06.10.2019 - 16:21 Uhr
WeidingOberpfalz

Feuerwehr Weiding fährt zum Patenbitten über die Landkreisgrenze

Wenn die Feuerwehr Weiding von 21. bis 24. Mai 2020 ihr 150-jähriges Bestehen feiert, braucht es dafür auch einen Patenverein. Fündig wird die Wehr im Nachbarlandkreis. Doch vorher haben die Kameraden einige Aufgaben zu lösen.

Mit ruhiger Hand führen Schirmherr Hans Wirnshofer (links) und Festmutter Gertraud Enk die Trinkvorrichtung für die gefüllten Gläser. Diese erste Aufgabe löst die Weidinger Feuerwehrführung mit Bravour.
von Ludwig HöcherlProfil

Begleitet von der Blaskapelle, unterstützt von Schirmherr Hans Wirnshofer und Kreisbrandmeister Christian Weinfurtner, hatte sich eine große Abordnung des künftigen Jubelvereins – samt Festkindern und -damen – auf den Weg zur benachbarten Wehr nach Tiefenbach gemacht. Ohne lange Umschweife trugen die beiden Festleiter Alfred Ferstl und Peter Rettinger ihre Bitte den wartenden "Döjfabacha Nachbasleit" vor. Für das 150-jährige Gründungsfest fehle noch ein Patenverein, die zwischen den Gemeinden liegende Landkreisgrenze dürfe da kein Hindernis sein.

Ferstl und Rettinger verwiesen auf die vielen Damen unter den Bittstellern, die sich den Wunsch um die Übernahme der Patenschaft anschließen. Eindringlich untermauerten Festmutter Gertraud Enk und Festbraut Ronja Bronold das Anliegen von Ferstl und Rettinger, damit die vier Tage im kommenden Mai ein besonderes Fest werden und dieses dann lange in Erinnerung bleibe. Damit die Tiefenbacher für ihre Zusage gnädig gestimmt werden, habe man Essen und Trinken gleich mitgebracht.

Ein Kompliment gab es von Josef Königsberger, Vorsitzender der Feuerwehr Tiefenbach, zur Begrüßung der Weidinger Besucher. Sie hätten sich für diesen Anlass sauber herausgeputzt und seien sogar mit "Blechmuse und a haffa Leit, des alle gfreit" zum Patenbitten gekommen. Ohne Prüfung oder Aufgabe könne es aber keine Zusage geben. Und dann hieß es gleich "Vorstandschaft zur Leistungsprüfung antreten". Kniend galt es bei der ersten Hürde, ein Glas Bier auszutrinken. Sechs davon waren auf einem Holzbrett verankert. An den Seiten packten Festbraut Ronja Bronold und Schirmherr Hans Wirnshofer an und sorgten für den richtigen "Trink-Winkel".

"Wasser marsch" hieß es bei der zweiten Aufgabe. Nicht einfach war die Angelegenheit, denn mit einem Eimer musste Wasser aus dem Bach geschöpft, in bereit liegende Schläuche geschüttet und ohne jegliche Hilfe von Hand bergauf den Kübelspritzen zugeführt werden. Unter den Anfeuerungsrufen der Zuschauer löste der "Schlauchtrupp" mit Witz und Geschick diese Aufgabe, mit kräftigem Pumpen und zielgerichteten Löschen war dann diese Prüfung bestanden.

Aber es lauerte noch ein Hindernis: Zur finalen "Trockensaugprobe" im Gerätehaus bat Tiefenbachs Kommandant Martin Holler die beiden Vorsitzenden und Kommandanten der Weidinger. Für diese vier, sich gegenüber sitzend, gab es je einen kräftigen Schluck Wasser, der aber im Mund behalten werden musste. Und dann musste das Quartett allerhand Witze über sich ergehen lassen, schaffte es aber eisern, keinen Tropfen über die Lippen schwappen zu lassen. Mit eisernem Blick, höchstens begleitet von einem leichten Grinsen, hielten sie der Humor-Attacke stand, und damit waren alle Anforderungen erfolgreich erfüllt.

So gab es von Josef Königsberger und seinen Tiefenbacher Feuerwehrleuten schließlich grünes Licht zur Übernahme der Patenschaft, die mit einem gemeinsamen Prosit besiegelt wurde. Vor dem Gerätehaus dampfte bereits die heiße Suppe aus der Gulaschkanone, die von den Weidinger Feuerwehrköchen tagsüber vorbereitet worden war. Mit Gulaschsuppe, süffigem Bier und einer gut aufgelegten Weidinger Blaskapelle gab es für das Miteinander zum Gründungsfest einen hervorragenden Start.

Mit einem Eimer wird das Wasser mit Seilen geschöpft und in den vorbereiteten Schlauch geschüttet.
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