14.12.2018 - 00:01 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Benjamin Dietl von "Bennys Friseure": Händchen für Haare und Deko

Bei "Bennys Friseure" glühen die Drähte: Die der Haartrockner und die der Telefone. Viele Kunden wollen sich vor Weihnachten noch frisieren lassen. Doch einen Termin ergattern jetzt nur noch wenige.

Benjamin Dietl, Inhaber von „Bennys Friseure“, dekoriert seinen Laden in der Braunmühlstraße selbst, nicht nur zu Weihnachten. „Deko spiegelt einen wider und hebt einen von der Masse ab“, sagt er.
von Sonja Kaute Kontakt Profil

"Es ist immer viel los. Der einzige Tag seit Jahren, an dem nichts los war, war neulich beim Blitzeis. Aber Weihnachten will jeder mit schönem Kopf vorm Tannenbaum sitzen", weiß Benjamin Dietl. Der 31-Jährige ist Inhaber von "Bennys Friseure" und hat wie seine neun Mitarbeiterinnen schon seit Anfang Dezember einen Kunden nach dem anderen. Dazwischen sei kaum Luft, und wenn jemand zu spät zum Termin kommt, wird's richtig eng.

"Es gibt Kunden, die machen schon Anfang des Jahres Termine fürs ganze Jahr inklusive Weihnachten", erzählt er. Wer sich bis jetzt nicht um einen Termin gekümmert hat, hat vermutlich Pech: "Außer bei Absagen ist alles dicht. Vor Weihnachten könnte ich mir hier ein Bett reinstellen." Geschlossen ist an Heiligabend und Silvester. "Das steht meinen Mädels zu."

In seinem Geschäft in der Braunmühlstraße tobt sich Dietl regelmäßig kreativ aus. "Meine Lieblings-Dekozeit ist Halloween. Die gruseligen Sachen weichen direkt der Weihnachtsdekoration. Dieses Mal sind noch überall Spinnen rausgekommen bei der Umgestaltung. Die Deko spiegelt einen wider und hebt einen von der Masse ab."

Dass er es mag, sich auszudrücken, sieht man dem Friseur selbst an: Überall blitzen bunte Tattoos hervor, und für den Fototermin zieht er extra eine Glitzer-Jacke an. Für seinen Salon einen Dekorateur zu beauftragen, kann er sich nicht vorstellen. "Ich mache das alles selber und es macht mir viel Spaß." Rentiere hängen an Wänden und stehen auf Anrichten, sein silberner Weihnachtsbaum steht am Eingang, über dem ein Mistelzweig hängt. Überall sind weihnachtliche Details zu finden.

Älteste Kundin ist 101

So bunt wie sein Salon ist seine Kundschaft: "Ich habe total gemischte Kunden und bin stolz drauf. Meine älteste Kundin ist 101 Jahre alt. Ich habe ältere Damen, die ein bis zwei Mal pro Woche zum Waschen und Föhnen kommen, aber auch junge Kunden." Übernommen hat Dietl das Geschäft vor genau drei Jahren von einem Traditionsfriseur. "Ich habe nicht damit gerechnet, was da auf uns zukommt. Aber es war das Beste, was ich machen konnte."

Neben Terminstress - und der früher oder später einsetzenden Dauer-Berieselung mit "Last Christmas" aus dem Salon-Radio - hat die Weihnachtszeit auch etwas Schönes: "Einige Kunden bringen Plätzchen und Punsch mit. Das tut mir zwar nicht unbedingt gut", sagt er mit Blick auf seinen Bauch und lacht, "aber das ist eine sehr schöne Wertschätzung von den Kunden. Letztens habe ich sogar gestrickte Socken bekommen." Dietl möchte auch selbst zu Weihnachten Gutes tun. Er sammelt im Laden Futterspenden fürs Tierheim. "Ich gebe das am 22. Dezember ab und lege selbst noch was drauf." Die Feiertage verbringt Dietl mit seiner Familie - Mutter Petra arbeitet ebenfalls im Salon - in seinem Geburtsort: Eigelsberg nahe Oberviechtach.

Info:

"Macht auf die Tür": So heißt der Adventskalender unserer Zeitung. Bis zum 24. Dezember öffnen wir in dieser Serie täglich jemands Tür und sehen, wie er oder sie sich auf das Weihnachtsfest einstimmt.

Überall im Friseursalon glitzert und schillert es.

Selbst Marilyn Monroe, die immer im Salon zu finden ist, hat eine Weihnachtsmütze auf.

Benjamin Dietl sammelt in seinem Laden spenden fürs Weidener Tierheim.

Das zehnköpfige Team von "Bennys Friseure", inklusive Benjamin Dietls Mutter (Zweite von rechts).

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