29.03.2021 - 11:05 Uhr
Wernberg-KöblitzOberpfalz

Windräder liefern Energie für knapp 10.000 Haushalte

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Fünf Windräder drehen sich auf dem Gebiet der Marktgemeinde Wernberg-Köblitz, zwei davon schon seit fünf Jahren. Haben sich die Erwartungen der Investoren erfüllt? Oberpfalz-Medien hat nachgefragt.

Drei Rotoren drehen sich im Windpark Feistelberg bei Wernberg-Köblitz an der Landkreisgrenze zu Neustadt.
von Clemens Hösamer Kontakt Profil

Die Windkraft hat es nicht leicht in Bayern, seit die 10-H-Regelung gilt. Die Marktgemeinde Wernberg-Köblitz hatte sich trotzdem ein Herz für regenerative Energien gefasst, und in Deindorf und Feistelberg Windparks zugelassen. In Feistelberg machte sie den Weg über einen Bebauungsplan frei. Diese Nische ließ die Staatsregierung den Kommunen - und schob ihnen damit auch den Ärger zu, den es mit Anliegern wegen Windkraftanlagen immer wieder gibt. Vorhaben im Landkreis sind daran auch schon gescheitert. So ließ der Schwandorfer Stadtrat mehrheitlich ein Windkraftprojekt scheitern, das nahe des Stadtteils Neukirchen geplant war.

In Deindorf drehen sich die beiden 117 Meter messenden Rotoren nun schon seit Herbst 2015. Die drei 131 Meter messenden Rotoren Windräder nahe Feistelberg sind seit 2019 im Einsatz. Auch gegen letztere regte sich Widerstand – wenn auch weniger aus Wernberg-Köblitz, denn aus Glaubenwies. Das Dorf gehört zum Markt Luhe-Wildenau (Kreis Neustadt) und liegt nördlich der Anlagen. Zuletzt hatten Anwohner bei einem Besuch von Bayerns Wirtschaftsminister Hubert Aiwanger (FW) ihren Sorgen und Bedenken Luft gemacht.

Aiwanger zu Gast im Windpark

Wernberg-Köblitz

Alle fünf Räder produzieren Energie für einen regionalen Versorger: Die Regensburger Energie- und Wasserversorgungs AG&Co, kurz REWAG. Das Unternehmen aus der Bezirkshauptstadt hat die Windräder übernommen. Auf Anfrage der Oberpfalz-Medien nennt der Pressesprecher der REWAG, Martin Gottschalk, eine Reihe von Zahlen zu den Windrädern.

Seit 2015 am Netz

Seit Herbst 2015 sind die beiden Nordex N-117-Räder (je 2,4 MW Nennleistung) in Deindorf am Netz. Rechnerisch bis zu 13000 Megawattstunden (MWh) könnten die Räder pro Jahr liefern, hieß es bei der offiziellen Inbetriebnahme im April 2016. Tatsächlich haben die Generatoren etwas weniger Strom in vier von fünf Betriebsjahren weniger produziert: 11609 MWh 2016, 12058 MWh im Jahr 2017, 12417 MWh im Jahr 2018 und 12451 MWh im Jahr 2020. Den besten Ertrag brachte 2019; laut Gottschalk produzierte der Windpark bei Deindorf in diesem Jahr 13206 Megawattstunden.

Die drei Räder nahe Feistelberg haben ihr erstes, volles Betriebsjahr gerade hinter sich. Gerechnet wurde mit einer Ausbeute von bis zu 26 Megawattstunden. Das wurde nicht erreicht: 22114 MWh bilanzierte Gottschalk auf Nachfrage. Dennoch: "Die REWAG ist mit den Ergebnissen zufrieden und diese entsprechen den Erwartungen", teilte der Pressesprecher mit. Durch den Netzbetreiber abgeregelt wurden die Anlagen bislang noch nie, so Gottschalk. Das könnte theoretisch der Fall sein, wenn eine Überlastung des Stromnetzes droht. Besonders Offshore-Anlagen in Norddeutschland sind von solchen Abregelungen immer wieder betroffen.

Für wie viele Haushalte reicht nun der Strom, der in den beiden Windparks produziert wurde? Gottschalk rechnet vor: Einen Muster-Haushalt mit einem Verbrauch von 3500 Kilowattstunden Strom pro Jahr zugrundegelegt, reichte die Ausbeute aus Deindorf für knapp 3600 Haushalte. Der Windpark Feistelberg versorgte rechnerisch 6320 Haushalte mit elektrischer Energie. Die Anlage nahe Feistelberg war der siebte Windpark, den die REWA übernommen hatte; die Investition lag bei etwa 20 Millionen Euro. Technische Probleme oder wesentliche Mängel seien in den beiden Windparks bislang nicht aufgetaucht, so Gottschalk.

Ökostrom gefragt

Die REWAG produziert pro Jahr rund 173000 Megawattstunden Strom mit eigenen Kraftwerken, davon stammen laut Gottschalk 154000 MWh aus regenerativen Quellen. "Der Anteil der Kunden, die ein Ökostrom-Produkt der REWAG wählt, ist in den vergangenen Jahren kontinuierlich gestiegen. Wir spüren also eine eindeutig zunehmende Nachfrage nach regenerativ erzeugtem Strom", so Gottschalk.

Deindorf geht ans Netz

Hintergrund:

Die REWAG

  • Die Regensburger Energie-und Wasserversorgungs AG & Co gehört zu 64,52 Prozent der Stadt Regensburg, zu 35,48 Prozent der Bayernwerk AG.
  • Das Unternehmen beschäftigt rund 400 Mitarbeiter.
  • Rund 180000 Kunden beziehen Strom vom Regensburger Versorger.
  • 2019 hatte die REWAG einen Umsatz von 401,4 Millionen Euro, einen Jahresüberschuss von 23,6 Millionen Euro.
  • Die Windräder in Deindorf und Feistelberg erzeugen einen Anteil von rund 22 Prozent der regenerativen Energien, die die REWAG produziert.

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