherin Katrin Ebner-Steiner bekennt, ließ er unbeantwortet, genau wie die Anfrage zu seiner Haltung zum rechtsnationalen "Flügel" der Partei.

Der Sonderparteitag am Sonntag musste auf Druck der AfD-Basis einberufen werden. Im Streit stehen sich Anhänger des "Flügels" um den Thüringer Landeschef Björn Höcke und gemäßigte Kräfte gegenüber. Hinzu kommen die Querelen in Landtagsfraktion und Landesvorstand.

AfD-Landeschef Martin Sichert, selbst heftig in der Kritik, rief zu Geschlossenheit auf. Einigkeit sei der Schlüssel zum Erfolg. "Es gibt nur einen, der uns aufhalten kann, und das sind wir selbst." Sichert griff den Thüringer Landeschef Höcke scharf an: Dieser solle sich um Thüringen kümmern und aufhören, sich in Bayern einzumischen und Abstimmungen in der Fraktion zu beeinflussen: "Hör endlich auf, uns zu spalten."

Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.

Tobias Punzmann

Ein "Politiker", der sich nicht zu seiner Position bekennt - sehr kurios! Oder traut er sich nicht, sich öffentlich zu seiner Position zu bekennen? Leugnet er diese, verprellt er vielleicht seine Anhänger.
Aber es ist ja gar nicht so schwer, ihn an seinem Handeln zu verorten. Wen hat er denn im Wahlkampf eingeladen? Kalbitz und Höcke! Nicht unbedingt ein Rest der Euro-aversen Professorenfraktion der Partei. Wie achtelherzig distanziert er sich von offen Rechtsextremen in seinem persönlichen Umfeld? Kann man hier nachlesen: https://www.onetz.de/oberpfalz/weiden-oberpfalz/afd-kandidat-schwiegervater-steuerbar-id2505662.html. Wo kauft er seine T-Shirts, die er auf Demos trägt? Bei einem der bekanntesten Online-Shops für ultrarechte Devotionalien, dessen Betreiber auch noch zufällig aus demselben Dorf kommt wie er. Soll sich jeder selbst sein Bild machen ...

22.07.2019