05.08.2020 - 12:17 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Mit diesem Zubehör wird die Fahrradtour sicher und komfortabel

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Mit einem Helm ist man auf dem Radl bestens geschützt. Auch Handy und Werkzeug bekommen ihren festen Platz am Rad. Und für den Komfort auf längeren Fahrten kann es Fahrer oder Fahrerin durchaus an die Wäsche gehen.

Philipp Schraml erklärt, worauf es beim Kauf eines Fahrradhelms ankommt.
von Helmut KunzProfil

Was das wichtigste Utensil, das man auf eine Radtour mitnehmen sollte? Fragt man das Herbert Deutschländer, antwortet der Sportwart des Velo-Clubs Corona Weiden ohne zu überlegen: „Der Helm.“ Warum? „Weil er absolut lebenswichtig ist.“ Der Kopf sei der höchste Punkt beim Radfahren. Allein schon reines Umfallen könne zu schwersten Verletzungen führen. Leider würden nach wie vor viel zu viele Freizeitradler ohne Kopfschutz durch die Gegend fahren. Deutschländer rät zum Kauf von Helmen, die ein Prüfverfahren durchlaufen hätten. „Ansonsten muss er halt gut passen. Am besten lässt man sich im Fachhandel beraten.“ Ein guter Helm müsse auch gar nicht teuer sein. „Aber für 10Euro kriegt man den nicht.“ Beim Kauf eines Fahrradhelms sollten Radler auf die Details achten. „Da geht’s ums Gewicht, um die Aerodynamik, um die Ausstattung. Hat er den richtigen Verschluss, ist er verstellbar, kann man ihn der Kopfform anpassen?“ 50 Euro sollte man mindestens ausgeben, wenn man das Produkt eines namhaften Herstellers kaufen wolle, das sei seine Erfahrung.

Viele seien sich inzwischen der Gefahr bewusst, die das Radeln ohne Kopfschutz berge, sagt Fahrradexperte Philipp Schraml vom Zweiradcenter Weiden. „Die Nachfrage an Helmen ist enorm.“ Wichtig sei die richtige Größe. „Es gibt Kunden, die kennen ihre Hutgröße. Daran kann man sich orientieren. Die anderen müssen durchprobieren.“ Jeder Hersteller arbeite allerdings anders. „Das ist wie im Bekleidungsbereich.“ Viele Helme besäßen Ratschen-Systeme mit Drehmomenten. Sobald der Drehmechanismus eingestellt sei, „sitzt der Helm komfortabel auf dem Kopf.“ Schraml: „Man kann für Helme bis zu 150 Euro ausgeben.“

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Weiden in der Oberpfalz

Netzeinsätze in Helmen

Das zweitwichtigste Ausrüstungsteil ist für Herbert Deutschländer eine Fahrradbrille. Die sei zwar nicht lebenswichtig, schütze aber vor Insekten. „In gewissen Monaten ist das Insektenvorkommen recht hoch. Oft auch nachts, wenn man heimfährt. Da ist eine Brille nie verkehrt“, bestätigt auch Schraml. Auch Netzeinsätze in den Fahrradhelmen dienten als Schutz vor Insekten. Natürlich müsse auch die Beleuchtung funktionieren, betont der Sportwart des VC Corona. „Besser irgendein Licht als gar keins.“ Deutschländer: „Wer hier Probleme hat, soll sich batteriebetriebene Stecklampen kaufen, damit er von anderen Verkehrsteilnehmern gesehen werden kann.“ Es gebe auch Stecklampen, die für den Straßenverkehr zugelassen seien. „Das ist aber dann extra auch auf der Verpackung vermerkt.“

„Als Freizeitradler, der auf längeren Strecken unterwegs ist, brauche ich Taschen“, erklärt Fachverkäufer Schraml. Viele Markenhersteller hätten eigene Klicksysteme entwickelt, die an den Gepäckträgern befestigt würden. Egal, ob am Vorder- oder Hinterrad: Taschen, Boxen oder Körbe könnten dort mit einem einzigen Handgriff stabil verankert werden. Die preiswertere aber universellere Variante seien Taschen mit Klettverschluss. Beachtet werden sollte beim Anbringen allerdings auch die Gewichtszunahme des Rades: Das müsse jeder Radler mit sich selber und seiner eigenen Kondition ausmachen.

