09.05.2018 - 20:00 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Musiker Elena Denisova und Alexei Kornienko begeistern auf Burg Wernberg Konzert mit Violine und Klavier

Ausgesprochen vielseitig ist das Programm für Klavier und Violine, für Violine solo und für Klavier allein, das Elena Denisova (Violine) und Alexei Kornienko (Klavier) für ihr Konzert für das Kulturforum Wernberg-Köblitz zusammengestellt haben. Im Fürstensaal auf Burg Wernberg spielen sie Werke des Barock, der Klassik, der Neoklassik und des ortsansässigen Komponisten Helmut Burkhardt.

Die Musiker Elena Denisova und Alexei Kornienko (rechts) geben ein Klassikkonzert auf Burg Wernberg. Auch vom ortsansässigen Komponisten Helmut Burkhardt (links) spielen sie ein Stück. Bild: Reinhold Tietz
von Reinhold TietzProfil

Das Programm beginnt mit der "Partita Nr.6 e-moll" BWV 830 von Johann Sebastian Bach, die der Pianist in klarer Verwirklichung der Absichten Bachs vorträgt. Das geschieht im angemessenen gehaltvollen Spiel der "Toccata", in der tänzerischen "Allemande", in den rasanten Synkopen der "Corrente", im sängerischen "Air", der ehrwürdigen "Sarabande", dem raschen "Tempo di gavota" und der abschließenden fugierten "Gigue". Die Vielfalt der Sätze fordert von einem Interpreten Eingehen auf unterschiedliche Stimmungen, was Alexei Kornienko tadellos vorführt.

"Der Schrei für Violine solo" von Helmut Burkhardt, komponiert 1994, schließt sich an. So wie sich das Stück entwickelt, ist es nicht nur ein Schrei, sondern eine ganze Abfolge von lauten, kurzen Tonfolgen, die der Bezeichnung "Caprice - quasi improvvisando, liberamente" tiefere Bedeutung zumessen. Es gelingt der Violinistin, die lauten Akkorde in knapper und freier Form vorzuführen und die elegischen Melodien dazwischen als Gegensatz dazu darzustellen. Höchst anspruchsvoll ist dieses Werk sowohl was die technischen Anforderungen betrifft als auch die musikalische Aussage.

Auch ein äußerst berühmtes Werk der Violinliteratur präsentieren sie: Die "Teufelstrillersonate g-moll" von Giuseppe Tartini mit Kadenz von Fritz Kreisler ist eine besondere Herausforderung für Technik und Gestaltung durch die Geigerin und die Begleitkunst von Kornienko. Zunächst erklingen zwei Sätze, ein "Larghetto affetuoso" und ein "Allegro molto moderato", dann folgt der dritte Satz mit wechselnden Angaben. Dem "Andante" folgt ein rasendes "Allegro assai" in dem der 18-taktige Triller mit Begleitmusik die Fähigkeiten jedes Geigers herausfordern. Beide Teilsätze werden in Variationen wiederholt. Auch wenn hier der Triller nur 14 Takte lang ertönt, ist er die Krönung der Musik.

Vor dem Adagio fügt sich Fritz Kreislers Kadenz mit Triller gekonnt in das musikalische Geschehen ein. Nach der Pause erklingt zuerst "Milonga para una violinista triste" von Helmut Burkhardt, ein Solostück für Violine, das er 2017 fertiggestellt hat. Zwar ist der Charakter der Tonfolgen traurig, aber zuweilen scheint es, als wolle die Geigerin gegen diese Stimmung ankämpfen.

Von Joseph Haydn ist die "Klaviersonate c-moll" Hob. XVI 20, der sich Kornienko nun annimmt. Die drei Sätze sind kunstvoll angelegt und widersprechen damit voll der Ansicht, diese Werke von Haydn seien noch nicht Meisterwerke wie seine Symphonien. Letzter Punkt im Programm ist die "3. Violinsonate d-moll" op 108 von Johannes Brahms. Das beginnende "Allegro" wird von beiden Musikanten sehr leidenschaftlich absolviert. Als Zugabe erklingt "Oblivion" von Astor Piazolla.

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