29.07.2020 - 10:54 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Für Fahrradtouren fern der Heimat: Das Auto nimmt die Bikes huckepack

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Wenn die Radtour nicht direkt an der eigenen Haustür oder in direkter Umgebung starten soll, muss das Auto als Lastesel herhalten. Aber wer kann schon das schwere E-Bike auf den Dachträger wuchten? Zum Glück gibt es Alternativen.

Philipp Schraml vom Zweirad-Center Weiden empfiehlt Fahrrad-Heckträger, die es in vielen Marken und Varianten gibt. Damit könne man problemlos auch E-Bikes transportieren. Die Montage dauere wenige Minuten.
von Helmut KunzProfil

Da hat man sich endlich eine ansprechende Radltour durchs Voralpenland ausgearbeitet und stellt sich jetzt die Frage: Wie bringe ich meinen Drahtesel dort hin? Der Zug bietet sich natürlich an, allerdings ist man beim Schienenverkehr an feste Zeiten gebunden. Und überall hält die Bahn auch nicht. Was dann oft bleibt, ist das eigene Auto. Und das lässt sich prächtig zum Lastesel umfunktionieren.

Früher zählte der Dachträger zum Nonplusultra einer Fahrradreise mit dem Auto. Der hat aber inzwischen ausgedient. Heute, da viele Freizeitradler auf E-Bikes umgesattelt haben, gelten Dachträger als nicht mehr zeitgemäß. Wer möchte schon ein 25 Kilogramm schweres E-Bike aufs Dach seines Autos hieven? "Das Auto erlaubt nur eine ganz gewisse Dachlast. Und die ist nicht allzu hoch", warnt Philipp Schraml vom Zweirad-Center Weiden. "Der eine oder andere hätte ja gar nicht die Kraft, dieses Gewicht hochzustemmen." Das Autodach sei idealerweise also nur für herkömmliche Räder geeignet.

Die Möglichkeit, sein Fahrzeug mit und ohne Dachreling nachzurüsten bestehe natürlich nach wie vor und eigentlich auch für alle Fahrzeugtypen, betont Gunter Mutschischk, Teileexperte beim Weidener Autohaus Stegmann. "Auf dieser Dachreling kann man dann bestimmte Versionen von Anbauteilen anbringen: für Surfbrett, Dachbox oder eben Fahrrad." Die Kosten für den Grundträger seien modellabhängig: Für einen Golf beispielsweise müsse man mit etwa 150 Euro rechnen. "Installieren kann man das selber. Die Teile sind vormontiert, und jeder Bestellung liegt eine Produktbeschreibung bei." "Die meisten Leute kaufen heute einen Fahrradheckträger", erklärt Schraml. Die würden hinten auf der Anhängerkupplung fixiert. Von der Ausstattung her würden sich die einzelnen Modelle nicht groß unterscheiden. Wegen des derzeitigen Radlbooms sind die Träger jedoch teilweise ausverkauft. In manchen Autohäusern sind Heckträger nach wie vor vorrätig.

Anhängerkupplung nötig

Beim Fahrradträger am Heck des Autos unterscheide man zwischen zwei Varianten. "Zum einen habe ich die Möglichkeit, den Träger auf die Anhängerkupplung zu spannen, um einen gewissen Druck zu erzeugen und um ihn richtig zu fixieren auf der Stütze", berichtet Zweirad-Experte Schraml. Idealerweise könne diese Vorrichtung auch nach vorne gekippt werden, was den Aufsatz von E-Bikes massiv erleichtere. "Man kann in dieser Haltung dann auch die Heckklappe des Autos mühelos öffnen." Auch könnten die Fußrasten der Breite der Fahrradreifen angepasst werden. "Es gibt Spezialmodelle für normale Räder und E-Bikes." Und ganz wichtig: "Die Räder unbedingt mit Befestigungsriemen an den Fußrasten festzurren."

Natürlich funktioniere die Montage nur, wenn bereits eine Anhängerkupplung vorhanden sei, betont Mutschischk. "Nachrüsten? Kein Problem." Eine abnehmbare Kupplung koste mit Einbau in der Fachwerkstatt etwa 1500 Euro. Fahrradträger am Autoheck seien auf ein Maximaltragegewicht von bis zu 60 Kilogramm ausgelegt. "Die Träger sind so gebaut, dass ich zwei E-Bikes transportieren kann." Einfache Heckträger kosteten beim Autohändler zwischen 400 und 500 Euro. Günstigere Markenvarianten gebe es im Fahrradfachhandel.

Soll's doch die Klappe halten

Mutschischk favorisiert eine weitere Variante, bei der es keine Anhängerkupplung brauche: "Den Heckträger kann man auch unmittelbar an der Heckklappe anbringen." Ob damit auch E-Bikes transportiert werden könnten, sei wiederum modellabhängig. "Wenn sich jemand einen Heckträger kauft, sollte für die Montage unbedingt auch ein drittes Kennzeichen mitgebracht werden." Das schreibe die Straßenverkehrsordnung vor. Eine Montage sei dann nur eine Sache von ein paar Minuten, sagt Schraml.

Wer einen entsprechenden Kombi fährt und keinen Dach- oder Heckgepäckträger möchte, der kann seine Räder natürlich auch im Auto transportieren, sagt Mutschischk. Das geschehe bei modernen Fahrrädern, bei denen sich die Vorderräder leicht herausnehmen ließen, unkompliziert und ohne Schraubenschlüssel. Meist sei der Kofferraum im Öffnungsbereich aber ziemlich schmal.

Am besten eigneten sich SUVs für den Fahrradtransport: Heckklappe und Kofferraum seien bei solchen Fahrzeugen meist groß genug, die Räder mit entnommenen Vorderrädern auf der Gabel stehend unterzubringen. Bei Wohnmobilen biete sich entweder ein Heckträger an - oder die "Garage", wenn sie nur geräumig genug ist.

Fahrradträger:

Fahrradträger

Das Gewicht der Fahrradträger zu beachten ist laut ADAC wichtig, da die Stützlast des Autos nicht überschritten werden darf. Je leichter ein Träger, desto besser.

Laut Straßenverkehrs-Zulassungsordnung darf die Ladung nicht weiter als 40 Zentimeter über den Rand der Begrenzungs- oder Schlussleuchten des Heckträgers hinausragen.

Fahrräder, die per Heckträger ins europäische Ausland transportiert werden, brauchen ein rot-weiß schraffiertes Schild nach vorgegebenen Maßen. (uz)

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