23.06.2019 - 15:03 Uhr
Wurz bei PüchersreuthOberpfalz

Altneihauser ziehen vom Leder

Norbert Neugirg von der Altneihauser Feierwehrkapelln nimmt als Kommandant der Truppe kein Blatt vor den Mund. Auch beim Auftritt in Wurz ist das so.

Als Kommandant der Altneihauser Feierwehrkapelln kann Norbert Neugirg ganz schon austeilen, auch beim Jubiläum in der Wurzer O’Schnitt-Halle.
von KRBProfil

Zum 950-jährigen Jubiläum sollte es etwas Besonderes sein. Und was würde sich dabei besser anbieten, als einen verlorenen Sohn (Norbert Neugirg wohnte bis zu seiner Umsiedelung in Wurz) mit seinem rotzfrechen Komödianten-Haufen einzuladen. Karl Schedl, Vorsitzender der Wurzer Hogerer, zeichnete für die Veranstaltung mit der Altneihauser Feierwehrkapelln als Verantwortlicher und die O'Schnitt-Halle war mit über 600 begeisterten Besuchern ausverkauft.

Bürgermeister Rudolf Schopper rechnete zwar mit ein paar Seitenhieben, aber bei seiner Begrüßungsrede war ihm noch nicht bewusst, was da auf ihn zukommen wird. Zunächst aber bekam Wurz in einigen markigen Sätzen sein Fett weg, bis dem Kommandanten verdeutlicht wurde, dass es heute nicht über Wurz, sondern über Püchersreuth geht. Und dann kam der wilde, unmusikalische Haufen auf die Bühne. Beinahe drei Stunden wurde ein abwechslungsreiches Programm, garniert mit frechen Pointen, geboten. "Aus Knechten, Mägden, Räuberbanden ist irgendwann mal Wurz entstanden, wobei der König, der das Land einst lenkte, Wurz dann Bambergs Bischof schenkte, der die Wurzer auch bloß nahm, weil er sie geschenkt bekam. Man sieht, wie uns die Chronik lehrt, die Wurzer war´n noch nie viel wert. Selbst als die Franken Wurz regierten, kam's, dass die Franken resignierten und beteten, es mög' gelingen, die Wurzer wieder loszubringen."

Natürlich hatte Neugirg einen Seitenhieb auf die vieldiskutierte Anbindung von Püchersreuth an die Kläranlage in Wurz mitgebracht: "950 Jahre nach der Gründung ist die oft verschenkte Erfindung Wurz politisch also heut' ein Teil des Ostblocks Püchersreuth.

Doch Püchersreuth hat sich gedacht, zum Jubiläum wär' es angebracht, den Wurzern eine Freude zu bereiten und ihnen etwas zuzuleiten, was den Püchersreuthern auch gelang: durch einen mächtigen Fäkalienstrang kommt die nächsten Tage ihr Geschenk - zur Kläranlage, sprich Püchersreuth will exportieren, um bei den Wurzern sich zu revanchieren, mit einer Fülle von Kanalanschlüssen, die die Wurzer dulden müssen."

25 Jahre ist es inzwischen her, dass die Altneihauser in Wurz zum 925-jährigen Jubiläum auftraten. "Letzten Pfingsmontag haben wir die letzte Rate vom Auftritt von 1994 erhalten", stellte Neugirg unter großem Applaus fest. "Wir sind auch heute mit Helm gekommen, denn ich habe damals an dieser Halle mitgebaut."

Einen Gruß richtete er auch an Rita Kielhorn, die Initiatorin der Wurzer Sommerkonzerte: "Wir zahlen zwar 6,7 Millarden nach Berlin im Länderfinanzausgleich, aber Frau Doktor ist das allemal wert." Nach der Zugabe als die Gäste den Nachhauseweg antraten, spielten die Musikanten vor der Halle weiter.

Begeistert bejubelt das Publikum die Altneihauser Feierwehrkapelln, als diese nach dem Auftritt aus der O’Schnitt-Halle auszieht.
Begeistert bejubelt das Publikum die Altneihauser Feierwehrkapelln, als diese nach dem Auftritt aus der O’Schnitt-Halle auszieht.
Autogrammstunde mit Norbert Neugirg.
Auftritt der Altneihauser Feierwehrkapelln in Wurz.
Norbert Neugirg.
Musiker vor der Halle.
Klicken Sie hier für mehr Artikel zum Thema:

Aktuell und Wissenswert

Kommentare

Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich anmelden.

Bitte beachten Sie unsere Nutzungsregeln.