Philipp Schraml erklärt, dass es Fahrradtaschen in vielen Varianten gibt.

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Auch an entsprechende Bekleidung sollte der Freizeitradler denken. „Groß nachgefragt werden Unterhosen mit Einsätzen. Darüber kann man jede Hose ziehen. Enge Fahrradhosen sind ja nicht jedermanns Sache“, sagt Schraml. Bei den Hosen komme es vor allem auf die Stärke der Schaumstoff- oder Gel-Einlagen an. Die richtige Dosierung verhindere bei längeren Fahrten Schmerzen im Po-Bereich. Apropos: Jeder Hintern sei anders gebaut, so Schraml. Im Fachhandel würden Sitzknochen-Vermessungen angeboten, damit jeder Radler die perfekte Sattelform für sich findet.

Vor Nässe schützen wasserdichte Überziehhosen und Regenjacken – besonders wichtig für Menschen, die jeden Tag auf ihrem Rad zur Arbeit fahren. Handschuhe dienen dazu, Hornhaut- oder Blasenbildung zu vermeiden. Oft würden Radler über eingeschlafene Hände klagen, so Schraml. Das liege meist an Einkerbungen an den Griffen. „Lösungen gibt es im Griffe-Segment.“ Aber auch mit entsprechenden Handschuhen ließe sich das Problem beheben.

Von Vorteil seien auch Rucksäcke. Sie gebe es auch speziell für Radfahrer – je nach Tour und Zweck in unterschiedlichen Größen. Viele Rucksäcke seien mit „Trinkblasen“ ausgestattet, die dem Radler über einen Schlauch das Trinken während der Fahrt erlaubten. Alternativ lassen sich Trinkflaschen auch immer griffbereit auch am Rahmen befestigen.

Nicht vergessen: Das Werkzeug auf die Tour mitnehmen. Das Werkzeug sei am besten in einer kleinen Tasche hinter dem Sattel unterzubringen. Unbedingt dabei haben sollten Radler eine kleine Hand-Luftpumpe (passend zur Art der Ventile), Schläuche und Reifenheber.

Herbert Deutschländer setzt auf Sicherheit und den Fahrradhelm dabei ganz oben an.

Sicheres Faltschloss

Ein großes Thema sei derzeit das vom Arbeitgeber geleaste Job-Rad, so Schraml. Ein Schloss sei dabei Vorschrift, um die Sicherheitsstandards der Versicherungen zu erfüllen. Zur Auswahl stehen Kabel-, Ketten- oder Faltschloss. Letzteres sei das hochwertigste: „Wenn ich ans Rad will, muss ich das Schloss aufflexen.“ Hundertprozentige Sicherheit vor Diebstahl gebe es allerdings nicht. „Man kann nur auf Zeitverzögerung setzen.“ Die Preise für Schlösser lägen zwischen 50 und 100 Euro.

Das Mobiltelefon hat inzwischen seinen festen Platz am Rad. Dafür gebe es ebenfalls Spezial-Halterungen, die Stabilität garantieren. Vibrationen – selbst bei Geländefahrten – seien so kein Thema mehr. „Das Handy ist definitiv sicher am Lenker verbaut“, so Schraml.

Checkliste:

Beim Radeln immer dabei

  • geprüfter und passender Fahrradhelm
  • Fahrradbrille zum Schutz der Augen vor Insekten
  • batteriebetriebene Stecklampe für Fahrten in der Dämmerung
  • Taschen, Boxen oder Körbe für längere Strecken
  • gut gepolsterte Unterwäsche zum Schutz vor Druckstellen
  • wasserdichte Kleidung zum Schutz vor Nässe
  • Werkzeug für kleinere Reparaturen
  • sicheres Fahrradschloss

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