21.02.2018 - 17:30 Uhr
Oberviechtach

Gymnasiasten stellen Filmprojekt "Schwoazbakoucha" vor Gegen Mobbing und Rassismus

Ein heikles Thema stellt das Projektseminar "Dialektpflege" eineinhalb Jahre lang in den Mittelpunkt: Rassismus und Diskriminierung. Das Ergebnis ist ein Film, welchen die Gymnasiasten jetzt im Kino Pösl präsentieren. Eifersucht, Sozialneid und Dialekt kommen in der Krimi-Komödie nicht zu kurz.

von Georg LangProfil

Es fehlte nur der rote Teppich, aber es gab im Foyer des Oberviechtacher Kinos Sekt und Häppchen für die geladenen Gäste. Diese unterhielten sich vor der Premiere an den Stehtischen über die zu erwartende Komödie. Der Titel "Schwoazbakoucha" warf eher Fragen auf, als dass er auf die Motive Eifersucht, Sozialneid und Fremdenfeindlichkeit abzielte.

Drehbuch in Mundart

Das Thema Mobbing wählten die Schüler ganz bewusst, um mit ihrem Projekt dem am OGO geführten Zertifikat gerecht zu werden. "Schule ohne Rassismus - Schule mit Courage ist schließlich unsere Auszeichnung", betonte Seminarsprecher Noah Forster, der eingangs zusammen mit Johannes Kretschmer die Besucher begrüßte. Blumen gab es für die Seminarleiterin Dr. Nadine Kilgert-Bartonek sowie für Maria Pösl, der zusammen mit Karl Pösl für das profimäßige Präsentationsforum gedankt wurde.

Die Schüler treten in ihrem 70-minütigem Film, dessen Drehbuch sie selbst in der regionalen Mundart geschrieben haben, gezielt gegen Rassismus, Diskriminierung und Mobbing ein. Ausgangspunkt der Handlung ist der mehrfache Diebstahl von Smartphones an einer Schule. Die Diebin, die erst am Ende der Films entlarvt wird, versucht eine farbige Mitschülerin zu mobben und ihr den Diebstahl in die Schuhe zu schieben. Die Motive, die sie dazu verleiten, sind Eifersucht, Sozialneid und Fremdenfeindlichkeit. Die Schüler versuchen mit ihrem Film mit komödiantischen Elementen zu zeigen, wie leicht man von Vorurteilen gegenüber Fremden geblendet werden kann. Weitere Aspekte, die in der Kriminalkomödie kritisiert werden, sind unter anderem der übertriebene Schlankheitswahn und die Diskriminierung von Außenseitern. Im voll besetzen Kinosaal verfolgten die Zuschauer gespannt den Verlauf des Films, bei dem die regionale Mundart von den "native Speakers" authentisch und textsicher herübergebracht wurde.

Auch Lehrer spielen mit

Alle Rollen wurden von Schülern des Seminars und auch einigen Lehrern gespielt. Unterstützung bekamen die Seminaristen von Kollegen ihres Jahrgangs sowie von einem sehr versierten Kamera- und Technikteam, dem ausdrücklich gedankt wurde. Ebenso ging der Dank an die Sponsoren, den für so ein Filmwerk braucht man schließlich ein Budget. Alle anwesenden Eltern waren stolz, ihre Kinder auf der Kinoleinwand zu sehen, doch an den nachdenklichen Gesichtsausdrücken der Besucher erkannte man auch, dass die Botschaft, welche die Schüler vermitteln wollten, gut angekommen ist.

Oberstudiendirektor Ludwig Pfeiffer, der als "Schulleiter Läufer" selbst eine Rolle übernommen hatte, lobte die gelungene Aktion. Der Filmtitel leitet sich übrigens von der Schlussszene ab: Ein Heidelbeerkuchen ist die Versöhnungsgabe zwischen Täterin und gemobbtem Opfer.

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