13.06.2018 - 13:12 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Ein sagenhafter Abend

Bilder der Malgruppe der VHS Vohenstrauß, Klänge der „Wernberger Stubenmusi“ und ein Vortrag von Maria Hirsch: Dem Kulturforum Wernberg gelingt ein außergewöhnliches Arrangement über „Sagenhaftes“.

Der Kalte Baum - gemalt von Ernst Umann, frei nach Dürers "Ritter, Tod und Teufel".

„Sagen und Märchen übten von jeher einen geheimnisvollen Zauber auf die Menschen aus, sind immer aktuell und sind ein Teil der Identität einer Gegend und der Menschen, die dort leben“, erzählte Maria Hirsch in ihrer Einführung im restlos gefüllten Fürstensaal. Dieser „Zauber-Funke“ sprang gleich auf die Zuhörer über, als zur gefühlvollen musikalischen Einleitung durch die Stubenmusi Ernst Umanns Bild „Kalter Baum“ gezeigt wurde. Vom silbernen Mondlicht angestrahlt passiert ein Ritter zu Pferd den bizarren Baum mit der Silhouette der Burg Leuchtenberg im Hintergrund. „Auf einer Anhöhe bei Leuchtenberg steht an der ehemaligen Heerstraße ein einsamer Baum, eine Steinlinde. Tag und Nacht weht hier der Wind, fegt der Böhmische durch das Geäst“, beginnt Hirsch. Viele Sagen ranken sich um diesen magischen Ort. Unheimliche und schreckliche Dinge sollen sich dort ereignet haben und in manchen Nächten trieb angeblich eine unheimliche Gestalt ihr Unwesen.

Die Malgruppe der VHS Vohenstrauß hat sich dieser unerklärlichen Dinge angenommen und unter der Leitung des Künstlers Ernst Umann aus Neustadt eine der Sagen aus dem Gebiet um Leuchtenberg und um den „Kalten Baum“ in Bilder umgesetzt. Mit ihm gemeinsam habe sie einen Text dazu erarbeitet, so Hirsch. Zu den folgenden allgemeinen Ausführungen über Sagen, ihre Inhalte, ihre Orte und ihre geheimnisvollen „Agierenden“, wie Riesen, Zwerge, Hexen, den Teufel und allerlei verwunschene Gestalten wurden immer wieder passende originelle Aquarelle in hoher Qualität gezeigt. Darunter waren mystisch-geheimnisvolle seltsame Steine, Wurzeln und Bäume im Mondlicht, sowie Fabelwesen und furchterregende Gestalten mit absonderlichen Masken.

Gleichsam als Höhepunkt des Abends folgte die bekannte Sage von der „Weißen Frau“, die Maria Hirsch dramatisch umgestaltete, mit Einzelheiten ausschmückte und in die Geschichte der berühmten Leuchtenberger in die Zeit der Thronstreitigkeiten des späteren Kaisers Ludwig dem Bayern mit Friedrich dem Schönen einbettete: Landgraf Ulrich von Leuchtenberg kämpft treu für seinen König Ludwig. Zwischen Ulrichs lieblicher Tochter Gerlind und dem Edelfreien Gernot von niedrigem Adel entspinnt sich eine zarte Liebesgeschichte, die durch romantische Bilder und Musik untermalt wird. Der Vater soll von der unstandesgemäßen Beziehung nicht erfahren, entdeckt die Beiden jedoch zufällig bei einem Stelldichein. Voller Wut rammt er dem Jüngling das Schwert in die Schulter und knüpft ihn an der Linde auf. Die Tochter sperrt er in den Hungerturm und lässt sie einmauern. Die Familie wendet sich von Ulrich ab, er haust einsam in der Burg und eine weiße Frauengestalt streift stumm durch die Gemächer. Sie verflucht den Baum: Kalt sollst du bleiben, wie mein Geliebter nun! Kalt sollst du bleiben wie meines Vaters Herz!“

Maria Hirsch (Zweite von links oben), Ernst Umann (rechts) mit den Malerinnen und der Wernberger Stubenmusi gestalteten den Sagenabend.

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