03.06.2018 - 14:45 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Armutszeugnis: Kindesmisshandlung

Mit einem Sommerfest, Benefizveranstaltungen und Kinderaktionen hat der Verein "Karolina" bereits auf sein Ziel aufmerksam gemacht: Hilfe für misshandelte Kinder. Jetzt beschreiten die Vereinsmitglieder neue Wege.

Auch in der Christian-Seltmann-Straße hängt ein Plakat der Aktion "Armutszeugnis", mit dem der Verein "Karolina" auf die Not von misshandelten Kindern aufmerksam macht.

(ps) Mit einer Plakataktion, die die Menschen aufrütteln soll. "Armutszeugnis für die Nachbarn der kleinen Elena aus der Nähe von Weiden, die alle Schreie ignorierten, als ihre Eltern sie mehrfach mit heißem Wasser übergossen", heißt es da unter anderem.

"Wir haben festgestellt, dass die Leute schon sehr abgestumpft sind. Deshalb wenden wir uns jetzt mit einer krassen Aktion an die Öffentlichkeit", sagt Tina Kiener. Gemeinsam mit ihrem Mann Ralf, Freunden und Bekannten hat sie den Verein im November 2016 aus der Taufe gehoben. Seit Freitag machen nun je fünf große Plakate in Weiden und Amberg auf schlimme Fälle von Kindesmisshandlung aufmerksam, die dem Verein durch seine Arbeit und Kontakte zu Fachleuten bekannt wurden. Ereignet haben sich diese nicht irgendwo in weiter Ferne, sondern in den Bereichen Amberg, Weiden, Neumarkt und Cham. "Die Kinderbilder sind natürlich gestellt, die genauen Orte werden nicht genannt", betont Tina Kiener.

Sie selbst ist immer wieder fassungslos über die Gleichgültigkeit, mit der viele Menschen auf Notfälle in ihrer Nähe reagieren. "Einige der Kinder könnten noch leben, wenn die Nachbarn nicht die Meinung vertreten hätten, dass sie das alles nichts angeht. Manches Martyrium hätte viel früher beendet werden können, wenn Freunde, Bekannte oder Verwandte nicht einfach weggeschaut hätten", heißt es auf der Homepage des Vereins. Die Plakataktion und die Verteilung von Flyern sollen in den nächsten zehn Tagen dazu beitragen, dass sich derartige Fälle künftig nicht mehr wiederholen.

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