28.10.2019 - 10:51 Uhr
Weiden in der OberpfalzOberpfalz

Kreative Vorschläge für Gesundheitsversorgung

Über die Aufrechterhaltung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum zerbrechen sich viele den Kopf. Bei den zweitägigen "Design Thinking Days" an der OTH werden dazu kreative Vorschläge entwickelt.

"In innovativer Umgebung innovative Vorschläge entwickeln" lautet die Vorgabe für die Teilnehmer an den "Design Thinking Days".
von Siegfried BühnerProfil

„Wir wollen in der Medizin auch zukünftig eine leistungsstarke Versorgung in häuslichem Umfeld sichern“, sagte OTH-Dekan Professor Clemens Bulitta bei der Eröffnung des zweitägigen Kreativ-Workshops mit dem Namen „Design Thinking Days“. Teilnehmer aus Forschung und Wirtschaft waren unter der Leitung von Bulitta zusammengekommen, um Vorschläge zur Verbesserung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum zu erarbeiten. Begrüßt wurden alle von OTH-Vizepräsidentin Christiane Hellbach. „Wir haben gute Ideen mit Umsetzungspotenzial entwickelt“, stellte Bulitta am Ende der Veranstaltung fest. Sie sollen jetzt weiter konkretisiert werden, um dann auch in Demonstrationsmodelle umgewandelt zu werden.

Sechs Vorschläge für sechs verschiedene Zielgruppen entwickelten die Arbeitsgruppen. Ein Lösungsvorschlag nennt sich „Elefant“ und bedeutet „Einfaches Fach-Arzt-Notfall-Telefon“ für Bewohner mit eingeschränkter Mobilität in ländlichen Räumen. Das Gerät kann in jedem Wohnzimmer aufgestellt werden. Es beinhaltet sowohl elektronische Gesundheitsüberwachung als auch einen raschen Zugang zur Akutversorgung durch Fachärzte.

Für die Zielgruppe „Familien mit Kindern“ wurde eine „smarte Uhr“ vorgestellt, die dem Träger sowohl Auskunft über seinen eigenen Gesundheitszustand als auch über den seiner Familienmitglieder gibt. Videotelefonie ermöglicht den direkten Kontakt zum Notfallarzt. Vorgeschlagen wurde auch die Einrichtung einer zentralen Anlaufstelle in ländlichen Räumen, die Ratschläge und konkrete Hilfestellungen für ältere Menschen und deren pflegende Angehörige in Gesundheits- und auch bei Alltagsthemen wie Antragstellungen bei Krankenkassen erteilt.

Für die Zielgruppe „Junge Menschen“ wurde ein "Support-Buddy“ entwickelt. Auf der Basis der elektronischen Gesundheitsakte stellt dies ein digitales Unterstützungssystem mit Gesundheitsüberwachung einschließlich der Steuerung von Medikamenteneinnahmen und Arztterminen dar. Ein weiterer Vorschlag wurde „Senior Care“ genannt. Er stellt den Aufbau eines sozialen Netzwerks für Hilfs- und pflegebedürftige Personen dar. Sie sollen leichter mit „Gleichgesinnten“ kommunizieren können.

Auch an Krankenkassen wurde im Innovationslabor gedacht. Krankenversicherungsmodelle „der nächsten Generation“ sollen nach einem Baukastenprinzip aufgebaut werden. Es besteht aus einem Basismodul und unterschiedlichen Zusatzmodulen – je nach individuellen Bedürfnissen – unter anderem für Sportler oder Schwangere. Für den konzeptionellen und organisatorischen Rahmen der Projekttage sorgte der Hochschulverbund "Trio", ein Zusammenschluss von sechs Oberpfälzer und Niederbayrischen Hochschulen. Das Innovationslabor von "Trio" half dabei, die Ideen zu entwickeln. Für Projektleiter Bulitta ging es dabei nicht nur um medizinische Themen, sondern um eine „ganzheitliche Sichtweise, die Geistiges, Seelisches und Soziales mit einschließt“.

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