19.11.2019 - 10:40 Uhr
Wutschdorf bei FreudenbergOberpfalz

Töne, Trauben & Talente - eine musikalische Weinprobe in der Molzmühle bei Freudenberg

„Noten sind der Rotwein - Musik ist der Rausch“- dieser Einstieg in die musikalische Weinprobe macht neugierig. Florentin Siegert weckt damit die Erwartungen der Besucher in der Wutschdorfer Molzmühle.

Lisa-Marie Holzschuh (Flöte, links), frischgebackene Kulturförderpreisträgerin der Stadt Amberg, und Johannes Raab (rechts) am Piano gestalten die musikalische Weinprobe in der Molzmühle mit.
von Helmut FischerProfil

Und er hatte sich dazu besondere Schmankerl ausgesucht. Musikalisch verzauberte Lisa-Marie Holzschuh (Flöte), frischgebackene Kulturförderpreisträgerin der Stadt Amberg, mit ihrem Partner Johannes Raab am Piano die Zuhörer. Kulinarisch wurden sie von erlesenen Weinen des Weinguts Peter Stolleis aus Gimmeldingen in der Pfalz und von ausgesuchten Käsen vom Naturkost-Spezialisten Augustin aus Amberg verwöhnt.

Die musikalischen Leckerbissen wurden gekonnt zwischen den Weinproben platziert, so dass sie vom Spielcharakter her zum „Gaumencharakter“ der Weine passten. Schon das Begrüßungssolo der Flötistin von Carl Philipp Emanuel Bach bewies die Klasse der Preisträgerin: geschmeidiger Ansatz, warme, runde Töne und eine differenzierte musikalische Gestaltung - das war ein erster Aha-Effekt. Auch der Pianist zeigte als Eintrittsstück in die Wirtsstube mit der Polonaise von Chopin eindrucksvoll, welche Brillanz er an seinem Instrument hat. Und die jeweiligen Duette der beiden, ob von Johann Sebastian Bach, Schubert, Mozart, Poulenc, auch von Cecile Chaminade und Ian Clarke waren Paradebeispiele für partnerschaftliches Musizieren. Die virtuose Souveränität der Flöte, gepaart mit sensibler Tongebung, wurde durch das gut abgestimmte, diffizile und sensible Spiel des Pianisten optimal ergänzt.

Wie beeindruckend ihre Interpretationen waren, zeigte sich daran, dass es bei ihrem Spiel mucksmäuschenstill in der Wirtsstube war. Interessant und informativ wurden dazu die passenden Weine serviert. Jungwinzer Hans-Christoph Stolleis, der kurz vor der Beendigung seines Studiums steht, wusste zu jedem der guten Tropfen etwas über Anbau, Herkunft, Lesezeit und -art sowie über die so unterschiedlichen Gärungs- und Lagerungsprozesse zu berichten. Da kitzelten 2018er-Grauburgunder und Sauvignon blanc die Kehlen, da gab es einen ganz feinen 2018er-Riesling zu verkosten, ein trockener 2017er-Rotwein der ungewöhnlichen Rebsorte St. Laurent fand ungeteilten Zuspruch und wurde gern nachgekostet. Aber auch ein 2017er-Spätlese-Riesling und eine fast likörfähige 2016er-Rieslaner-Auslese konnten die Besucher kosten.

Dazu gab es die passenden Käsesorten, jeweils auf die einzelne Weinprobe ausgerichtet. Tiroler Bergkäse, Appenzeller Classic, Wildblumenkäse aus Deutschland, aus Frankreich ein würziger Comté Juraflore oder der Ennstaler Doppelschimmel aus Österreich - die Gaumenfreuden ließen keine Wünsche offen. Für Abwechslung sorgte Organisator Florentin Siegert mit humorvollen und informativen Anekdoten, die sowohl die Musikstücke als auch die Weintradition betrafen.

Jungwinzer Hans-Christoph Stolleis präsentiert seine Weine.
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